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Das Trauma von Ruanda

Autor(en): Florian Falzeder am Donnerstag, 7. April 2011
Am 7. April gedenken die Vereinigten Nationen (UN) des Genozids in Ruanda im Jahr 1994. Fast vergessen liegen hunderttausend Schädel in den Massengräben Ruandas. Jedoch hat Ruanda das Trauma des Völkermordes bis heute nicht überwunden. Am 7. April gedenken die Vereinigten Nationen (UN) des Genozids in Ruanda im Jahr 1994. Fast vergessen liegen hunderttausend Schädel in den Massengräben Ruandas. Jedoch hat Ruanda das Trauma des Völkermordes bis heute nicht überwunden.

Die ruandische Gesellschaft teilt sich im Wesentlichen in 2 Volksgruppen: Die Hutus und die Tutsis. 1994 tötete die ethnische Mehrheit der Hutu etwa 75% der Minderheit der Tutsi in 100 Tagen. Der Auslöser war der Abschuss des Flugzeugs von Präsident Juvénal Habyarimana, einem Hutu, beim Anflug auf den Flughafen der Hauptstadt Kigali am 6. April 1994. Schon 30 Minuten später begannen die Hutus die Morde, da sie die Tutsis für Attentäter hielten. Allerdings erscheint das eher als  Ausrede für einen längst geplanten Genozid. Schon Anfang der 1990er Jahren schürte die Regierung von Habyarimana den Hass gegen die Tutsis durch Zeitungen und Radio.

Die Ruander kamen um, die Welt schaute zu
Schon die belgischen Kolonialherren trieben die ethnische Spaltung in Ruanda voran. Die Besatzer bezeichneten die Tutsis als „hochwertiger“ als die Hutus und machten sie zu Beamten. Die ethnische Unterscheidung wurde auf dem Personalausweis mit Stempel gekennzeichnet.
Die Truppen der UN verhielten sich zurückhaltend während des Genozides 1994. Obwohl der damalige Kommandeur der UN-Friedenstruppen in Ruanda um Hilfe bat, reduzierte die UN ihre Sicherheitstruppe von 2.500 auf 270 Soldaten. Die Gebliebenen durften nur zur Selbstverteidigung Waffen gebrauchen. Die Belgier zogen vollständig ab und ließen ihre ehemalige Kolonie im Stich. Westliche Staaten wie etwa die USA nannten die Gräueltaten statt Völkermord „Chaos“, um ihre Untätigkeit rechtfertigen zu können.

Steiniger Weg zu der Versöhnung
Seit dem Genozid treibt die ruandische Regierung die Versöhnungspolitik mit voller Kraft voran: Die Eintragungen der ethnischen Zugehörigkeit in dem Personalausweis wurden abgeschafft; Wer öffentlich Hutus und Tutsis diskriminiert, kann angezeigt werden. Manche Maßnahmen werden aber in Frage gestellt. Viele Mörder haben bis heute nicht einmal vor Gericht gestanden. Die überlebenden Tutsis müssen ertragen, neben den Mördern ihrer Familien zu wohnen.
Versöhnung heißt nicht Vergessen. Um Ruanda von dem Trauma des Völkermordes zu heilen, heißt es, die Verantwortlichen zur Rechenschaft  zu ziehen, und diejenigen, die ihre Hilfe verweigert haben, daran zu erinnern.
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