Die Size-Zero-Bewegung
#SkinnyTok: Was hinter dem gefährlichen Trend steckt
Trigger Warnung: Essstörung
Hast du einen Lean Body mit Hourglass-Abs, oder bist du doch eher Skinny-Fat mit Hip-Dips? Der Schlankheitswahn der neunziger ist zurück – Und die neuen Körperideale schocken teilweise extremer als der einstige Heroin Chic von Kate Moss und Co.
Schon seit mehreren Jahren zeichnet sich ein neues Körperbild in Hollywood ab. Body Positivity? Hier schon lange Fehlanzeige. Hervortretende Knochen und schlanke Körper sind nun die Norm auf dem Roten Teppich. Welche Rolle dabei die bekannten Abnehm-Spritzen spielen ist fraglich. Die mediale Aufmerksamkeit, die die Stars erzeugen, hat Einfluss auf die Gesellschaft. Besorgniserregendes Untergewicht wird durch Stars wie Sängerin Ariana Grande systematisch normalisiert.
Was ist SkinnyTok?
Der Begriff, der besonders TikTok prägt, trägt die Social-Media-Plattform bereits im Namen. Zusammengesetzt aus “Skinny”, englisch für “dünn” und “Tok”, steht der Neologismus für eine Kategorie auf der Kurzvideoplattform, die sich rund um das Thema Schlanksein dreht. Aufgrund von großem Druck durch mehrere EU-Länder bannte TikTok das Hashtag #skinnytok im Juni 2025. Dieses wurde für verschiedene Videoformate der App genutzt. Von What-I-eat-in-a-Day-Clips, in denen Creator:innen ihr angebliche Essverhalten zeigen, über Sportroutinen für den perfekten Körper, bis hin zu Videos, in denen der abgemagerte Körper selbst zur Schau gestellt wird: Das sogenannte Body-Checking. Versprochen wird eine einfache und schnelle Gewichtsabnahme. Häufig geschieht dies auch unter dem Deckmantel des gesunden Lebensstils. Der Pilates Body geht so selbstverständlich einher mit der Clean Girl Ästhetik. Extremer Gewichtsverlust wird mit gesunder körperlicher Betätigung geframed und positiv beleuchtet.
“Nothing tastes as good as being skinny feels”
Toxische Sprüche wie diese, der angeblich von Model Kate Moss stammen soll, fördern ungesunde Körperideale und ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper. Doch genau solche Slogans finden sich immer wieder über Videos, die einen vermeintlich gesunden Lebensstil propagieren wollen. Unter dem Trend “Being skinny is the outfit” überheben sich Frauen gegenseitig aufgrund ihres Körpertyps. Das Motto: Ich bin dünn, also bin ich.
Gefahr besonders für junge Menschen
Gerade die junge Zielgruppe, die auf Social-Media meist erreicht wird, ist besonders anfällig für die Skinny-Propaganda. Besonders junge Mädchen und Frauen, die bereits mit ihrem Selbstwertgefühl hadern, können schnell Zielfläche für den Selbstoptimierungswahn werden.
Wie schützt man sich?
Wer erstmal in diesem Algorithmus gefangen ist, hat es schwer daraus auszubrechen. Der Bayrische Rundfunk führte dazu ein Selbstexperiment durch, welches bewies, wie schnell man in diese Art von Content hineinrutscht. In diesem Fall lohnt es sich Abstand von Social-Media zu halten und stattdessen die Nähe des eigenen sozialen Kreises zu suchen.
Wenn ihr an einer Essstörung leidet, findet ihr zusätzliche Hilfe unter: Bei Essstörungen Hilfe finden: BIÖG Essstörungen