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Show Me The Body live im Sunny Red

"Music to fuck and fight to it"

Autor(en): Niklas Münch am Samstag, 13. Mai 2017
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Quelle: http://www.propeller-music.com/

SMTB

Das New Yorker Trio Show Me The Body macht auf seiner Europa Tour am 5.6. Halt in München und demonstriert seinen brachialen Hardcore Mix.

habeas corpus noun [U] /ˌheɪ.bi.əs ˈkɔː.pəs/
“a legal order that states that a person in prison must appear before and be judged by a court of law before he or she can be forced by law to stay in prison“ Cambridge Dictionary

Der Habeas Corpus Act, 1679 vom britischen Parlament unter König Charles II. eingeführt, der erstmals Verhafteten Rechte zusprach und verhinderte, dass Menschen ohne Begründung eingesperrt wurden, hat die Grundlage für den heutigen Rechtsstaat gelegt.
Doch was hat das nun mit der New Yorker Band Show Me The Body zu tun? Viel, wenn man den Aussagen der Band glauben will. Das Trio hat zum einen ihren Namen von dem historischen Beschluss entnommen (ein dilettantischer Übersetzungsversuch nachdem sie den Namen im Highschool Unterricht aufschnappten). Zum anderen, weil sich Show Me The Body nicht nur als Musiker sondern auch als Aktivisten verstehen.

Leben im Zero Tolerance Policy Amerika

In einem New York, in dem nach der Nulltoleranzstrategie auch kleinste Vergehen zur Abschreckung hart bestraft werden, stellen sich Show Me The Body quer. Sie kritisieren Polizeiwillkür und die damit einhergehende, oft rassistisch motivierte, unverhältnismäßige Gewalt, wie sie schon in ihrem Namen anspielen. Indem sie zum Beispiel im Video zu ihrem Song „Chrome Exposed“ Aufnahmen von Misshandlungsfällen durch die Polizei schneiden.
Als Teil vom New Yorker Kollektiv Letter Race, dem unter anderem auch die Rapper Ratking angehören, setzen sie sich für Offenheit und Diversität ein und positionieren sich klar gegen jegliche Art von Diskriminierung. Ein weiterer Dorn im Auge ist ihnen die Kommerzialisierung der Subkulturen und die Verdrängung jeglicher alternativer Szenen, die sich nicht zu einer Ware machen lassen wollen. Daher vermeiden sie in den angesagten Clubs zu spielen und suchen sich ungewöhnliche Locations für ihre unangemeldeten Guerilla-Gigs.

Mit im Musikvideo: Aufnahmen von Handykameras, die Übergriffe von Polizisten zeigen

Musik wie ein brodelnder Kessel

Offenheit und Diversität versuchen Show Me The Body auch in ihrer Musik zu verkörpern. Ihre Wurzeln haben sie klar im Hardcore, mit in den melting pot schmeißen sie aber auch andere Zutaten wie bassgeladene Beats, spoken Word Passagen vom Frontsänger Julian Pratt und Hip Hop. Dazu gehen sie auch technisch an ihre Grenzen, indem sie ihre Instrumente solange malträtieren bis ein ungewöhnlicher Sound entspringt. Außergewöhnlich ist auch, dass sie Samples von eigenen Demos, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, einsetzen und Fronter Pratt auf ein elektrifiziertes Banjo eindrischt. Passend dazu auch Bassist Harlan Steeds Aussage:

“Some of the best shit comes from fucking machines up. When shit sounds like it’s breaking, I’m usually very excited.”

Das Ergebnis ist ein hochexplosives Gebräu, das sie dann auch bei Konzerten hochgehen lassen. Frontsänger Julian Pratt formuliert dabei ihre Mission so:

“We have to find discordance within harmony, find the horror within the pop song. Find the terror within the shit that everyone will feel. If it sounds right I should wanna both fight to it and fuck to it.”

Ob beim Konzert die Crowd dann tatsächlich gleichzeitig koitieren und prügeln möchte, davon überzeugt man sich am besten selbst bei ihrem Gig im Sunny Red im Feierwerk am 5. Juni.

Show Me The Body

05. Juni 2017

Einlass: 19:30

Live im Sunny Red

VVK: 12 €

Präsentiert von M94.5.
 

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