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E 10 - Alles Bio oder was?

Autor(en): Sebastian Ehm am Freitag, 4. März 2011
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Dass nicht überall Bio drin ist, wo mit ökologisch korrekter Herstellung geworben wird,  ist bekannt. Dennoch erfreuen sich diese Produkte in der Regel einer ungetrübten Beliebtheit. Da überrascht es besonders, dass der neue Ökoheld der Kraftstoffindustrie für viel Zündstoff und wenig Antrieb sorgt. Dass nicht überall Bio drin ist, wo mit ökologisch korrekter Herstellung geworben wird,  ist hinlänglich bekannt. Dennoch erfreuen sich diese Produkte in der Regel ungetrübter Beliebtheit. Schließlich suggerieren sie, dass man dabei ein klein wenig die Welt retten kann und sich so gegen einen verschwindend kleinen Aufpreis ein gutes Gewissen verschafft. Da überrascht es besonders, dass der neue  Ökoheld der Kraftstoffindustrie für viel Zündstoff und wenig Antrieb sorgt.

"E10" - Das steht für zehn  Prozent Ethanol, statt den bisher bei Super Bleifrei üblichen fünf, mit dem  das Benzin gemischt werden muss, erklärt Otto Saalmann, Pressesprecher des ADAC. Diese Umstellung war allerdings keine Idee der Mineralölkonzerne, mit der sie sich nun ins eigene Fleisch schneiden, sondern die Reaktion der Bundesregierung auf neue EU-Richtlinien. Diese Vorgaben zielen auf das Erreichen der Klimaziele durch vermehrten Einsatz eines umweltfreundlicheren Kraftstoffs ab. Denn streckt man den Treibstoff, so wird weniger CO 2 ausgestoßen.

90% vertragen E 10

Bei den Autofahrern sorgt das neue Benzin trotzdem  für Verwirrung: Sie fühlen sich schlecht informiert und wissen meist nicht, ob E 10 ihrem Motor schadet. Viele gehen deshalb auf Nummer sicher und tanken altbekannte Kraftstoffe. Deshalb bleiben die erhofften Schlangen vor der Biozapfsäule  aus. Tatsächlich kann der Treibstoff  bei 300.000 bis 350.000 Autos in Deutschland zu  Motorschäden führen. 90% der Fahrzeuge vertragen den neuen Kraftstoff aber durchaus.

Biosprit birgt auch Gefahren

Während die Tankstellenbetreiber befürchten, auf dem neuen Ökobenzin sitzen zu bleiben, freuen sich die Gegner der sogenannten "nachhaltigen Kraftstoffe" über die geringe Nachfolge. Peter Navratil ist einer von Ihnen. Der Diplomgeograph beschäftigt sich  als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Remote Sensing Solutions GmbH mit Biosprit. Er hält die aus Mais gewonnenen Biokraftstoffe für eine  Mogelpackung. Zwar würde Biosprit tatsächlich für eine geringere CO 2-Emission sorgen. Dafür wird langfristig  die stärkere Nachfrage nach Mais aber zu Monokulturen und nicht zuletzt vielleicht zu einer vermehrten Rodung des Regenwalds führen.

Auch ADAC-Sprecher Otto Saalmann sieht in der Einführung des Biosprits ein "ökologisches Knallbonbon". Seiner Meinung nach müsse genau geklärt werden wo die Rohstoffe dafür angebaut werden dürfen. Schließlich macht es keinen Sinn einen Biosprit mit besserer Ökobilanz einzuführen, wenn dafür südamerikanische Regenwälder gerodet würden.
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