Nebelhorntrophy in Oberstdorf

Tanz um den Titel

/ / 58. Nebelhorntrophy: Victoria Moser

Vom 24. bis zum 26. September fand in Oberstdorf der Tanz um die Nebelhorntrophy statt. Bei einem der ersten ISU Challenger Series-Wettbewerbe dieser Saison schlitterten die Deutschen allerdings nur auf die hinteren Ränge.  

Wenn ein Kostüm schöner als das andere ist, Eleganz und Stärke wie selbstverständlich miteinander verbunden werden und auch im frühen Herbst das Wasser gefroren ist, weiß man: die Eiskunstläufer:innen und Eistänzer:innen sind wieder an der Reihe. Bei der 58. Ausgabe der Nebelhorntrophy stellten Männer, Frauen, Paare und Eistänzer:innen ihr Können unter Beweis. Am vergangenen Samstag wurden die Kür-Gewinner:innen im Frauen-Eiskunstlauf und im Eistanzen ermittelt.  

Heimauftritt mit kleinen Fehlern

Der dritte Wettkampftag in Oberstdorf begann mit den Küren der Eiskunstläuferinnen. Neun Frauen traten an, darunter auch die Deutsche Valentina Andrianova, die in einem schwarz-türkisen Kleid zu tiefer Musik über das Eis wirbelte. Sie überzeugte zwar durch ihren ausdrucksstarken Tanz, der gut auf das Lied abgestimmt war, patzte allerdings bei einigen ihrer Sprünge. „Es könnte besser gehen“, fasste die 18-Jährige ihre Leistung zusammen. Der Wettkampf habe ihr aber sehr gut gefallen und sie habe es genossen, vor Heimpublikum anzutreten. Ihr Ziel für diese Saison? Die Europameisterschaft in Lausanne. 

Andrianova erklärt ihre Ziele für diese Saison

Silber und Bronze

Danach kam die Italienerin Marina Piredda auf die Eisfläche, die während ihres vierminütigen Programms eine wunderschöne Waagepirouette zeigte und vor allem gegen Ende sehr ausdrucksstark lief. Mit über 100 Punkten für ihre Kür sicherte sich die 23-Jährige die Silbermedaille.  

Als Nächstes schallten Flamenco-Klänge durch das Eissportzentrum: die Kanadierin Fee Ann Landry begann ihre Kür. In einem roten Kleid glitt sie fließend über das Eis, stand ihre Sprünge souverän und tanzte ihre Bewegungen schön aus. In der Wertung lag sie knapp hinter der Italienerin und gewann somit die Bronzemedaille. Als „overallpretty performance“ bezeichnete sie rückblickend ihre beiden Wettkampftage.

Das Beste kommt zum Schluss  

Das stimmte auch bei den Eiskunstläuferinnen in Oberstdorf. Maria Risa Gomez, geboren in Mexico und aufgewachsen in Norwegen, flog aufs Treppchen der Nebelhorntrophy. Obwohl sie ihre Kür nicht fehlerfrei tanzte, landete die vierfache norwegische Meisterin auf Platz eins. Sie erreichte sowohl mit ihrem Kurzprogramm am Freitag als auch mit ihrer Kür am Samstag die höchste Punktzahl und gewann damit die erste Goldmedaille für Norwegen bei einem Challenger-Event.  

Maria Risa Gomez fasst ihre Leistung zusammen

Und jetzt zu zweit 

Für den nächsten Programmpunkt durften dann auch die Männer aufs Eis – die Küren im Eistanz standen an. Unter den zwölf Paaren waren auch zwei deutsche: Karla Maria Karl mit Kai Hoferichter und die EM-Finalisten Charise Matthaei und Max Liebers. Karl und Hoferichter tanzten hingebungsvoll zu klassischer Musik, zeigten schöne Hebefiguren und eine tolle Schlusspose. Matthaei/Liebers, die nicht nur auf der Tanzfläche ein Paar sind, bewiesen ihr Können bei einer vom Film „Der letzte Mohikaner“ inspirierten Kür. Vor allem die Übergänge zwischen den einzelnen Elementen gelangen ihnen sehr gut. Trotzdem konnten sie mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten und landeten auf dem achten Platz. Karl und Hoferichter waren in der Entwertung Elfte. Gewinner des Wettbewerbs waren die US-Amerikaner und Olympiateilnehmer Christina Carreira/Anthony Ponomarenko, die mit ihrem synchronen und anmutigen Tanz dafür sorgten, dass man bei Zuschauen die Zeit vergaß.