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HGich.T live im Strom

Raverkinder unter Strom

Autor(en): Leoni Klinger am Samstag, 19. Mai 2018
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Quelle: M94.5

HGich.T "Kinder der Raver" live im Strom

Goa und Exzess. Das Hamburger Künstlerkollektiv HGich.T war mit seiner „Kinder der Raver“-Tour in der Stadt und rief zum absurden Spektakel.

Wer sich am 18. Mai auf den Weg ins Strom gemacht hat, wusste zumindest eins: Das wird keine gewöhnliche Nacht. Es versammelten sich altbewährte und neue Anhänger des Kollektivs, um die nächsten Stunden im absoluten Ausnahmezustand zu verbringen. Hier folgt eine Sammlung von Eindrücken des Konzerts.

Kunst im Raum, Kunst am Menschen

Der Club ist kaum wiederzuerkennen, den ganzen Raum durchzieht ein in Schwarzlicht gehülltes Netz aus neonfarbenen Schnüren: interaktive Deko, die sich schon während der Pre-Party in den Stunden vor dem Konzert kontinuierlich mit dem zu Goa pulsierenden Publikum verbindet. Es findet sich nach kurzer Zeit an Brillen, Ohren, Hälsen und Händen wieder.

Mehr als die Hälfte der Leute tragen gelbe und orangene Warnwesten, viele haben sich nach HGich.T-Manier in Schale geworfen. Netz, Trash, Männer in Sommerkleidern oder in Polizeiuniform mit Elfenohren – die starke Identifikation des Publikums mit dem Künstlerkollektiv ist bemerkenswert.

Der Merch-Stand besteht in erster Linie aus einem mit Farbklecksen, Pinseln und Schablonen übersäten Tapeziertisch. Wer will, kann sich von HGich.T-Mitgliedern persönlich anpinseln lassen. Sterne, Herzen, Kriegsbemalungen: Kunst am Menschen, wenn man so will, durchaus mit sehr viel Sorgfalt und Zuwendung. Das Publikum wird zu einem einzigen Neon-Tribe. So mancher bekommt am Schminktisch noch vor Beginn des eigentlichen Konzerts ungefragt eine Kiefer- oder Kopfmassage – das Kollektiv kümmert sich wirklich um die Fans, mag man meinen.

Interaktiver Spektakel-Exzess

Dann geht es los. 23 Uhr, Stagetime. Von der ersten Sekunde an explodiert der Mob: Pogo, Pogo, Pogo. Mit Herz, viel Bier und Schweiß. Die Menge verschmilzt zu einem rumorenden Strudel. Wird jemand ausgespuckt, kann er sich abseits des Pogos mit Obst und Früchten stärken lassen. Vor der Bühne tut sich eine Szene wie eine Raubtierfütterung auf: ganze Trauben-Stauden hängen an HGich.T-Händen über den Köpfen des Publikums, gierige Münder schnellen nach oben.

„Jump, jump, festhalten!“ Das ganze Konzert ist ein einziger Stagedive. HGich.T-Sänger Vhagvan Svami schwebt während seiner Performance meist auf den Händen des Publikums. Das Mikrokabel spannt sich durch den ganzen Raum und wird von der Menge sorgfältig, wie eine Girlande, in die Höhe gehalten. Währenddessen wird auf der Bühne jongliert, geknutscht, gebrüllt. Das Publikum brüllt seinerseits verblüffend textsicher mit.

DJ Hundefriedhof hält sich eher im Hintergrund, die HGich.T-Mädels schweben wie Elfen über die Bühne und übers Publikum. Wenn Dr. Diamond nicht gerade Leute mit einer Analogkamera fotografiert, performt er splitternackt exzessive Fake-Gitarrensolos.

Zwischendurch gibt es Geschenke. Inkontinenz-Windeln als Outfit-Accessoires fliegen von der Bühne in die Menge, kurze Zeit später sind sie bereits über die durchgeschwitzten Hosen einiger Konzertteilnehmer gezogen. Kurz vor Schluss gibt’s noch eine Kunstauktion. Die Leinwand mit Neon-Phallus wird an den Höchstbietenden versteigert.

Acid-Aftershow

Spätestens nach dem Konzert verschwindet jegliche Trennung von Publikum und Künstlerkollektiv. Die Bühne wird zum Dancefloor für alle. Goa, Goa, Goa. Die „Acid Aftershowparty“ lässt bis in frühe Morgenstunden kein Entrinnen.

Alles in allem: Ein spektakuläres Happening, das jedem einzelnen aktiven Konzertteilnehmer am nächsten Tag sicher noch in den Knochen steckt. Wärmste Empfehlung – man muss es erlebt haben!

 

 

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HGich.T "Kinder der Raver...
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