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DAB+

Wo ist mein M94.5 hin?

Autor(en): Georg Acher (afk Technik Team) am Montag, 4. September 2017
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Quelle: M94.5 / Patchett

Bis zum 1. September 2017 ist M94.5 auf UKW gelaufen.

Konkrete Fakten zu UKW und DAB sind Mangelware. Hier gibt’s Hilfestellung, umfangreiche Hintergründe und nerdige Technik-Details.
 

Wie kann ich jetzt M94.5 hören, wenn ich kein Streaming machen will oder kann?

M94.5 ist schon seit einigen Jahren auch über DAB+ empfangbar. Das bedingt aber ein DAB+-taugliches Radio-Gerät. Die gibt's zu kaufen, wenn auch nicht unbedingt aggressiv beworben.

Auf meinem Radio steht was von "digital", M94.5 bekomme ich aber trotzdem nicht rein.

Wenn das Radio das DAB+-Logo trägt, sollte M94.5 im Empfangsgebiet auch zu empfangen sein, ansonsten hilft ein Sendersuchlauf. Es könnte auch noch ein Gerät aus der vor-DAB+-Zeit sein (vor ca. 2010), dann aber nur mit DAB-Logo. Das kommt mit der neuen Sendetechnik nicht zurecht. Solche "alt-DAB-Geräte” werden aber in Deutschland schon sehr lange nicht mehr verkauft.

Allerdings ist für manche PR-Leute schon das Vorhandensein einer digitalen Frequenzanzeige eines UKW-Radios die Aufschrift "digital" wert, das hilft für DAB aber nicht...

Welche Geräte für DAB+ gibt es und was kostet der Spaß?

Wie immer gilt: Der Preis hat Einfluss auf die Qualität. Das eigentliche DAB-Empfangsmodul kostet nur ein paar Euro, die Gerätekosten kommen im Wesentlichen über die Lautsprecher, das Gehäuse und den Firmennamen.

Einfache Mono-Radios mit DAB+ und UKW-Empfänger im Plastikgehäuse gibt es schon ab 20 bis 30€. Der Klang ist dabei oft aufgrund der kleinen Lautsprecher eher mittelmässig. Man sollte darauf achten, dass es einen Stereo-Ausgang für einen Kopfhörer gibt, vereinzelt ist auch der nur Mono.

Stereo-Radios gibt es ab ca. 40 bis 50€, ab ca. 70 bis 80€ gibt es gute Holzgehäuse mit zweimal fünf Watt Lautsprechern und tauglichen Klangeigenschaften. In dieser Preisregion gibt es üblicherweise Multifunktionsgeräte, die auch noch Internetstreaming über LAN/WLAN, USB-Stick-Wiedergabe und Handy-Musik über Bluetooth haben.

Hier ein paar bekannte Hersteller (ohne Wertung und Anspruch auf Vollständigkeit): Albrecht, August, Dual, Imperial, Medion, Pure, Philips, Panasonic, Sony, Technisat.

Auch Discounter haben als Aktionsangebote immer wieder sehr taugliche Multifunktionsgeräte mit DAB+-Zugabe, zB. Lidl unter der Marke "Silvercrest", Aldi unter "Terris".

Als Komplettsystem bzw. Komponente für die Hifi-Anlage haben die üblichen Verdächtigen (Sony, Philips, Pioneer, Onkyo, Yamaha, ...) auch was im Angebot.

Wie bekomme ich M94.5 per DAB+ ins Auto?

Als Serienausstattung ist DAB+ leider noch selten, meistens gibt es das nur als Option mit sittenwidrigen Preisen (bei der man zwangsweise die Unterbodenheizung und den elektrisch ausfahrbaren Fuchsschwanz mitwählen muss) oder bei hochpreisigen Wagen dazu (Übrigens: Diese Preispolitik ist mit ein Grund für die eher zähe Marktdurchdringung von DAB).

Als Nachrüstung für DIN-Einschübe gibt es DAB+-fähige Autoradios. Hier muss man aber beachten, dass für den DAB-Empfang eine neue Antenne und sehr oft auch eine zweite Antennenleitung nötig wird. Das kann dann in eine Installationsorgie ausarten...

Will oder kann man das eingebaute Radio nicht wechseln, kann man sich einen Nachrüstadapter für DAB+ einbauen. Das sind kleine Kästchen mit Display und Stromversorgung über Zigarettenanzünder. Das Audiosignal wird entweder über einen eingebauten schwachen UKW-Sender drahtlos zum Radio gesendet oder vorzugsweise (falls das Radio sowas besitzt) per Aux-Eingang angeschlossen. Als Antenne wird meistens eine Klebeantenne für die Frontscheibe verwendet, die sich ohne großen Aufwand installieren lässt. Die Preise liegen hier zwischen 60 bis 120€. Teilweise haben diese Adapter auch Bluetooth, sodass Handymusik drahtlos wiedergegeben werden kann.

Wo kann ich M94.5 über DAB+ hören?

Im Gegensatz zur recht schwachen UKW-Frequenz, die für mittelmässige Radios nicht mal bis zur Stadtgrenze gereicht hat, ist M94.5 über DAB+ in einem viel größeren Gebiet in guter Qualität empfangbar. Der Empfang ist mindestens bis zum Umkreis Dachau, Freising, Markt Schwaben, Zorneding, Sauerlach, Gauting und Germering möglich. Je nach Standort geht es insb. im Norden noch deutlich weiter. Auch im Voralpenland gibt es oft an Nordhängen noch guten Empfang. Wir haben einen treuen Hörer über DAB+ in Hausham bei Miesbach(!).

Einen Überblick der Empfangssituation gibt es auf http://empfangsprognose.de. Dort oben rechts bei "Bundesland/Multiplex" den Punkt "Bayern (München, 11C)" auswählen. Allerdings sollte man beachten, dass diese Simulation erfahrungsgemäß der Realität zwar nahekommt, im Keller oder "deep-indoor" der Empfang aber beeinträchtigt sein kann.

Was kann mit DAB+ noch empfangen werden?

Auf http://empfangsprognose.de sieht man auch alle in Deutschland über DAB verteilten Programme mit ihren Sendegebieten. In München sind mehr als 40 Programme empfangbar, darunter fast alle ortsüblichen UKW-Programme. Der Norden Deutschlands war aus politischen Gründen recht lang zögerlich beim DAB-Ausbau, daher gibt es da noch einige größere Lücken.

Und was ist ausserhalb Deutschlands?

DAB ist zwar ein europäischer Standard, wird aber je nach politischer bzw. Medieninteressenslage unterschiedlich aktiv verfolgt.

Ein paar Beispiele:

  • Norwegen schaltet gerade schrittweise UKW ab und setzt voll auf DAB
  • Schweiz, Holland, Belgien, UK, Dänemark und Südtirol haben eine großflächige DAB-Versorgung
  • Frankreich und Italien haben in vielen Ballungsräumen und Touristengebieten DAB
  • Österreich hat bis auf einen Testbetrieb nichts, da die Platzhirsche ORF und Kronehit keine neue Konkurrenz wollen.

Eine vollständige Liste für Europa gibts auf http://ukwtv.de/cms/sender-tabelle-dab-aside.html

Mythen und Fake-News

Aufgrund der technischen Komplexität moderner Übertragunsgverfahren gibt es viele Halbwahrheiten und Mythen, die beim Thema DAB immer wieder hochkochen und eher selten klargestellt werden. Hier mal eine kleine Auswahl:

Mythos #1: DAB klingt schlecht

Bei billigen Radios kann das schon mal an den Mini-Lautsprechern in Plastik liegen, das ist bei einem vergleichbaren UKW-Gerät aber nicht anders.

Generell kann der Programmanbieter bei DAB die Bitrate für seine Ausstrahlung festlegen. Je mehr Bitrate, umso besser der Klang, aber auch umso mehr Betriebskosten. Daher versucht man natürlich, einen Kompromiss zu finden. Manchmal wird zuviel gespart...

Allerdings sind viele Programmanbieter an schlechtem Klang auch selbst schuld, d.h. es liegt nicht nur an der Bitrate. Sie nutzen z.B. das für UKW unbedingt nötige Soundprocessing auch auf DAB und versuchen noch zusätzlich, ihrem Programm mit diversen Audioeffekten einen "unverwechselbaren" Klang zu verpassen. Dies alles stresst die Audiokomprimierung von DAB+ unnötig und führt letztlich zu Matsch, den man sich nicht lange anhören will.

M94.5 macht das alles nicht, im Gegenteil: Wir haben uns absichtlich für weniger Fehlerschutz (d.h. etwas kleineres Empfangsgebiet) und damit mehr Nettobandbreite als alle anderen Sender im Münchner DAB-Paket entschieden. Und Soundeffekte gibt es schon gar nicht. Damit bekommt ihr bei M94.5 einen besseren Klang als bei UKW und die Dynamik genau so, wie sie von den Musikern und Produzenten des Songs gedacht ist.

Mythos #2: UKW rauscht immerhin noch bei schlechtem Empfang, DAB ist einfach weg

Generell richtig, unterschlägt aber das Wichtigste.

Normalerweise hört man keinen verrauschten UKW-Sender länger, weil es nervt. Zum anderen fängt UKW-Stereo-Empfang schon recht schnell zu rauschen an, was durch hohe Sendeleistungen kompensiert werden muss. Tatsächlich ist es so, dass UKW 50 bis 100 mal mehr Sendeleistung als DAB für einen halbwegs störungsfreien Empfang braucht. Oder andersrum: Da wo UKW nur noch rauscht, spielt DAB immer noch ohne Störung.

D.h. Mythos #2 definiert die Störempfindlichkeit von UKW einfach als Feature.

Mythos #3: DAB-Radios brauchen so viel Strom

Es ist richtig, dass DAB-Radios noch etwas mehr Strom brauchen als der simpelste UKW-Empfänger. Bei Billigstgeräten kann das auch unnötig viel mehr sein, das ist aber kein grundsätzliches Technik-Problem. Das ist nur bei rein batteriebetriebenen Empfängern wirklich relevant, die inzwischen kaum noch benutzt werden. Schon bei größerer Lautstärke ist der Mehrverbrauch durch DAB vernachlässigbar.

Mythos #4: Aber im Katastrophenfall ist UKW doch viel besser, weil einfacher

Nicht wirklich. Hier ist bei Vielen leider eine gewisse Naivität über die auch bei UKW vorhandene Komplexität der technischen Infrastruktur vorhanden.

Für "normale" Notfälle ist DAB und UKW gleichwertig. DAB hat auch ein "Emergency Warning System", in dem zwangsweise auf einen Notkanal für Durchsagen umgeschaltet werden kann (ähnlich dem Verkehrsfunk).

Und bei apokalyptische Katastrophen haben UKW und DAB dasselbe Problem: Es fehlt entweder der Strom oder die Signalzuführungen zu den Sendern sind ausgefallen. Und auf Empfängerseite wird es auch nicht mehr viele geben, die ein Kofferradio mit nicht schon ausgelaufenen Batterien in Reserve haben...

Mythos #5: DAB braucht mehr Frequenzen als UKW

Da hat dann jemand mal aufgeschnappt, dass ein UKW-Sender ca. 250 kHz Bandbreite braucht, während es bei DAB ca. 1600 kHz sind. Allerdings überträgt DAB darin 8-16 Programme, damit ist es deutlich effizienter als UKW. Zusätzlich kommt hinzu (siehe unten bei SFN), dass DAB ein Programm von mehreren Sendestandorten mit derselben Frequenz ausstrahlen kann, während UKW immer eine andere Frequenz benötigt.

Mythos #6: DAB+ lebt doch eh nicht mehr lange und wird durch DAB++ ersetzt

In technisch immer schnelllebigeren Zeiten ist es generell so, dass Standards eine begrenzte Lebensdauer haben. Zur Zeit ist aber kein Nachfolger für DAB+ absehbar. Es gibt keine Technik, mit der man noch signifikant mehr Programme pro Sender übertragen könnte, da die Infrastrukturkosten pro Programm der entscheidende Faktor sind. Andere Digitalradio-Standards außerhalb Europas sind da nicht besser. 

Langfristig (in mehr als sieben bis zehn Jahren) wird aber Mobilfunk und Rundfunk technisch verschmelzen.

Mythos #7: Mit DAB+ wird Bezahlradio eingeführt und man kann den Hörer orten

Im DAB-Standard sind zwar Möglichkeiten wie im digitalen Fernsehen zur Verschlüsselung vorhanden, diese werden aber nirgendwo genutzt, es gibt auch keinerlei Radiogeräte die das unterstützen. Aufgrund der generellen Situation des Rundfunks ist es auch nahezu unwahrscheinlich, dass sich da ein vernünftiger Business-Case bietet.

Orten kann man ein reines DAB-Radio auch nicht, das ist ein reiner Empfänger.

Hintergründe für Nerds

Wie ist das mit den Kanälen? Was bedeutet 11C?

DAB sendet im Frequenzbereich des ehemaligen analogen Fernsehens von 175 bis 230 MHz. Dieser Bereich wurde fürs Fernsehen in die Kanäle 5 bis 12 unterteilt. DAB nutzt aber nur ein Viertel eines TV-Kanals, daher gibt es noch eine weitere Unterteilung von A bis D. Der M94.5-Kanal 11C entspricht dabei 220,352 MHz. Dank automatischer Sendersuchläufe braucht man im Normalfall aber weder Kanäle noch Frequenzen.

Warum eigentlich DAB+? UKW tuts doch, oder?

Aus technischen Gründen kann ein Programm bei UKW nicht großflächig auf einer Frequenz ausgestrahlt werden. Jeder Füllsender (z.B. für Täler oder Ballungsräume) benötigt eine andere Frequenz. Das führt zur unglaublichen Situation, dass allein in Bayern jede einzelne BR-Welle schon ca. 40 verschiedene Frequenzen benötigt, insgesamt also 200. Hinzu kommen knapp 50 für Antenne Bayern und nochmal ca. 100 für Lokal- bzw. Regionalprogramme.

UKW liegt im Bereich von 87.5-108 MHz, jeder einzelne Sender braucht minimal 0.25 MHz "Luft" (Bandbreite), starke Sender direkt neben schwachen sollten auch vermieden werden. Die Frequenzplanung für Bayern muss nun diese mehr als 350 Frequenzen inklusive der Koordination der ähnlich vielen Sender angrenzender Länder in diesen 20 MHz so verteilen, dass sich keine Bandbreiten überlappen und keine Sender mit überlappender Bandbreite zu nahe sind. Das ist inzwischen nahezu unmöglich, es gibt gerade für Ballungsräume keine freien Frequenzen mehr, die nicht woanders stören würden ("Planungshölle"). Eine Neuplanung "from-Scratch" (sog. Zero-Base) könnte zwar etwas Luft schaffen, die will aber keiner, weil damit bekannte zur Marke gewordene Frequenzen verloren gehen und sich evtl. auch die Empfangsgebiete verschieben könnten.

Damit ist die UKW-Landschaft aus technischen Gründen quasi nicht mehr veränderbar, neue Programmangebote können nur auf Kosten anderer entstehen. Deshalb ist es auch verständlich, dass die eigentlich so schwache 94.5 MHz-Funzel für die Rockantenne so wertvoll ist.

Diese Entwicklung war Ende der 1980er Jahre schon absehbar, deshalb wurde mit Eureka-147 ein europäisches Forschungsprojekt gestartet, das Möglichkeiten zur digitalen Übertragung erforschen sollte. Ziel war eine "frequenzökonomische" Nutzung, aber auch möglichst störungsfreier Empfang gerade im Auto. Teilnehmer des Projekts waren u.a. die BBC, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), Daimler-Benz, Bosch und Grundig.

Das Ergebnis war 1996 der erste Standard zu "Digital Audio Broadcasting", der bis auf Kleinigkeiten immer noch gilt. Die ersten Autoradios füllten den halben Kofferraum, die für den Empfang benötigte Rechenleistung entsprach zwei bis drei damaliger High-End-PCs. Heutige Empfängermodule haben die Größe einer Briefmarke.

Ein wesentlicher Vorteil von DAB ist, dass mehrere Sendestandorte eines Programms auf derselben Frequenz senden können (Single Frequency Network, SFN), solange sie nicht zu weit entfernt sind (ca. 80 km). Damit wird es möglich, landesweit benötigte Programme auf nur einer Frequenz auszustrahlen. Die Signale der einzelnen Senderstandorte ergänzen sich sogar beim Empfänger.

Auf UKW gibt es Störungen, wenn über Reflexionen (Berge, etc.) ein Sender auf zwei unterschiedlich langen Wegen ankommt (sog. Mehrwegempfang). Auch das stört DAB nicht, Reflexionen zählen als normale Sender und können den Empfang verbessern. Gerade im Gebirge bringt das deutliche Vorteile gegenüber UKW.

DAB wird in einem sog. Multiplex (auch "Ensemble" genannt) übertragen, d.h. eine Sendefrequenz beinhaltet mehrere Programme. Zur Komprimierung der Audiodaten wurde ursprünglich MPEG1-Layer2 (ein Vorläufer von MP3) benutzt. Übliche Bitraten waren so 128-160 kbit/s pro Programm. Damit passten vier bis sieben Radioprogramme in ein Multiplex. Damit war die Verteilung pro Programm immer noch recht teuer.

Da sich bei der Technik der Audiokomprimierung aber gerade nach 2000 noch einiges getan hat, wurde mit DAB+ eine deutlich bessere Komprimierung (AAC-v2) eingeführt. Da sind Bandbreiten zwischen 64 und 128 kbit/s bei vergleichbarer Qualität möglich, daher passen acht bis 16 Programme in einen Multiplex. Das ist der aktuelle Stand der Technik, wesentliche Verbesserungen sind nicht mehr zu erwarten.

Und wer ganz genau wissen will, wie DAB funktioniert, kann sich den DAB-Standard ja mal schnell vor dem Frühstück durchlesen:

http://www.etsi.org/deliver/etsi_en/300400_300499/300401/02.01.01_20/en_300401v020101a.pdf

Was ist der Unterschied zwischen DAB+ und DAB?

DAB+ kann zusätzlich noch die erwähnte AAC-Komprimierung, ist aber ansonsten voll kompatibel zum "alten" DAB. In der Übergangszeit von DAB zu DAB+ wurde ein Mix aus AAC und MP2-Übertragung in einem Ensemble benutzt, sodass “alt-DAB-Geräte” noch eine Weile weiterbenutzt werden konnten. DAB+-Geräte sind auch in Gegenden einsetzbar, in denen (noch) nur DAB gesendet wird (z.B. UK).

DAB ist so alt? Das kann doch nix taugen...

DAB war das eines der erste digitalen Übertragungssysteme, das auf die damals brandneue Modulationstechnik OFDM gesetzt hat. OFDM ist heute *die* Methode für Datenübertragung über längere Strecken, da sie typische Empfangsstörungen gut tolerieren kann. WLAN, ADSL, VDSL, LTE (und ab ca. 2020 dessen Nachfolger 5G), Power-LAN, Bluetooth 3.0 und DVB-T/T2 nutzen alle OFDM.

Es gibt aufgrund des Alters bei DAB ein paar kleinere Schwächen, die aber marginal sind und eher Nerds interessieren. Mit dem Wechsel zur AAC-Komprimierung wurde der Hauptkritikpunkt der geringen Programmanzahl in einem Multiplex beseitigt.

Wenn es so toll ist, warum setzt sich DAB/DAB+ dann in Deutschland nur so langsam durch?

  • Die Empfangsgeräte waren anfangs sehr teuer, für Autos ist das immer noch der Fall.
  • Durch die UKW-Situation sind die Verhältnisse seit fast 20 Jahren eingefahren, die Hörer und damit der Werbekuchen verteilt und bis auf kleinere Schwankungen vorhersehbar. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt. Es wird im Gegenteil gespart, wo es nur geht, also im wesentlich am Personal der Redaktionen. DAB erfordert Investitionen, wirbelt die Hörerverhältnisse durcheinander, erlaubt neue Konkurrenz und Nischensender. Deswegen stehen gerade private Radioanbieter DAB kritisch gegenüber. In Bayern unterstützt daher die BLM die Verbreitung über DAB finanziell, damit überhaupt was passiert.
  • Der DAB-Ausbau liegt in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer. Der Norden Deutschland (insb. der NDR) war relativ lange der Ansicht, dass digitales Radio auch über DVB-T realisierbar ist, u.a. weil dort auch viel für DVB-T entwickelt wurde. Allerdings hatte Radio über DVB-T im Gegensatz zu DAB noch mehr technische Schwächen, sodass 2014 der einzige Regelbetrieb davon in Berlin eingestellt wurde. Erst danach wurde aktiv DAB+ unterstützt.

Noch mehr Infos

Aktuelle Nachrichten für Deutschland, Geräte und sonstige Infos gibt’s im Digitalradioforum:

http://radioforum.foren.mysnip.de/list.php?35326

Platte des Monats

Hinter unserer Platte der Monate Dezember und Januar steckt eigentlich nur eine Person mit wuscheligen Haaren und Nerdbrille. Nämlich der 22-jährige Jack Hubbel aus Philadelphia. The Hobbyist ist bereits sein neuntes Album mit experimentellem Sound zwischen psychedelischem Pop und Postpunk. Oder wie er selbst sagt: Bedroom Pop.

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