Spielbericht
Finals-Revanche mit Ansage: Bayern zerlegt ALBA
Es ist wieder Zeit für den Klassiker des deutschen Basketballs: der FC Bayern Basketball empfängt ALBA Berlin im BMW Park am 2. Spieltag der neuen BBL-Saison. Nach dem verlorenen Spiel 5 der BBL-Finals revanchieren sich die Münchner und überrollen die Hauptstädter mit einem 95:61-Sieg.
Mit einem „Herzlich willkommen in München, der Olympia-Berwerberstadt!“ begrüßt der Stadionsprecher die fast 7.000 Fans im ausverkauften BMW Park. Nur wenige Stunden vor dem Spiel gab der Deutsche Olympische Sportbund diese Entscheidung bekannt und verbreitete damit jede Menge Euphorie in der Sportwelt der Stadt. Und mit genau dieser Stimmung im Rücken will der FC Bayern Basketball im Spiel gegen ALBA Berlin nutzen. Für die Münchner ist es nämlich die Chance, sich beim ersten Aufeinandertreffen seit den BBL-Finals in der letzten Saison für das verlorene Spiel 5 zu revanchieren.
Hellwach ab Tip-Off
Von Anfang an zeigen die Bayern, dass dieses Spiel das Rematch ist, auf welches sie sich den ganzen Sommer lang vorbereitet haben. Nach gewonnenem Tip-Off ist es dann der Neuzugang Austin Wiley, der nach nur 15 Sekunden den Ball zum ersten Mal im Korb der Berliner versenkt. Und er hört dort nicht auf: Er ist es, dem die Münchner 8 der ersten 10 Punkte zu verdanken haben und zeigt damit, warum der FCBB ihn im Sommer verpflichtet hat. Die Gäste versuchen zum Start noch gegen die perfekt eingespielte Heimmannschaft zu halten, aber scheinen den verletzungsbedingten Ausfall von Agbakoko und Hermannsson nur schwer wegzustecken. Justin Bean und Sam Griesel zeigen zwar, dass sie wie in der letzten Saison zu den Leistungsträgern der Mannschaft gehören, kommen zu zweit aber nicht gegen die Gastgeber an. Spätestens mit der Einwechslung von Oscar da Silva ist es um die Hauptstädter geschehen. Er lässt nichts anbrennen und holt 7 Punkte in 5 Minuten. Duane Washington Jr. versucht sein Glück zum Ende des Viertels noch an einem Buzzer-Beater, doch die Führung der Bayern bleibt bei 10 Punkten. Nach 10 gespielten Minuten steht der Zwischenstand 22:12 auf dem Scoreboard.
Blanke Nerven bei ALBA Berlin
Das 2. Viertel startet punktloser, als das erste aufgehört hat. Nach über einer Minute ist es Kamar Baldwin, der den Anfang macht und kurzerhand einen Dreier verwandelt. Auch Andi Obst und Niels Giffey dürfen zurück auf den Court und drehen voll auf. In 3 Minuten vergrößern sie den Vorsprung der Bayern auf 17 Punkte. Und das ganz zum Leid des Berliner Headcoachs Pedro Calles. Er wird an der Seitenlinie immer lauter, während sein Team auf dem Court zunehmend unkonzentriert wirkt. Sie verlieren Bälle, vergeben Chancen und lösen Zweikampfsituationen mit Fouls. Als die Gäste über 20 Punkte hinterherhängen, holt der Trainer seine Spieler zu sich: Timeout Berlin. Seine Ansprache scheint zumindest ein wenig zu wirken. Mit Justin Bean, kommt ein wenig Leben zurück ins Team. In den letzten Minuten holen sich die Gäste 5 Punkte und gehen mit dem Spielstand 40:24 in die Kabine.
3 vergebene Freiwürfe, 1 blutige Nase
Bevor der Schiri den Ball für das 3. Viertel freigibt, darf Andi Obst noch an die Linie. Wegen eines technischen Fouls von Mattiseck zur Halbzeit wird der Freiwurf vor Start der neuen Halbzeit nachgeholt. Das Spiel läuft dann aber erstmal so weiter wie zuvor: Die Bayern legen vor und die Hauptstädter kommen nicht nach. Auch wenn sie es schaffen, den Punkteunterschied nicht noch größer werden zu lassen, gelingt es ihnen trotzdem nicht im Entferntesten irgendwie Anschluss zu finden. Nach knapp 5 Minuten foult ALBA-Center Nevio Bennefeld Johannes Thiemann. Der Münchner darf zweimal zum Strafwurf ansetzen, vergibt aber. Bei seinem zweiten Versuch wird sein Mitspieler Oscar da Silva, beim Versuch den offensiven Rebound zu holen, erneut von Bennefeld unsanft gestoppt. Doch auch sein zweiter Versuch prallt vom Korb-Ring ab. Diesmal ist es J.T., der sich den Rebound schnappen will. Als er aber inmitten von Gegenspielern zum Ball springt, bekommt er den Ellenbogen von – wie soll es anders sein – Berlins Nummer 22, Nevio Bennefeld ab. Während das Spiel weiterläuft, bleibt der Power Forward am Boden liegen und muss den Court schließlich mit blutiger Nase verlassen. Gavel zögert nicht lange und lässt die Situation überprüfen. Die Entscheidung: Foul an Thiemann. Der für ihn eingewechselte Wiley übernimmt den Job. Nach einer kurzen Behandlung konnte Thiemann zurück auf die Spielerbank und von dort aus beobachten, wie seine Mannschaft das restliche Viertel weiter dominiert (Zwischenstand: 66:42).
Kein Land in Sicht für ALBA
m letzten Viertel nachzulassen, war für den FCBB wohl keine Option. ALBA wirkt auch kurz vor Schluss ideenlos und uneingespielt. Ganz im Gegensatz zu dem Aufeinandertreffen in der letzten Saison befinden sich die beiden Mannschaften in keinster Weise auf Augenhöhe. Fast 5 Minuten vor Spielende liegen die Hauptstädter 39 Punkte hinter den Bayern. Die klare Überlegenheit der Gastgeber erklärt Calles später mit der kompletten Überlegenheit der Bayern in jedem Teil des Spiels. Besonders die Rebounds – offensiv wie defensiv – haben die Münchner klar dominiert. Das kann auch die Statistik belegen: die Bayern können insgesamt 54 Abpraller sichern. Das kann auch FCBB-Coach Gavel nur loben. Kurz vor Schluss kratzen die Berlin Spieler ihre letzten Körner nochmal zusammen und versuchen zu retten, was zu retten ist. Lucics verwandelte Freiwürfe in der letzten Sekunde besiegeln jedoch den haushohen Sieg der Gastgeber. Nach 40 Minuten endet der Klassiker des deutschen Basketballs mit 95:61.
Nächste Herausforderung wartet
7 Tage hat ALBA Berlin jetzt Zeit sich von dieser Niederlage zu erholen, bevor für sie in der Basketball Bundesliga weitergeht. Am 3.10. empfangen sie mit den Bamberg Baskets die Pokalsieger der letzten Saison. Für den FC Bayern Basketball gilt es, das Momentum nach 3 Siegen in 7 Tagen beizubehalten. Am Dienstag, den 29.9. geht es für sie in der EuroLeague nach Istanbul. Gegen den amtierenden Süper Ligi Meister Fenerbahçe Istanbul werden sie auch ihr zweites internationales Spiel der Saison für sich entscheiden.