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Platten vor die Säue

Xul Zolar - Fear Talk

Autor(en): Viktor Schacherl am Sonntag, 21. Januar 2018
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Quelle: xulzolar.bandcamp.com

Xul Zolar - Fear Talk

Die vier Jungs aus Köln haben nach ihrer EP Tides endlich ihr Debütalbum herausgebracht und legen damit den Grundstein für eine große Karriere.

Die rheinische Domstadt spuckt in letzter Zeit eine talentierte Band nach der anderen aus. Eine davon ist neben AnnenMayKantereit, WOMAN und Keshavara ohne Zweifel auch Xul Zolar. Als Hauptinspirationen nennen sie selbst The Smiths und Talking Heads. Die Achtziger prägen also auch weiterhin die Musikwelt – und das bedeutet nichts Schlechtes. Xul Zolar kreieren eine Klanglandschaft geprägt von Electronica-Elementen und poppigen Parts. Die atmosphärischen Synthies sind so klar produziert, dass sie nicht eingestaubt oder zu gezwungen nach Retro klingen, sondern sind schlicht zeitgemäß.
 
 

Erinnerungen an große Namen der Szene

Die Highlights auf dem Album sind die Momente, in denen das Talent des Drummers besonders zur Geltung kommt und er in Kombination mit knackigen Samples für eine funkige Stimmung sorgt („Pursuit“, „Cloth“). Hinzu kommt die Gitarre, die meistens mit einer gewaltigen Portion Chorus- und Reverb-Effekten aus dem elektronischen Teppich auftaucht und dem Gesamtwerk eine gefühlvolle Note gibt. Nicht zu unterschätzen ist auch das Ohrwurmpotential in mehreren Songs („NYE“, „Vacuum“). Der Sound auf Fear Talk erinnert stark an Sizarr. Nachdem sich die Band aus Landau in der Pfalz seit Anfang 2016 eine Auszeit nimmt, könnte Xul Zolar dieses Vakuum jetzt endgültig füllen. Aber auch Vergleiche mit größeren Acts wie James Blake, Alt-J oder SOHN liegen nahe.
 

Kunst statt Karneval

Textlich gibt sich Frontmann Ronald Röttel vor allem künstlerisch und vage, womit er viel Raum für Interpretationen lässt. Teilweise sind die Lyrics aber auch einfach nur etwas schwer verständlich. Der Musik schadet das nur wenig. Die Stimme passt sich perfekt der Instrumentation an – oder eben andersherum.
 
Alles in allem beweist auch Xul Zolar, dass Köln eben doch mehr als nur eine Karnevalsstadt ist. Fear Talk ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, aber man merkt, dass in Xul Zolar noch einiges mehr steckt. Man darf sich in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit auf noch viele gute bis überdurchschnittlich gute Musik von ihnen freuen.
 
 
Gesamtwertung: 4 von 5 Punkten.
 
 
"Fear Talk" ist am 19.01.18 auf Asmara Records erschienen.
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