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Platte des Monats

Mickey – Overtime [Ink Music]

Autor(en): Anna Rashid am Freitag, 2. März 2018
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Quelle: Ink Music

Mickey – Overtime

Ein Album, das größtenteils in einer verlassenen Hütte in den Bergen entstanden ist. Erinnert doch sehr an Justin Vernon, der sich in eine Jagdhütte zurückgezogen hat und mit einem unfassbaren Album wieder rausgekommen ist. Man könnte fast glauben, dabei müssen automatisch auch zarte Singer Songwriter Töne à la Bon Iver entstehen. Falsch gedacht. Mickey haben sich in ihrer Hütte Inspiration für ein komplett buntes, fröhliches Album geholt.
 

Beim ersten Hören wird schnell klar, dass es keine völlig unbekannte Stimme ist, die da bei Mickey ertönt. Das Duo, bestehend aus Alex Konrad und Klemens Wihilidal, war Teil der österreichischen Band Gin Ga. Mit Mickey verwirklichen die beiden jetzt Ideen, die schon lange existiert haben, für die es aber ein bisschen Mut gebraucht hat. „Einfach machen“, so lautet das Mickey-Motto. Und das funktioniert offenbar ganz gut. Nicht umsonst haben Leyya die beiden Jungs schon mit auf Tour genommen.

Mickey Mouse

Auch bei der Namenswahl galt das Mickey-Motto. Mickey war der erste und einfachste Name, den sich die Wiener ausgedacht haben. Obwohl klar war, dass bei der Google-Suche die Band im Disney Content untergehen würde, wollten sie  „einfach machen".

Time-Out

Nach fünf Jahren Europatour mit Gin Ga sind  Alex Konrad und Klemens Wihilidal im Bandbus von Gin Ga in die Slowakei gefahren. „Klemens and him retreated to their primitive hut in the Slovakian mountains to get rid of all distractions“ heißt es auch im Track „Uhliska“. Der kurze Track ist auch nach dem Örtchen in der Slowakei benannt, in dem ihre Hütte stand. Das war der Ort an dem Mickey sich die Kraft und Inspiration geholt haben, die sie für ihr Album Overtime gebraucht haben.

Andy Warhol der Musik

Wer versucht, die Lyrics in Overtime zu analysieren, wird damit wohl schnell gegen die Wand fahren. Die Texte sind eine Mischung aus Clickbait- und Werbeslogans. Ähnlich wie bei der Kunstrichtung Pop-Art, wird hier mit Zeitgenössischem Konsum gespielt, und die täglichen Medien, die wir konsumieren, behandelt.

Energie pur

Overtime ist ein Album voller Energie. Elf Songs, die man durchaus dem Pop zuordnen kann. Durch den Bass, die vielfältig eingesetzte Stimme und den Einsatz von vielen Samples wird das Ganze jedoch viel komplexer als der gängige Mainstream-Pop. Problemlos faken Mickey einen Motorsound mit ihrem Gesang und binden ihn harmonisch in das Grundgerüst des Songs ein. Alte  Handyaufnahmen vom Piano oder kitschige Gitarrensolos wie in „Uhliska“ machen das Album besonders persönlich. Ein bisschen als würde man Freunden bei einer  Jam-Session im Wohnzimmer zuschauen. Mit Bass und Melodien, die ins Ohr gehen, werden Songs wie „Overtime“ und „In your Face“ zu absolut Tanzbaren Tracks des Debütalbums. Gerade mit vielen hymnenartigen Parts wird das Album ein Träger positiver Vibes. Im letzten Track „Horizon“  zeigt sich die Experimentierfreude von Mickey: Autotune-Gesang, Bass und eine Klaviermelodie harmonieren zum einzigen melancholisch-kitschigen Song des Albums.

 

Overtime erscheint am 16. März bei Ink Music.

 

 

Platte des Monats

„Einmal alles bitte!“ So ungefähr könnte man sich das Album von Oneohtrix Point Never im Plattenladen des Vertrauens bestellen. Stilbrüche sind das eine, aber einen einzigen Song aus verschiedensten Genres zusammenzustückeln, das andere. Und genau das macht sich Oneohtrix Point Never zu nutze, um Musikliebhaber für sich zu gewinnen oder zu verwirren. Unsere Redaktion ist zwar verwirrt, aber das im ganz positiven Sinn. 

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