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Orchideenstudiengänge vom Aussterben bedroht

Geplante Etatkürzungen für bayrische Unis geistern schon seit einigen Wochen durch die Medien. Man munkelt von 200 Millionen Euro – eine Menge Geld, und eine ganz konkrete Gefahr für kleine Studiengänge.

Die Studenten gehen wieder auf die Barrikaden. Doch dieses mal geht es nicht um Studiengebühren, sondern um Etatkürzungen: Um den Haushalt auszugleichen, will die bayerische Staatsregierung den Universitäten Gelder streichen – weitere Kürzungen für 2011 könnten folgen. Und das, obwohl die Universitäten durch den doppelten Abiturjahrgang einem Ansturm von Studenten entgegensehen.

Besonders betroffen von den fehlenden Geldern wären jedoch die kleinen Studiengänge, erklärt StuVe Geschäftsführer Friedrich Siemers: „Tatsächliche wäre es so, wenn diese Kürzungen von 200 Millionen bayernweit zum Beispiel eintreten würden, hieße das beispielsweise für die LMU circa 20 bis 25 Millionen, das heißt 400 Stellen abbauen ungefähr, und dann kann man im Prinzip drei bis vier mittlere Fakultäten dicht machen.“ Das ist natürlich der worst case, doch eines ist klar: Kleine Studiengänge, wegen ihrer Exotik auch Orchideenfächer genannt, stehen auf der Kippe. Sie müssen schon jetzt um ihr Überleben kämpfen – weitere Einsparungen könnten ihnen den Todesstoß verpassen.

Indologie, Orientalistik und Co sind nur einige Beispiele von Wissenschaften, die vom Aussterben bedroht sind: „Man wird dann in Zukunft zum Beispiel nicht mehr Musikpädagogik studieren können, oder der Musikwissenschaft wird die letzte Assistentenstelle endgültig gestrichen, sowas wie Kunstpädagogik wird sicher eingehen und die ganzen anderen sogenannten Orchideenfächer ganz genaun so,“ sagt Siemers.

Bayernweite Proteste sind gegen die möglichen Kürzungen geplant, an der sich auch die Münchner Studenten beteiligen werden.Siemers rechnet mit einem großen Ansturm: „Wir werden hier locker mit fünf- bis zehntausend Leuten antanzen“, prophezeit der StuVe Geschäftsführer. Auch Kim Burger wird sich an den Protesten beteiligen. Sie studiert Religionswissenschaft – mit gerade mal 150 Hauptfächlern ein Studiengang, der vom Etatmangel besonders betroffen sein könnte.

Kim weiß, dass Orchideenfächer nicht nur zum Spaß der Studenten erhalten werden sollten, sondern auch einen gesellschaftlichen Nutzen haben: „Ich finde, dass kleine Studiengänge, wie die Religionswissenschaft, besonders wichtig sind, weil nur die kleinen Studiengänge das Fachwissen bieten, um die moderne Gesellschaft momentan in all ihren Facetten richtig zu erfassen.“

Ob die Kürzungen 2011 wirklich kommen, ist ungewiss. Aber man sollte im Auge behalten, dass es an den Universtiäten Fächer gibt, die durch weitere finanzielle Kürzungen vom Aussterben bedroht sind.

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