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Torres im Ampere

Eine musikalische Zeremonie

Autor(en): Alexander Schumacher am Freitag, 3. November 2017
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Quelle: Ashley Connor

Mackenzie Scott alias Torres

Rauch und Lärm: Torres macht am 16. November die Bühne zu einer Stätte für rituelle Experimente. M94.5 präsentiert das Konzert im Ampere.

Eine junge Frau mit silberglänzendem Haar, eine glühend rauchende Wurzel in der von sich gestreckten Hand. Sie schaut, wie hypnotisiert, starr nach vorne. Die Bühne verschwimmt in süßlich riechendem Dunst. Die letzte Show von Torres in München begann wie eine musikalische Zeremonie. Sie wirkte wie ein surreales Ritual, in das die Zeremonienmeisterin Torres die Zuschauer mit ihrer vollen Kraft hineinzog.

Emotionale Bipolarität

Torres heißt im wahren Leben Mackenzie Scott und wird gelegentlich als die neue PJ Harvey gepriesen. Sie wuchs im konservativen Süden der USA auf – in Georgia. Nachdem sie von ihren Eltern eine Akustikgitarre geschenkt bekommt, verstaubt diese erst mal eine Zeit lang in der Ecke. Sie interessiert sich mehr für die Flöte und für Sport. Erst in der Highschool holt sie die Gitarre wieder hervor und beginnt über erste selbstgelernte Akkorde erste selbstgeschriebene Texte zu singen. Ihre Stimme und ihre Gitarre werden zum Vehikel ihrer Gefühle.

In ihrer Musik bewegt sie sich ständig in einem emotionalen Spannungsfeld zwischen eiserner Härte und sanfter Zerbrechlichkeit. Sie erschafft darin verträumte Klangwelten, die sich mit Grunge-Brettern abwechseln. Ihr Debütalbum "Torres" ist eine Symbiose aus zart flirrenden Gitarren mit schreddernden Riffs. Über allem herrscht aber immer ihre übermächtige Stimme. Die musikalische Bipolarität zwischen filigran und ohrenbetäubend treibt sie auf ihrem gefeierten Zweitling „Sprinter“ zur Perfektion. Auf ihrem neuen Album „Three Futures“ wiederum hat sie sich vom Surrealismus beeinflussen lassen.

 

Hart und Zerbrechlich

Eine gewisse surreal wirkende Anmut ist auch bei ihren Bühnenshows spürbar. Torres wirkt in einem Moment unbezwingbar stark, wenn sie auf ihre Gitarre eindrischt, und im nächsten Moment klein und verletzlich. Sie wispert in sich gekehrt, dann wieder schreit sie alles heraus. Besonders in den zerbrechlichen Momenten, wenn sie ganz alleine auf der Bühne steht, ihre Gitarre zupft und dazu singt, versprüht sie eine emotionale Nahbarkeit, die eine ungeheure intime Energie erzeugt. Wer sich auch in diesen träumerischen Sog hineinziehen lassen will, ist gut beraten, am 16. Oktober ins Ampere zu kommen, um Zeuge dieser musikalischen Zeremonie zu werden.

 

Torres am 16. November im Ampere

Beginn: 20:30 Uhr

Tickets: 18,70 Euro im Vorverkauf

Präsentiert von M94.5

 

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