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Kommentar: Zum Aufstieg der Löwen

Simple game

Quelle: Christopher Meltzer

Die Helden auf dem Zaun

Fußball im Jahre 2018. Eine Sportart mit abartigen Auswüchsen. Warum uns der Aufstieg der Löwen die ursprüngliche Schönheit zeigt.

Eines vorweg: Ich bin zwar Autor dieses Textes über den Aufstieg der Blauen, bin aber Bayern Fan und wurde in die rotweiße Bettwäsche hineingeboren. Noch heute schmücken entsprechende Poster mein Zimmer. Trotzdem habe ich mich gestern ertappt wie meine Reaktion über den Aufstieg der 60er mehr war als nur "schön für den Münchner Fußball". Sondern wahre Freude.

Die Langweile

Als Roter war diese Saison ernüchternd. Pervers. Der FC Bayern ist in triumphaler Art und Weise Deutscher Fußballmeister geworden. In einer normalen Fußballwelt der vergangen Jahrzehnte wäre das Grund für völlige Ekstase gewesen. Anno 2018 ganz nett, aber von der emotionalen Gewichtung nicht besonders einprägsam. Ereignisse, die für Gefühlswallungen sorgten, gab es einige wenige. Traumtore, Kantersiege (6:0 gegen Dortmund), ein verwehrter Elmeter im DFB Pokal Finale und ein frustrierendes Ausscheiden gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League.

Die Kommerzialisierung

Generell ist Frust ein gutes Stichwort. Über die Entwicklung der Sportart. Ich bin nämlich nicht nur Bayern Fan, sondern auch Fußballfan. Als Kind habe ich das nie getrennt und fand Leute, die nur von der Sportart begeistert sind, aber keinen Herzensverein supporten, komisch. Heute lässt sich das immer schwerer miteinander vereinbaren. Bayern ist inzwischen fester Bestandteil einer internationalen Elite, die den Fußball seinen Wurzeln entreißt und zu ihrem Privatvergnügen macht. Beispiele aufzuzählen ist ebenso traurig wie einfach:

Scheichs, denen Spieler über 200 Millionen Euro wert sind.  Ausschließung der Arbeiterschaft aus Stadien (jüngster Fall Tottenham Hotspurs) in England, dem Mutterland des Fußballs und Epizentrum der Fußballromantik. Oder die (zum Glück vorerst gescheiterten) Pläne von FIFA-Boss Infantino aus der Klub WM ein Megaevent mit 24 Teams zu machen, dessen Rechteverkauf an eine japanische Bank sowie an die Regierungen Chinas und Saudi Arabiens der FIFA 25 Milliarden Dollar eingebracht hätte.

Klar, Bayern ist nicht PSG und Rummenige nicht Infantino aber ein katarischer Sponsor, 200.000 Euro mit denen im vergangen Sommer drei Talente im Alter von 13 und 14 Jahren von Hertha BSC Berlin gekauft wurden oder Marketingreisen nach Asien sprechen für sich.

Das eigentliche Highlight der europäischen Fußballsaison, das Finale der UEFA Champions League am Samstag trägt nicht wirklich zum Frustabbau bei. Eine lächerliche "Möchtegern-Superbowl-Show" und der nächste Titel von "Langweilig Madrid". Das macht doch keinen Spaß.

Das weiß-blaue Märchen

Den Spaß am Fußball zurück bringen gestern ausgerechnet die 60er. Ein Verein, der vor einem Jahr im freien Fall aus dem Profifußball rauschte und unfassbar nahe am Abgrund stand. Eine Mannschaft, die jetzt mit blutjungen Spielern zu größten Teilen aus der eigenen Jugend, den Aufstieg in die dritte Liga erkämpft hat. Die Szenen nach dem Spiel sind herzerwärmdend und wunderschön. Tausende teilweise in Freudentränen aufgelöste Anhänger feiern nach einem überschwänglichen aber friedlichen Platzsturm Seite an Seite mit der Mannschaft. Ein Fußballclub, der in grauer Vorzeit einmal Meister und zweimal Pokalsieger geworden ist, danach stets im Schatten des Stadtrivalen lebte und seit über einem Jahrzehnt nur noch enttäuscht, hat genügend Kraft massenhaft Glückseligkeit zu verbreiten.

Fußball funktioniert überall

Natürlich ist der TSV kein Vorbildverein, der die Fußballwelt zu einem großen Umdenken inspirieren wird. Nach wie vor sitzt der jordanische Investor Hasan Ismaik fest im Löwensattel und Schwarzmarktpreise von 1000 Euro für eine Karte für das gestrige Spiel muten äußerst befremdlich an. Dennoch wurde dort, im Grünwalder und in den Straßen Giesings, etwas anderes klar: Fußball ist ein einfaches Spiel. Fußball braucht keine Millionen, keine Hochglanzstadien, keine VIP-Lounges und keine Superstars. Die geilste Sportart der Welt ist gerade deshalb so geil, weil es nur eine geile Mannschaft braucht um die komplette emotionale Bandbreite die der Sport bietet, zu erleben.

Ein guter Freund hat mir gestern noch ein Video von der Aufstiegsfeier seines Vereins geschickt (Der SV Waldperlach, unterwegs in den Niederungen des bayerischen Amateurfußballs). Es hat mehr Gänsehautpotenzial und zeigt mehr Leidenschaft als die Titelfeiern von Real Madrid und Bayern München zusammen.

 

 

 

 

Platte des Monats

Auf den Ehrenplätzen der Rubrik „Wörter, die es nur im Deutschen gibt“ sitzt seit jeher die feucht-fröhliche „Schnapsidee“. Sie beschreibt treffend wie kein anderes Wort das, was entsteht, wenn drei befreundete Musiker*innen auf einer Geburtstagsparty einen über den Durst trinken und dann beschließen eine Band zu gründen. Aus einer solchen Schnapsidee wurde auch das Bandprojekt Phantastic Ferniture um Sängerin Julia Jacklin, das auf seinem gleichnamigen Debüt den Emotionsreichtum der Adoleszenz in leichtfüßig schwankender und wunderbar wärmender Gitarrenmusik feiert.

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M94.5 präsentiert
Montag, 13. August 2018
 
Sa/So, 08./09. September 2018
M94.5 Bühne @ Ludwigstr.
 
Munich Rocks!
Donnerstag, 18. Oktober 2018

 

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Die afk Familie

Miami, FL rapper Denzel Curry returns for his third full-length project entitled TA1300 (a.k.a. Taboo). His previous two albums Imperial and 32 Zel were both held in high regard, separating himself from the other SoundCloud rappers that he rose to stardom with. His explosive production and delivery were the main focus of his previous projects, and while TA1300 still contains these elements, this is his first album that is one cohesive project. The album has three separate parts, going from Light to Grey, then ending with Dark. Curry explains that he created the album as his creative emotions changed from lighter and happier sounds, to darker and melancholy.

Act 1: Light

Part 1, Light, touches upon serious topics as he raps to whomever the subject of the song is. "TABOO" covers sexual abuse, drug abuse, institutionalized violence, and societal taboos over genre-bending jazzy production. Part 1 is a lot more sing-songy than the Denzel Curry that we are used to, showing his versatility and artistic-depth by using his unique flow and lyricism over production that he usually strays away from.

The last song on Part 1, "SUMO", is a smooth transition from Light to Grey. The production on "SUMO" contains the explosiveness that you can find on his 2015 single, Ultimate, that brought Denzel’s name to light. "SUMO" contains typical SoundCloud rap themes of wealth and his superiority to other rappers, which differs from the other themes you find on Part 1 which slightly demeans the three-section theme of the album.

Act 2: Grey

The overall sound of Part 2 is similar to his previous albums that cemented Denzel’s one-of-a-kind style of boombastic production along with quick and choppy flows. Track 1 of Part 2, "SUPER SAIYAN SUPERMAN", reminds the listener of Curry’s origin as a Florida SoundCloud rapper. The flow and progression of the song is similar to tracks you would hear by other Floridian artists Smokepurpp, Lil Pump, or the late XXXTentacion. Even though Part 2 has similarities to his previous work, the tracks on TA1300 show Curry’s artistic evolution with a smoother delivery and catchier hooks.

Part 2 ends with "CLOUT COBAIN", the single-release of the album. This track focuses on the toxic environment modern-day rappers find themselves in. Curry raps about the lengths artist will go to gain clout and attention, whether it be through drugs or violence. Curry breaks the light to dark transition again in Part 2 with "SIRENS" ft. rapper J.I.D, as the overall sound of the song doesn’t exactly fit with the tracks around it. Somewhat of a nitpicky detail, but with an album that has very few shortcomings I feel it should be mentioned.

Act 3: Dark

However Part 3, Dark, is no disappointment in what I would imagine a Denzel Curry “dark” album to sound like. The production throughout the last four tracks are all bassy, cacophonic beats produced by FNZ and renouned SoundCloud producer, RonnyJ. The lyrics within Part 3 really put all of the album in perspective. Curry raps about the phoniness of the artists within his genre, but is confident in his role as a rapper that has already made a lane for himself. He embodies one of his “artistic aliases” in Part 3, referring to himself as “Zel.” Zel is Curry’s persona that breaks away from his rather serious self in Part 1 and 2. Zel is the explosive and cocky rapper that got Curry to where he is today, and his hubris shows when he flows as “Zel.”

All in all, TA1300 is an impressive project from start to finish that puts Denzel Curry’s name into the conversation of “Who is the best rapper alive?” Before this album, Curry was held in high regard solely due to his fast, explosive flows. Now, with his visions coming to life, everyone knows what Curry is capable of in terms of making a point with his music. Denzel Curry has blazed a trail for the youngest generation of rappers, and his artistic depth isn’t even done expanding yet.

I'm gonna live by my confidence, I'm gonna die by my arrogance

Heaven and hell is irrelevant, I be the black metal terrorist

BLACK METAL TERRORIST

 

Gesamtwertung: 4,5 von 5 Punkten.

TA1300 von Denzel Curry ist am 27.7.18 auf Loma Vista Recordings erschienen.