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Yoni Wolf von Why? im Interview

Ein Gespräch über das neue Album, das Vergessen von Songtexten auf der Bühne und Kritiker mit persönlichen Problemen.
Autor(en): Florian Kiss am Montag, 12. November 2012
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Quelle: © Doctor Popular(docpop)

Am 13.11.12 spielten Why? im Hansa 39. Wir haben Sänger Yoni  getroffen und ein Interview mit ihm geführt.


M94.5: Ihr spielt heute Abend in München. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ihr hier zu Gast seid. Wie gefällt dir denn die Stadt?

Yoni: Ja, es ist wahrscheinlich der sechste Auftritt hier. Ich mag München sehr. Die Stadt ist großartig!

M94.5: Dann hast du bestimmt auch schon unser fantastisches Bier getestet?

Yoni:  Ich trinke eigentlich kein Bier, aber ich habe es früher einmal probiert. Ich finde es gut.

M94.5: Für alle, die bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, einen Live-Auftritt von euch zu sehen: was kann man denn von eurem Auftritt heute Abend erwarten?

Yoni: Erwartet das Unvorhersehbare! Das ist genau mein Ding!

M94.5: Werdet ihr alles live spielen, oder verwendet ihr auch Samples?

Yoni: Nein nein, wir verwenden keine Samples. Wir werden heute Abend zu sechst auf der Bühne stehen. Ich mag es nicht besonders, wenn man bereits vorher etwas aufgenommen hat und dann nur abspielt. Bei uns passiert alles direkt auf der Bühne. Das bedeutet der Begriff „live“ für mich.


Das neue Album

M94.5: Ich habe mich mit einigen Why?-Fans über eure Musik unterhalten und festgestellt, dass es unheimlich schwer ist, euch einer Musikrichtung zuzuordnen. Wie würdest du euren Stil beschreiben?

Yoni: Das versuche ich eigentlich immer zu vermeiden. Wenn mich zum Beispiel jemand im Flugzeug fragt, was ich genau für Musik mache, dann sage ich immer: so etwas Künstlerisches und Vielschichtiges. Ich weiß nicht, was ich da genau sagen soll.

M94.5: In eurer Musik finden sich ja sowohl Hip Hop- als auch Indie-Rock-Einflüsse. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, diese Musikrichtungen miteinander zu verbinden?

Yoni: Ach, das war weniger eine Idee. Das hatte mehr mit natürlichen Ausdruck zu tun. Diese Verbindung steckt einfach in uns.

M94.5: Auf eurem neuen Album „Mumps, etc.“ verwendet ihr ganz unterschiedliche Instrumente. Unter anderem auch ein Cello, Geigen oder eine Harfe. Habt ihr das gesampelt, mit Gastmusikern zusammengearbeitet oder alles alleine eingespielt?

Yoni: Nein, wir arbeiten auch im Studio komplett ohne Samples. Wir spielen jeden einzelnen Teil live ein. Wir haben für diese Stücke mit Gastmusikern zusammengearbeitet. Wir könnten das auch selbst versuchen, aber dann würde es bei weitem nicht so gut klingen.

M94.5: Wie löst ihr das dann, wenn ihr live spielt?

Yoni: Leider haben wir die ganzen Musiker nicht dabei, wenn wir unterwegs sind. Ich wünschte, das wäre möglich.

M94.5: Wenn man sich beispielsweise den Song „Paper Hearts“ von eurem neuen Album anhört, fallen einem ganz besonders die vielen abstrakten Bilder und Metaphern im Songtext auf. Da stellt man sich natürlich die Frage, wie du es schaffst, alle Songtexten im Gedächtnis zu behalten. Ist es dir denn schon einmal passiert, dass du auf der Bühne warst und dir der Text nicht mehr eingefallen ist?

Yoni:  Ja, das passiert hin und wieder einmal. Ich versuche das dann immer zu überspielen. Wiederholung ist da eine ganz gute Möglichkeit, um ein bisschen Zeit zu gewinnen und wieder in den Song zu finden.

 M94.5: Auf eurem neuen Album gibt es neben diesen abstrakten Strophen aber auch vermehrt Refrains, die leicht ins Ohr gehen und sich gut zum Mitsingen eignen. Steckt da das Konzept dahinter, eure neuen Songs poppiger zu gestalten?

Yoni: Nein, das hatte keinen besonderen Hintergedanken. Wir machen einfach das, was sich für uns richtig anfühlt.

M94.5: Bei der Beurteilung eures neuen Albums gehen die Meinungen stellenweise sehr weit auseinander. Während Allmusic euer Album mit 9/10 bewertet, gibt Pitchfork, die eure bisherigen Alben eigentlich immer sehr positiv aufgenommen haben, nur eine 2.8/10. Wie geht ihr mit solchen Kritiken um?

Yoni: Ich finde, dass unser Album eigentlich insgesamt sehr positive Bewertungen bekommen hat. Ich habe die Pitchfork-Rezension auch gelesen und ich fand sie ein wenig kindisch und vom Thema abweichend. Der Kritiker scheint offenbar ein persönliches Problem mit mir zu haben. Ich weiß nicht, vielleicht habe ich ihm in der Vergangenheit irgendetwas getan. Ich habe früher viel Blödsinn gemacht. Aber was soll’s, ich nehme diese Rezension auch gar nicht so ernst.

Ich habe prinzipiell auch nichts gegen negative Rezensionen, solange sie gut geschrieben sind und objektiv bleiben. Die haben mir nämlich gezeigt, wo ich noch Defizite habe und mir wirklich weitergeholfen.

 

Yoni Wolf persönlich


M94.5: Wie bereits angesprochen, zeichnet sich eure Musik  dadurch aus, dass ihr sehr viele verschiedene Stilrichtungen miteinander kombiniert. Gibt es denn etwas, was du in deiner Freizeit sehr gerne hörst und auch Inspiration daraus ziehst?

Yoni: Ich mag eigentlich wirklich sehr vieles. Ich bin ein sehr offener Hörer. Was ich gerade am liebsten höre, hängt aber meistens von meiner Laune ab.

M94.5: Was war denn dein erster Kontakt mit Musik? Über welche Band hast du hauptsächlich zur Musik gefunden?

Yoni: Ich bin hauptsächlich mit religiöser Musik groß geworden. Mit 13 habe ich dann die Beatles, Neil Young, Van Morrison und Crosby, Stills & Nash entdeckt. Viele Alben aus den 60ern/70ern also.

Bob Dylan war dann eine ganz, ganz wichtige Entdeckung für mich.

M94.5: Hast du aus der Beschäftigung mit Bob Dylan auch Inspiration für deine eigene Musik gezogen? Vor allem was die Songtexte betrifft?

Yoni: Ich denke schon! Er war tatsächlich der erste Künstler, bei dem ich auch vermehrt auf die Lyrics geachtet habe. Ich hab ihn als 14-Jähriger total bewundert und mag seine Musik auch jetzt noch sehr! Ich wollte dann auch so sein wie er! Das war wirklich ein großer Einfluss!

 

Foto: docpop unter CC-BY 2.0

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