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Watermark auf dem DOK.fest

Dokumentarfilm ohne Botschaft
Autor(en): Kristin Pfeuffer am Sonntag, 11. Mai 2014
Quelle: © Edward Burtynsky

Trockene Flussbetten, mahnende Indianer und chinesische Staudämme. Ein Film über ein bekanntes Thema aus einer bereits bekannten Perspektive.

Wenn in den ersten Szenen des Films eine alte Mexikanerin davon berichtet, wie viele Fische einst in dem heute trockengelegten Colorado River lebten, hofft man auf einen Film der Stellung bezieht. In einer Zeit in der wir um den Verbleib lebenswichtiger Ressourcen bangen und Kriege um Wasser prophezeit werden, muss sich ein Dokumentarfilm über Wasser positionieren. Doch das tut Watermark leider nicht. 

Aufnahmen von überdimensionalen Baustellen chinesischer Riesenstaudämme auf der einen Seite und Bilder von naturbelassenen kanadischen Flusstälern auf der anderen Seite werden auf dieselbe bildästhetische Ebene gebracht. Das ist problematisch, denn der Film liefert dabei kaum zusätzliche Information. Zwar werden in den wenigen Statements von Personen aus aller Welt, deren Leben unmittelbar vom Wasser bestimmt wird, Probleme und Gefahren angesprochen, aber es fehlen Fakten. Zum Beispiel werden Forscher gezeigt, die im arktischen Eis Erkenntnisse über die Erde vor 10.000 Jahren gewinnen wollen. Was ihre Forschung letztendlich für Ergebnisse mit sich bringt, geht im Film aber völlig unter.

Watermark - Ein Foto-Film

Regisseurin Jennifer Baichwal hat zusammen mit dem renommierten Fotografen Edward Burtynsky ein durchaus beeindruckendes Bilderwerk geschaffen. Damit gewähret sie dem Zuschauer unkommentierte Eindrücke rund um die Problematik, dass der Mensch immer wieder in den Zuyklus des Wassers eingegreift. Dem Film fehlt jedoch ein eindeutiges Format. 


Geht es um den problematischen Umgang der Menschen mit dem Wassers? Oder ist es ein Film über einen Fotografen, der zur Abwechslung mal einen Film macht? Das dynamische und gewaltige Element Wasser wird nämlich immer wieder sehr statisch dargestellt. Diese Art der Luftbildfotografie kennt man zu genüge aus der Hubschrauberperspektive bei Yann Arthus-Bertrand oder den Bildern, die uns heute in jedem Film Kamreadrohnen liefern. Hinzu kommt, dass immer wieder Fotograf Burtynsky gezeigt wird, wie er Druckfahnen für seinen neuesten Bildband überprüft. Das interessiert niemanden und so verlieren die Szenen in einer schwäbischen Druckerei jeglichen Bezug zum Thema Wasser.

Die Botschaft braucht eine neue Art der Vermittlung

Natürlich regt Watermark zum Nachdenken an. Doch die Botschaft, dass die Menschen lernen müssen sich zurückzunehmen und an die Gegebenheiten der Natur anzupassen und nicht umgekehrt, muss heute innovativer vermitteln werden. Die mahnenden Worte eines hübschen Vorzeigeindianers im Kanu, über den Kreislauf des Wassers, der Himmel, Erde, Mensch und Tier vereint, rütteln heute keinen mehr wach.

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