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Kampf der Schwundquote

Autor(en): am Dienstag, 11. September 2012
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Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch will mit einem  Semester Generale der hohen Zahl der Studienabbrecher den Kampf ansagen.

Text: Michael Gehrig
Audiobeitrag: Helena Eberl


Seit der Bologna-Reform beenden immer mehr Studenten ihr Studium ohne Abschluss in der Tasche. In einigen Fächern, vor Allem in den Naturwissenschaften, trifft das mittlerweile auf fast jeden dritten Studenten zu. Das zumindest zeigt eine Studie des Hochschul-Informations-System (HIS). Um dieser Schwundquote entgegen zu wirken, hat Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) nun ein sogenanntes „Semester Generale“ ins Gespräch gebracht.

Einführungssemester soll der Orientierung dienen

Durch dieses Vor-Semester sollen Studenten vor ihrem eigentlichen Studium die Möglichkeit erhalten, sich zu orientieren. „Um etwaige böse Überraschungen zu kompensieren, wollen wir anregen, dass die Universitäten den Studierenden eine Art Einführungssemester anbieten, wo die Studierenden genau erfahren: was kommt im Laufe des Studiums eigentlich auf mich zu“, so Rafael Freckmann, Sprecher des Wissenschaftsministeriums.

Die Studienzeit verlängert sich, die Punkte kommen aber mit

Doch geht es nach Heubisch, soll das Semester Generale nicht nur die Abbrecher- und Schwundquote verringern und den Studienanfängern Orientierung vermitteln. Es soll auch eine Möglichkeit bieten, Defizite aus der Schule auszugleichen. Zudem sollen Punkte aus diesem Semester danach auf das eigentliche Studium angerechnet werden können. Schwer wird es da nur, wenn man durch das Semster Generale feststellt, dass ein geisteswissenschaftliches Studium für einen persönlich wohl besser als ein naturwissenschaftliches wäre. Dann wird man sich die Punkte nur schwerlich anrechnen lassen können, so Freckmann. Durch das Anrechnen soll verhindert werden, dass die durch die Bologna-Reform verkürzte Studienzeit wieder verlängert wird.

Die Idee ist nicht neu

Ähnliche Modelle gibt es an anderen Hochschulen schon seit Längerem. Dort wird aber zumeist ein zweisemestriges Modell im Sinne eines „Studium Generale“ umgesetzt. Auch die TU München bietet unter dem Namen „Studium Naturale“ solch ein Orientierungsjahr an. Dort werden Grundlagen in Chemie, Physik, Mathematik und Biologie gelehrt. Studtenten erhalten so einen Einblick in alle Bereiche und können sich danach entscheiden, welche genaue Fachrichtung sie einschlagen wollen. In Nordamerika gibt es genau deswegen das sogenannte „Freshman Year“, das fester Bestandteil des Studiums ist.

Pilotprojekte könnten 2013 starten

Ob nun ein Jahr oder ein Semester, wie im Vorschlag aus dem Wissenschaftsministerium – bis jetzt ist das Modell sowieso nur eine Anregung. Aber in der nächsten Legislaturperiode sollen an mehreren Universitäten erste Pilotprojekte starten. Wie diese genau ablaufen sollen, steht noch nicht fest. Politiker von CSU und SPD haben jedenfalls schon signalisiert, dass sie die grundsätzliche Idee eines Semester Generale für durchaus sinnvoll halten.

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/freiheitsfreund/3672527944/sizes/m/in/photostream/
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