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Demonstrationen gegen GEMA

Autor(en): Michael Gehrig am Freitag, 7. September 2012
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Quelle: Ein M94.5 Photo
Nachdem die GEMA eine Tarifreform für 2013 angekündigt hat, gehen vor allem die
Club-Inhaber auf die Straße


Text: Simone Schellmann

Vorgestellt hat die GEMA ihre neuen Tarife schon im April. Dabei hieß es aber, dass die
Tarifreform vor allem kleinen bis mittleren Betrieben in jedem Fall entgegen kommen sollte.
Genauer betrachtet, sieht die Reform so aus: Die GEMA möchte ihr Abrechnungssystem
einfacher, gerechter und transparenter gestalten. In diesem Zusammenhang will das
Unternehmen seine Tarife nach einem neuen System einfordern, bei dem statt einer
Pauschale jede Veranstaltung nach der Zahl der Quadratmeter, der Höhe des
Eintrittspreises und ihrer Dauer abgerechnet werden soll.

Mit der Reform gehen einige Veränderung einher: Den Musikgastronomen stehen teilweise
hohe Preissteigerungen bevor und auch kleinere und mittlere Clubs müssen mit einem
Anstieg der Gebühren von 500 bis 800 Prozent rechnen. Langfristig führt diese Umstellung
zu steigenden Eintritt- und Getränkepreisen in den Lokalen.

Empörung bei den Clubbetreibern

Die Münchner Clubbetreiber sind empört. Dierk Beyer, der Betreiber der Münchner
Nachtgalerie, und David Süß vom Techno-Club Harry Klein haben sich zusammen getan, um
gegen die Veränderung vorzugehen. Mit der Pauschale, die Clubs derzeit zahlen müssen,
waren sie noch einverstanden, die neue Reform ginge zu weit. „Bei einer
Veranstaltungsdauer von über fünf Stunden werden die Gebühren zum Beispiel fünfzig
Prozent teurer. Clubs, in denen mit Laptops aufgelegt wird, müssen dreißig Prozent mehr
zahlen“, sagt David Süß. Im Moment zahle er für das Harry Klein 6300 Euro. In Zukunft
würden es 89.000 Euro oder mehr sein.

Rund 1000 Leute demonstrierten in München

Die Meinung der demonstrierenden Bürger ist eindeutig: „Die GEMA ist ein Scheißladen“,
sagt ein junger Mann in der Menge. Bis zu 1000 Leute gingen nach Angaben der Polizei
gestern in München auf die Straße. Die Veranstalter reden sogar von rund 2000 Menschen.
„Es geht darum, alle Clubbetreiber wachzurütteln, damit sie überhaupt das Problem
verstehen. Denn unser Eindruck ist, dass viele einfach hoffen, dass es für sie so schlimm
nicht kommen wird“, sagt Dierk Beyer.
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