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Blatters Selbstbedienungsladen

Autor(en): Gil Shohat am Samstag, 14. Juli 2012
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Nach den neuesten Korruptionsenthüllungen gerät FIFA-Präsident Sepp Blatter immer mehr unter Druck. Korruption und Klüngelei scheinen an der Tagesordnung zu sein.

Sie ist eine der größten Organisationen weltweit und zugleich eine der undurchschaubarsten: Der Fußball-Weltverband FIFA gerät seit Jahren immer wieder in die Negativschlagzeilen. Hartnäckig halten sich Korruptionsgerüchte, auch um den Präsidenten Sepp Blatter.

Undurchsichtiger "Selbstbedienungsladen"


Den Überblick über die aktuelle Situation zu behalten, fällt momentan nicht leicht. Einer, der sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigt, ist Thomas Kistner von der Süddeutschen Zeitung. In seinem Buch "FIFA-Mafia" beschreibt er haargenau die Vorgänge der letzten Jahre. Im M94.5-Interview beschreibt Kistner die FIFA als einen "Everitablen Selbstbedienungsladen" mit den Strukturen eines "Hasenzüchtervereins".
Diese Strukturen sind seit der Gründung der FIFA im Jahre 1904 nicht mehr verändert worden. So ist Präsident Blatter beispielsweise der alleinige Entscheidungsträger mit Unterschriftsrecht in einem Verband, der alleine zwischen 2007 und 2010 einen Umsatz von ungefähr vier Milliarden Euro verzeichnete. Ein sicherlich einzigartiger Fall in einem so profitablen Wirtschaftsunternehmen.

Brisantes Dokument belegt Korruption

Im Laufe der Woche spitzte sich die Affäre um die FIFA ein weiteres Mal zu: Es wurden bisher geheim gehaltene Gerichtsdokumente veröffentlicht, die unwiderruflich die Zahlung von Schmiergeldern an ehemalige FIFA-Funktionäre belegen. So erhielt der frühere Präsident Joao Havelange, der die FIFA von 1974 bis 1998 geführt hatte, im Jahr 1997 ca. 1,25 Millionen Euro von der inzwischen pleite gegangenen FIFA-Vermarktungsagentur ISL. Sein Schwiegersohn Ricardo Teixeira, der lange an der Spitze des brasilianischen Fußballverbandes stand, erhielt sogar einen zweistelligen Millionenbetrag von ISL. Und all das unter der Mitwissenschaft von - richtig - Sepp Blatter.

Eine korruptionsfreie Zukunft mit Blatter?

Der Schweizer führt die FIFA seit 1998. Um ihn ranken sich schon seit Jahren Gerüchte um Korruption, Vetternwirtschaft und Bestechlichkeit. Er führt den Weltverband mit seinen über 200 Mitgliedsländern wie ein Patriarch, unterstützt auch unter anderem von den Funktionären des DFB. Nun ist erstmals juristisch nachgewiesen, dass Blatter von Schmiergeldzahlungen innerhalb des Verbandes wusste und dagegen nicht vorgegangen ist. Ob so ein Mann nun Teil der Neuerungen sein kann, die ab nächster Woche von einer FIFA-Reformgruppe in Angriff genommen werden, um das strukturelle Defizit zu beheben? Nicht nur Thomas Kistner hat daran erhebliche Zweifel.

Bild: User Asian FC auf flickr.com  unter CC BY 2.0
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