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Meine schöne innere Sonne

Autor(en): Jaya Mirani am Mittwoch, 13. Dezember 2017
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Quelle: © Pandora Film

Die niedergeschlagene Künstlerin Isabelle.

Freundschaft plus und One-Night-Stands gibt's nur in den Twenties? "Meine schöne innere Sonne" beweist das Gegenteil!

Im Leben der französischen Künstlerin, gespielt von Juliette Binoche, fehlt etwas - und zwar die große Liebe. Isabelle ist 50 Jahre alt und geschieden. Sie gibt aber die Hoffnung nicht auf, eines Tages noch den Mann ihrer Träume zu finden. So beginnt sie eine Affäre mit einem verheirateten Banker, der die eigentlich so emanzipierte Frau sehr abwertend behandelt. Er macht ihr einerseits klar, dass er seine Frau für sie nie verlassen wird. Gleichzeitig will er aber nicht auf weitere Nächte der Zweisamkeit verzichten. Kurz darauf sucht sie Leidenschaft und Geborgenheit bei einem Schauspieler. Der bringt aber weniger die große Liebe als vielmehr Verwirrung in das Leben der Hauptdarstellerin.
Die Künstlerin stolpert so von einer Affäre zur nächsten, ohne, dass sie findet, wonach sie sich so sehnt.

Hochkarätige Schauspieler

Isabell ist innerlich hin und hergerissen. Im einen Moment ist sie zufrieden mit dem, was sie gerade macht. In der nächsten Sekunde bereut sie alles zutiefst. Juliette Binoche wird diesem Wirrwarr an Gefühlen mehr als gerecht und verkörpert die Rolle der niedergeschlagenen Künstlerin perfekt.
Ein Highlight des Films ist der Gastauftritt von Schauspieler Gerard Depardieu. Er brilliert in der Rolle des Wahrsagers, den Isabelle in den letzten Szenen des Films verzweifelt um Hilfe bittet. Depardieu strahlt Ruhe und Harmonie aus, die der so Film dringend benötigt. So bildet er den Gegenpol zur emotionsgeladenen und temperamentvollen Isabelle. Seine Ratschläge bringen wenigstens ein bisschen Licht in Isabelles chaotisches Liebesleben.

Wollknäuel statt roter Faden

Isabelle und ihre Liebhaber sorgen für Verwirrung. Der komplette Film hat keinen roten Faden, an dem sich der Zuschauer in diesem ganzen Chaos festhalten könnte. Es werden sogar teilweise Geschichten nur angerissen, dann aber nicht zu Ende erzählt. Am Schluss weiß man gar nicht mehr, wie die Szene die eigentliche Handlung hätte vorantreiben sollen.
Vor Intimität wird auch nicht zurückgeschreckt, denn obwohl dieser Film ab 12 Jahren freigegeben ist, startet das Drama sofort mit einer sehr ausgiebigen Bett-Szene, die einfach nur unnötig ist. Ebenso sollten manche Ausdrücke eher zensiert werden, da oft ziemlich vulgär gesprochen wird.

Der Schluss des Dramas von Claire Denis zieht sich ewig hin und lässt einige Fragen offen. Eines ist aber sicher: Ein Happy-End für Isabelle gibt es nicht! Ein Pluspunkt des Films ist aber, dass er uns lehrt, immer auf sein inneres Bauchgefühl zu hören, wenn es um die Liebe geht.

"Meine schöne innere Sonne" läuft ab dem 14. Dezember im Kino.

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