Home > Platte des Monats > Telyscopes - The Hobbyist [Eigenvertrieb]
Platte des Monats

Telyscopes - The Hobbyist [Eigenvertrieb]

Quelle: Telyscopes

Telyscopes - The Hobbyist

Hinter unserer Platte der Monate Dezember und Januar steckt eigentlich nur eine Person mit wuscheligen Haaren und Nerdbrille. Nämlich der 22-jährige Jack Hubbel aus Philadelphia. The Hobbyist ist bereits sein neuntes Album mit experimentellem Sound zwischen psychedelischem Pop und Postpunk. Oder wie er selbst sagt: Bedroom Pop.

Angefangen hat alles 2012, als der damals 17-jährige Jack ein paar Garage Band Demos unter dem Namen Telyscopes veröffentlicht hat. Groß geworden ist er mit Punk und Grunge und später war er, nach eigenen Angaben, ganz besessen von experimentellen 60er Jahre Bands wie The Zombies oder Vanilla Fudge.

Mittlerweile sind diese psychedelischen Klänge mit Bands wie Temples oder Foxygen wieder groß im Kommen. Vor allem Tame Impala haben einen starken Einfluss auf den Sound von Telyscopes, was definitiv auch auf dem neuen Album hörbar ist.

Ein bunter Mix

The Hobbyist besteht aus zehn bunt zusammengewürfelten Songs. Hierbei verarbeitet der Musiker zum Teil neue, aber auch übergbebliebene Stücke, die in keiner bestimmten Reihenfolge angeordnet sind. Wie bei seinen vorherigen Alben auch, spielt und produziert Hubbel hierbei fast alles selbst.
Alle Songs des neunten Albums von Telyscopes weisen den gewohnten Mix zwischen elektronisch generierten Sounds und Gitarrenklängen auf. Dennoch werden im Gegensatz zu früheren Alben, weniger synthetische Akzente gesetzt. Auch auf einen komplizierten Aufbau der Lieder wird verzichtet. Somit sind die Songs defintiv strukturierter als davor und bewegen sich in etwas ruhigeren Geschwindigkeiten. Dabei sind sie aber trotzdem kraftvoll, wenn auch nicht zu umfassend.

Hubbel's helle Stimme, die sich vor allem in höheren Lagen befindet, gibt dem Ganzen einen sehr stimmungsvollen und frohmütigen Charakter. Mit einer durchschnittlichen Dauer von über 4:30 Minuten ist das Album mit längeren Liedern bestückt. 

Alles selbst gemacht

Der junge Mister Hubbel bezeichnet seinen Stil selbst als Bedroom Pop. Ziemlich passend, denn er hat für die Aufnahmen für Telyscopes nie ein professionelles Studio besucht. Ganz im Gegenteil, er hat sich einfach sein eigenes in seinem Wohnzimmer aufgebaut. Die Qualität der Songs leider darunter aber keinesfalls. Auf seinem letzten Album High Fidelty Drag hat er sogar absichtlich in Lo-Fi aufgenommen, um den gewünschten Schlafzimmer Sound zu erreichen. In seinem Studio gibt er unter anderem auch Gitarrenunterricht oder nimmt Bands wie Lenclair auf, in der er selbst auch mitspielt.

Hexenjagd und Hinrichtungen

Der Titel des Songs “Salem, They’re Going to Hang Me” ist eine Anspielung an die Hexenprozesse von Salem, die 1692 in der gleichnamigen Stadt im heutigen US-Bundesstaat Massachusetts stattfanden. Diese markierten den Beginn der Hexenverfolgung in den Kolonien und führten zu einer Reihe von Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen wegen Hexerei.
Auch Hubbel singt in dem Song über „Magic Vodoo Craft“ und spricht über hinter dem Rücken zusammen gebundene Hände und einem Seil um den Nacken. Eröffnet wird das Lied mit einer schnellen Bassline, die sich fast durch den ganzen Song zieht. Begleitet von einer Melodie der E-Gitarre und vereinzelten elektronischen Elementen, geht der Song super ins Ohr.

Der hohe Gesang von Hubbel rundet das Ganze ab. Nachdem der Song vorher schon etwas langsamer und leiser geworden ist, findet ab Minute 4:30 ein Bruch statt. Es werden zunehmend mehr elektronische Beats eingespielt, der Bass verändert sich und die Gitarre spielt vereinzelte verzerrte Riffs.

War es das für Telyscopes?

Der Song „Chernobyl Dog“ ist ein perfektes Beispiel für den Sound von Telyscopes. Ein Mix aus elektronischen Tönen, einer langsamen, teilweise verspielten Gitarre, der sehr hohen Stimme von Hubbel und einem Bass mit Fuzz. Ein sehr gelungenes, experimentelles, aber dennoch strukturiertes Lied.
Mit den Tönen eines besetzten Telefons, die am Anfang und am Ende eingespielt werden, gibt Hubbel dem Song damit einen Rahmen und gleichzeitig eine Anspielung auf den Telefonanruf, der im Text stattfindet.

Darin spricht Hubbel nämlich davon die Band zu verlassen:

I didn't want to have to tell you this over the phone
But things just aren't looking up for me
I'm going to have to quit the band
Yes, I quit Telyscopes

Man kann nur hoffen, dass das lediglich ein ironischer Take oder eine Selbstabrechnung ist. Denn wir wollen auf keinen Fall, dass Telyscopes von der Bildfläche verschwindet. Immerhin liefert er mit The Hobbyist ein durchweg rundes Album, dass uns mindestens noch durch 2018 begleiten wird!

Das Album wurde am 03.12.2017 auf der Seite Bandcamp veröffentlicht, wo es auch für jeden zum Download zur Verfügung steht. Dort kann man selbst angeben, wie viel einem das Album wert ist und somit den Künstler finanziell ein wenig unterstützen.

The Hobbyist ist am 03.12.2017 erschienen.

Platte des Monats

Hinter unserer Platte der Monate Dezember und Januar steckt eigentlich nur eine Person mit wuscheligen Haaren und Nerdbrille. Nämlich der 22-jährige Jack Hubbel aus Philadelphia. The Hobbyist ist bereits sein neuntes Album mit experimentellem Sound zwischen psychedelischem Pop und Postpunk. Oder wie er selbst sagt: Bedroom Pop.

mehr
M94.5 präsentiert

M94.5 Jahrescharts mit Lea Porcelain
Freitag, 15. Dezember 2017
Kranhalle/Feierwerk

Karate Andi 
Monaco Breaks Präsentation
Montag, 18. Dezember 2017
Muffathalle

Wolf Alice
Mittwoch, 10. Januar 2018
Ampere

 

mehr
M94.5 auf Youtube

Der M94.5-Newsletter
Du willst regelmäßig News von M94.5? Dann musst nur deine E-Mail-Adresse angeben! Keine Angst, wir spamen deinen Posteingang auch nicht voll.
 
 
Die afk Familie

M94.5 auf Instagram