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M94.5 Filmkritik

Wird der denn nie alt?

Autor(en): Veronika Silberg am Mittwoch, 1. August 2018
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Quelle: © 2018 Paramount Pictures. All rights reserved.

Warum Tom Cruise mit 56 immer noch aus Flugzeugen springt und wieso ihm so viele dabei zusehen - der neue Mission-Impossible-Film "Fallout".

Endlich ist es soweit: Der lang ersehnte neue Mission Impossible ist da. Der sechste, oder war es der siebte… oder vielleicht doch schon der neunte?? In der sowieso schon von Actionfilmen überfluteten Kino-Welt ist es da gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Grund genug zu überlegen, warum wir Actionfilme überhaupt so gerne sehen. 
Ist es der Nervenkitzel? Sind es die Explosionen? Oder ist es der Held an sich, der auf spektakuläre Art und Weise sein Leben aufs Spiel setzt, um aus Selbstlosigkeit die Welt zu retten. Natürlich hat so ein Actionfilm auch noch mehr zu bieten: In eindrucksvollen Shots werden glamouröse Hauptstädte präsentiert, es gibt Verfolgungsjagden, Schüsse, gleichmäßig verstreute Plot-Twists - und ein Touch Humor und Romanze dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Actionfilm bleibt Actionfilm

Auch Mission Impossible 6 - Fallout ist nach diesem Rezept aufgebaut. Denn, wie soll es auch anders sein: „The End you've always feared is near“ (Bösewicht Solomon Lane/Sean Harris) - und Tom Cruise alias Ethan Hunt soll die Sache mal wieder richten. Auf dem Weg durch Paris und London ist die unmögliche Mission diesmal: verhindern, dass der Bösewicht eine unzerstörbare Massenvernichtungsbombe bekommt.

Ergänzt durch die zwei zugegebenermaßen sehr gut aussehenden neuen Cast-Mitglieder Vanessa Kirby (The Crown) und Henry Cavill (Superman) wird der Plot mit allen Mittel verkompliziert. So umschließt er über zweieinhalb Stunden hinweg die aufwendig produzierten Action-Szenen, in denen Hunt aus einem Flugzeug springt, Bösewichte auf der Toilette verprügelt, mit dem Motorrad lässig durch den Gegenverkehr brettert und schließlich von einer Klippe in Indien baumelt.

Handgemachte Stunts

Man muss an dieser Stelle zugeben: Beeindruckenderweise kann Cruise das ziemlich gut, das mit den Hubschraubersprüngen, dem Motorradfahren, den Stunts. Und machen wir uns nichts vor, genau darum geht es ja letztendlich in Mission Impossible: Die spektakulären Stunts. Sie sind es, die uns am Ball halten und durch den Film ziehen. Sie sind, und das ist manchmal wirklich kaum zu glauben, alle von Cruise selbst und tatsächlich vor Ort gedreht! Mit ihm und Regisseur Christopher Mc Querry (von Cruise liebevoll nur McQ genannt) haben sich zwei Freunde ihren Traum-Abenteuer-Spielplatz kreiert und gehen dabei selbst an die Grenzen des Möglichen. So zeigt Mission Impossible nicht nur, wie weit Superheld Ethan Hunt für die Menschheit gehen würde, sondern auch, wie weit Schauspieler Tom Cruise fürs Publikum geht - und das trotz stolzen 56 Jahren.

Handwerk ist hier das Stichwort, denn die aufwendigen Szenen funktionieren wunderbar und machen den Film zu einer gut-geölten Entertainment-Maschine, wenn auch etwas glatt und austauschbar. Ein bisschen wie ein schick designtes Computerspiel, sind die Szenen in verschiedenen Leveln durchgestuft. Wir wissen schließlich, dass Ethan Hunt das Unmögliche wieder einmal möglich machen wird. Nur, wieviele Versuche und Rückschläge er bis dahin einstecken muss, oder welcher seiner Kameraden am Ende am meisten verzichtbar ist und deswegen zwischendrin der Spannung wegen abgemurkst werden darf, bleibt spannend.

Und warum schau ich mir das jetzt an?

Lobenswert ist da letztendlich, dass Fallout sich seiner selbst sehr bewusst scheint. Der Film will ein gelungener Mission Impossible-Film sein, nicht mehr und nicht weniger. Er folgt bewusst den klassischen Mustern und versucht nicht gezwungenermaßen, mehr als Action und Spannung zu vermitteln. Das macht ihn auf jeden Fall zu einem der besseren Mission-Impossible-Filme, was ja bei endlos-Sequels alles andere als selbstverständlich ist.

Mit richtig guten Agenten- oder Spionagefilmen, subtiler Spannung oder gar wirklicher Überraschung hat das nichts zu tun. Wenn aber abschließend die epische Titelmelodie der Reihe ertönt, ist es irgendwie doch beruhigend zu wissen, dass es Konstanten wie Tom Cruise gibt, die sich trotz Skandalen durchsetzen und nochmal und nochmal die Welt für uns retten. Und dass, in seiner Einfachheit und Austauschbarkeit, Mission Impossible 6 doch mindestens genauso gut funktioniert wie seine Vorgänger. Letztendlich ist gelungenes Unterhaltungsfernsehen ja gerade dazu da, das Unmögliche möglich zu machen.

Ob das aber in 4 Jahren dann wirklich nochmal Tom Cruise sein muss? 

Mission Impossible: Fallout ist ab 02. August 2018 im Kino zu sehen.

Platte des Monats

Auf den Ehrenplätzen der Rubrik „Wörter, die es nur im Deutschen gibt“ sitzt seit jeher die feucht-fröhliche „Schnapsidee“. Sie beschreibt treffend wie kein anderes Wort das, was entsteht, wenn drei befreundete Musiker*innen auf einer Geburtstagsparty einen über den Durst trinken und dann beschließen eine Band zu gründen. Aus einer solchen Schnapsidee wurde auch das Bandprojekt Phantastic Ferniture um Sängerin Julia Jacklin, das auf seinem gleichnamigen Debüt den Emotionsreichtum der Adoleszenz in leichtfüßig schwankender und wunderbar wärmender Gitarrenmusik feiert.

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M94.5 präsentiert
Sa/So, 08./09. September 2018
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Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Neuhauser Musiknacht
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