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Platten vor die Säue

Swedish Death Candy

Quelle: Hassle Records

Swedish Death Candy

Keine betäubende Süßigkeit oder die nächste gehypte Party-Droge, sondern ein Quartett aus London, das für feinsten Psychedelic-Stoner-Rock steht.

Was sich zunächst nach einer betäubenden Süßigkeit anhört oder der nächsten gehypten Party-Droge, ist im Grunde genommen eigentlich ganz simpel. Hinter dem Namen Swedish Death Candy versteckt sich nämlich ein Quartett aus London, das für feinsten Psychedelic-Stoner-Rock steht. Ihr Debütalbum mit demselben Namen erscheint am 17.11.2017 beim Independent Label Hassle Records. Zuvor hatten Swedish Death Candy bereits 2016 ihre Debüt-EP Liquorice veröffentlicht und die Wartezeit auf das neue Album mit vier Singles versüßt.

Wer steckt dahinter?

Die Musiker nennen zwar London ihr Zuhause, ihre Wurzeln sind mit Ländern wie Südkorea, Italien und dem Vereinigten Königreich dennoch über den Globus verstreut. Trotz ihres Namens kommt keiner der Musiker aus Schweden. Die einzelnen Bandmitglieder – Jiwoon, Francesco, Louis und Marco – verbindet vor allem ihre gemeinsame Liebe zu Black Sabbath und 70er Jahre Psyche-Rock-Bands. Der bunt zusammengewürfelte Haufen versucht sich gerne gegenseitig mit ihren Effekt-Pedalen zu übertreffen, welche auch charakteristisch für ihren Sound sind.

Eine Reise in andere Sphären

Diese zunächst komisch anmutende Kombination funktioniert in ihren Liedern hervorragend. Der Einsatz von verspielten Sound-Effekten ist Hauptbestandteil ihrer Musik, von denen sie auch in Perfektion Gebrauch machen. So wird eigentlich in fast jedem Song auf dem neuen Album von krachenden, drückenden Gitarren-Riffs zu sanfteren Melodien gewechselt, was in einem fantastischen Ensemble an berauschenden Klängen endet. Vor allem Hall, Echos und verzerrte Sounds werden bevorzugt mit eingebaut, um den herrlich hypnotischen und groovigen Sound zu vervollständigen.

Der Song „Living Your Life Away“ ist ein Paradebeispiel für den experimentellen Charakter des Quartetts. Durchzogen mit einem beständigen kräftigen Bass-Lick und einem kontinuierlich wiederkehrenden Gitarren-Riff, wird das Lied immerzu durch spacige und hallende Geräusche ergänzt. Während der Song den klassisch psychedelischen Charakter besitzt wird er dennoch des Öfteren durch poppige Klänge abgelöst, die dann ziemlich schnell wieder mit Hall und Verzerrer zerbrochen werden. Das Ganze katapultiert einen in andere Sphären und klingt ein wenig, als würde man betrunken auf einem Jahrmarkts-Karussell immer rundherum fahren.

Psychedelic-Rock findet sich in jeder Epoche und jedem Jahrzehnt wieder und wird gerne neu interpretiert. So knüpfen auch Swedish Death Candy an die experimentelle Musikrichtung des „Neo-Psyche“ an, der auch Bands wie Tame Impala, Temples oder The Oh Sees angehören. Ihr Debütalbum Swedish Death Candy bietet genau das, was man bei ihrem Namen auch erwarten würde und alle acht Songs sind durchwachsen mit abdriftenden Klangbildern, die einem den Kopf verdrehen. 

Gesamtwertung: 3,5 von 5 Punkten.

"Swedish Death Candy" erscheint am 17. November 2017 auf Hassle Records.

Platte des Monats

Keine Aussicht auf ein Happy End. Auf ihrem zweiten Album setzt sich die 22-jährige Songwriterin aus Memphis offen und direkt mit ihren Depressionen auseinander. Das Ergebnis ist eine nahezu trostlose, aber unheimlich stimmungsvolle Platte, der man sich als Hörer kaum entziehen kann.

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