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Casino vs. Spielhalle

Die Fußnoten zum Thema "Glücksspiel"
Autor(en): Kristin Ofer am Montag, 28. Oktober 2013
Quelle: M94.5

Die Fußnoten nehmen euch diesen Monat mit in die manchmal glamouröse, manchmal zwielichtige Welt des Glücksspiel. Faites vos jeux!

Elegant gekleidete Menschen, roter Teppich, gedimmtes Licht, Spieltische aus massivem Holz, das Klappern der Jetons - Die Stimmung ausgelassen. An dem ein oder anderem Spieltisch ist die Luft vor Spannung aber auch zum schneiden. So stellt man es sich vor, oder so kennt man es zumindest aus den Filmen: Das klassische Glücksspiel im Casino.

In der Realität zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab. Der klassische Casinobesuch wird immer seltener. Dafür steigen die Besucherzahlen in den sogenannten Spielhallen stetig. Dort gibt es kein schickes Ambiente und keinen Dresscode. Die Besucher bleiben eher für sich. Sie blicken gebannt auf die Automaten vor sich und bedienen die Köpfe in einer Endlosschleife. Immer wieder: 'Spiel Start' oder 'Risiko setzten'. Dabei verliert man schnell jegliche Relation zur Zeit, zum Ort und vor allem zum Geld.

Glücksspiel – eine Sucht

Gerade das anonyme Spiel an den Automaten macht immer mehr Menschen in Deutschland abhängig. Einmal süchtig, ist es sehr schwer sich davon zu befreien. Ein Betroffener mit dem wir gesprochen haben beschreibt es so:

Ich denke dass sich die Spielsucht ein bisschen so verhält wie ein Virus. Ein Virus den man sich eingefangen hat, den wird man tatsächlich in vielen Fällen nie wieder los, der Körper lernt nur mit dem Virus umzugehen und ihn in Schach zu halten. Aber letzten Endes ist er immer in deinem Körper drinnen, und so verhält es sich mit der Spielsucht auch. Ich denke sie ist immer da.“

Spielsucht ist vergleichbar mit Drogensucht, sagt Prof. Dr. Gerhard Bühringer der jahrelang Spielsuchtforschung betrieben hat. Es gibt zwar keine Substanz die eingenommen wird. Aber die Art und Weise wie die Sucht den Betroffenen vereinnahmt ist die gleiche: Die bedingungslose Aufopferung nahezu aller Bereiche des sozialen Lebens.

Der Staat und das Glücksspiel

Der Staat hat das sogenannte Glücksspielmonopol inne. Die Begründung: Glücksspiel soll unter Aufsicht, kontrolliert und in geregelten Bahnen ablaufen. Damit soll der Jugend- und Spielerschutz gewährt werden. Doch die Spielhallen, die sich vor allem im Münchner Bahnhofsviertel aneinanderreihen, werden gewerblich betrieben. Hier hat der Staat keinen Einfluss. Sie stellen eine harte Konkurrenz zu den staatlichen Casinos bzw. Spielbanken dar. Mittlerweile gibt es sie in fast jeder Nachbarschaft. Der Gewohnheitsspieler muss also nicht mehr den weiten Weg in die staatlich kontrollierten Casinos auf sich nehmen. Dadurch bleibt ihr Spiel anonym, anders als in den Spielbanken des Staates, wo sie sich registrieren müssen.

Wir haben in einem Selbsttest am Automaten gespielt, mit einem ehemals Glücksspiel-Süchtigen geredet und nachgefragt, wer von dem Spiel mit dem Glück überhaupt profitiert. Begleitet uns eine Stunde lang in die Welt des Glücksspiels. Am Sonntag um 19 Uhr und in der Wiederholung am Mittwoch um 13 Uhr auf M94.5.

Redaktion: Kristin Ofer, Anton Stanislawski, Baran Datli, Laura Heinisch, Marco Morgenroth, Jennifer Lichnau

 

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