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Die UN-Klimakonferenz - Hoffnungsträger oder ziellose Routine?

Autor(en): Fabienne Kürbel am Sonntag, 4. Dezember 2011
Die UN-Klimakonferenz – sie findet in diesem Jahr im südafrikanischem Durban statt. Klimaexperten und Politiker beraten in den nächsten zwei Wochen grundlegend über die Zukunft unseres Klimas. „Durban is a crucial Moment“, dies betonte die südafrikanische Diplomatin, Maite Nkoana-Mashabane auf der Eröffnungskonferenz am Montag. Durban ist entscheidend da es um die Fortsetzung des 2012 auslaufenden Kyoto Protokolls geht.

Die Welt ist ein riesiger Kindergarten. Kinder streiten, zanken und sind beleidigt, wenn sie nicht das bekommen was sie wollen. Kindern kann man dies verzeihen, denn sie müssen aus ihren Erfahrungen erst lernen. In einer Zeit der Krisen sollte man meinen erwachsene Menschen denken rational und handeln vernünftig. Auf der aktuellen UN-Klimakonferenz könnte man sich den Kindergartendialog folgendermaßen vorstellen: „Hey! Also wenn die nicht mitmachen, wollen wir auch nicht mitmachen, ätsch, dann macht halt keiner mit!“ Geblieben ist bisweilen ein Klimaproblem um dass sich bald vielleicht keiner mehr kümmern will.

Das Kyoto-Protokoll - ein Auslaufmodell

Das nach seinem Entstehungsort benannte Kyoto-Protokoll wurde am 11. Dezember 1997 in Japan beschlossen. Zum ersten Mal wurden für Industrieländer verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen festgeschrieben.

Treibhausgasen wird zugeschrieben, für die globale Erderwärmung verantwortlich zu sein. Sie entstehen beispielsweise durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, durch die Rodung der Wälder oder als Abfallprodukt der Viehhaltung. Wissenschaftler prognostizieren, dass die durchschnittliche Temperatur um sechs Grad bis zur Jahrhundertwende steigen soll. Verheerend für die Pole und damit besonders bedrohlich für Entwicklungsländer mit vielen Küsten. Sie fürchten, dass sich die Industriestaaten aus ihrer Verantwortung ziehen.

Keiner will den ersten Schritt machen

Über eine Fortsetzung des Kyoto-Abkommen wird aktuell beraten. Insgesamt 37 Staaten haben sich dem seit 1997 laufenden Abkommen angeschlossen und verpflichtet ihre Kohlenstoffdioxid Emissionen zu vermindern, oder den Anstieg zumindest zu bremsen. Das Problem ist, dass die teilnehmenden Staaten gerade mal einen Anteil von 15% an den weltweiten Emissionen zu verantworten haben. Eine Frage in Durban wird sein, wie die großen Industriestaaten die USA, China, Indien oder Russland mit eingebunden werden können. Die Chancen für ein neues umfassendes Kyoto-Protokoll stehen allerdings schlecht.

Auf die USA wird keine große Hoffnung gesetzt. Sie lehnen seit Jahren internationale Vorgaben ab. Zu groß ist die Abhängigkeit von Öl und Kohle. Die EU will den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen noch weiter (um 30 anstatt 20%) senken. Die Bedingung lautet, weitere Industrieländer sollen ähnliche Anstrengungen unternehmen. China und andere Schwellenländer wiederum wollen nur über ein Nachfolgeabkommen verhandeln, wenn sich zuvor die Industrieländer auf weitere verbindliche CO2-Reduktionen einigen. Russland und Japan erwarten, dass zuerst Regeln für die Schwellenländer festgesetzt werden. 

Entscheidung sind ab dem 6. Dezember zu erwarten  

Ab dem 6. Dezember beginnen die Verhandlungen auf Ministerebene. Auf Ministerebene, weil alle wichtigen Regierungschefs erst gar nicht teil nehmen. Für Deutschland wird also Umweltminister Norbert Röttgen mit anderen Nationen verhandeln. Ein Durchbruch wird es nur geben, wenn sich eine Koalition der Willigen bildet, der sich dann andere anschließen. Noch ist es zu früh, die Hoffnung aufzugeben. Und wie der Südafrikanische Präsident Jacob Zuma bestärkt, "With sound leadership nothing is impossible here in Durban." Fragt sich nur, wer den Anfang macht?


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