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Alles Psycho oder was?

Ärzte entwickeln Leitlinie zur Behandlung psychosomatischer Störungen
Quelle: © Techniker Krankenkasse(TK_Presse)
Schmerzen und Schwindel ohne körperliche Ursachen: Eine neue Leitlinie soll Ärzten helfen, Patienten bei psychosomatischen Beschwerden zu helfen.

Was ist der Grund dafür, dass immer mehr Menschen an so genannten funktionellen Störungen leiden? Harald Gündel ist ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Ulm. In seinen Augen existieren viele mögliche Ursachen: "Stichworte sind zum Beispiel Globalisierungsfolgen, Verdichtung der Arbeitswelt, Beschleunigung, Veränderung am Arbeitsplatz und Veränderung im Privatleben. Wenn sich gewohnte und geschätzte Dinge ändern oder plötzlich nicht mehr da sind, dann führt das relativ bald zu neurobiologischen Veränderungen, die sich beim Menschen auch in körperlichen oder seelischen Erkrankungen äußern."

Schulung für Patient und Arzt

Den Patienten helfen oft Schulungen: Dabei können sie lernen, sorgsamer mit sich umzugehen und  Signale des Körpers besser zu deuten. Aber auch auf Ärzteseite sind Schulungen nötig: Viele Ärzte fühlen sich hilflos im Umgang mit Patienten, deren Schmerzen nicht eindeutig zuzuordnen sind. Bei  einem Drittel der Patienten gehen die Symptome zudem mit psychischen Problemen einher. Um eine bessere medizinische Beratung zu gewährleisten, wurde von Vertretern aller wichtigen Gebiete der Medizin eine Leitlinie entwickelt, an der sich Ärzte orientieren können.

Arbeitserleichterung für den Arzt und unkomplizierte Hilfe für den Patienten

Peter Henningsen ist ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Rechts der Isar. Er setzt große Hoffnungen in die Leitlinie, die unter seiner Federführung entstanden ist und betont, wie besonders die übergreifende Zusammenarbeit von Experten aus den vielen Fachgesellschaften in Deutschland sei. Damit solle ein gemeinsamer Behandlungsstandard geschaffen werden.

Die Leitlinie enthält umfangreiche Informationen über die möglichen Beschwerden. Laut Peter Henningsen solle Ärzten damit die Entscheidung erleichtert werden, ob es sich um eine funktionelle Störung handle, ob sie es mit eingebildeten Kranken zu tun hätten und auch, wie sie damit umgehen sollten: "Wie muss ich mit den Patienten sprechen, damit die sich - auch wenn sie nichts Organisches haben - ernst genommen fühlen. Was kann ich mit ihnen besprechen, das ihnen gut tut, damit sie nicht immer wieder zu neuen Ärzten laufen. Das sind Maßnahmen, die nicht immer sofort einer fachpsychosomatischen Behandlung bedürfen, sondern die die jeweiligen Fachärzte in ihren Fachgebieten selber anwenden können."

Nutzen für den Einzelnen und für das System

Wird die Leitlinie so verwendet, wie es sich ihre Verfasser vorstellen, können Ärzte in Zukunft besser und gezielter mit funktionellen Störungen umgehen. Und davon profitieren alle: Werden funktionelle Störungen nämlich nicht korrekt behandelt, können sie chronisch werden und beim Patienten zu hohem Leidensdruck führen. Nicht zuletzt dem Gesundheitswesen entstehen so erhebliche Kosten.

Bildquelle: Techniker Krankenkasse unter CC BY-NC-ND-2.0

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