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Plastik Zukunft

Jetzt werden die Meere aufgeräumt

Autor(en): Veronika Zirbs am Montag, 10. September 2018
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Quelle: The Ocean Cleanup

Vogel im Plastikmüll

Das Plastikproblem in den Meeren wächst von Tag zu Tag. Der Niederländer Boyan Slat hat sich deshalb vorgenommen, die Meere aufzuräumen.

Im Meer befinden sich momentan über 5 Billionen Plastikteile. Angesichts dieser Unmengen hat sich die Organisation "The Ocean Cleanup" ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis 2040 sollen 90% des Mülls aus den Meeren entfernt werden. Es würde tausende von Jahren dauern, all das Plastik mit herkömmlichen Netzen aus dem Wasser zu holen. Mit dem speziellen System von "The Ocean Cleanup" soll es viel schneller möglich sein. Die Erfindung von Slat besteht aus einem 600 Meter langen luftgefüllten Rohr, das auf dem Meer treibt. Die Strömung formt das Rohr zu einem „U“. An seiner Unterseite ist ein Schirm befestigt, der drei Meter ins Wasser hineinragt und das Plastik auffängt. Meerestiere hingegen schwimmen unter dem Schirm hindurch.

Das System nutzt die natürlichen Kräfte des Ozeans

Um sich durch das Wasser zu bewegen, nutzt das System die natürlichen Kräfte wie Wellen, Wind und Strömung. Dadurch dass das Rohr anders als Plastik auf der Wasseroberfläche schwimmt, wird es nicht nur von der Strömung, sondern auch von Wind und Wellen beschleunigt. Es ist so schneller als das Plastik und kann es auffangen. Zudem muss das System durch die Nutzung der Meeresbewegung nicht angetrieben werden. Es macht seine Arbeit sozusagen von selbst. Regelmäßig fahren Schiffe zu dem System, die das Plastik daraus entfernen und an Land bringen, wo es recycled wird.

In fünf Jahren könnte die am stärksten verschmutzte Stelle zur Hälfte aufgeräumt sein

Nachdem 2016 schon einmal ein Prototyp in der Nordsee getestet worden ist, hat das Projekt jetzt so richtig begonnen. Am 8. September ist das System001 bei San Francisco aufs Meer hinausgezogen worden. Es soll dort eine zweiwöchige Testphase überstehen und dann zum weltweit größten Plastikteppich, dem Nordpazifikwirbel, gebracht werden. Wenn alles gut geht, könnte die Hälfte des Plastiks dort bereits in fünf Jahren verschwunden sein. Auf der Welt gibt es fünf solcher Wirbel, in denen sich durch die kreisförmigen Strömungen große Plastikmengen ansammeln. Die Aktion soll daher bald so ausgebaut werden, dass insgesamt 60 Systeme auf diese Bereiche angewandt und damit auf der ganzen Welt die Ozeane gereinigt werden können.

Reicht das?

Kritische Stimmen aus der Wissenschaft weisen darauf hin, dass insgesamt mehr Plastikmüll hinzukommt, als von Slats Erfindung entfernt werden kann. Damit die schöne Vorstellung vom plastikfreien Ozean erreicht werden kann, muss der Müll daher einerseits beseitigt, andererseits aber auch vermieden werden. Das Projekt von „The Ocean Cleanup“ gibt jetzt schon einmal Anlass zu der Hoffnung, dass das wirklich gelingen könnte.

Die offizielle Webseite von "The Ocean Cleanup" mit vielen Infos und Erklärungen findet ihr hier.

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