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Flüchtlinge im Film

Mediterranea

Autor(en): Elisabeth Pohl am Sonntag, 27. September 2015
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Quelle: © DCM

Ayiva und Abas auf dem langen Weg zu einem neuen Zuhause.

Glück und ein besseres Leben. Danach streben viele Flüchtlinge. Was erwartet illegale Einwanderer von ihrer Reise? Diese Frage stellt „Mediterranea – Refugees welcome?“.

Lange Fußmärsche, Überfälle und skrupellose Schlepper. Die Reise nach Europa ist nicht ungefährlich. Trotzdem wagen sich Ayiva und sein Kumpel Abas aus Burkina Faso auf den beschwerlichen Weg. Ihr Ziel: Ein besseres Leben, Arbeit, finanzielle Sicherheit. Durch den Einsatz einer subjektiven Kamera bekommt der Zuschauer das Gefühl, dass er gemeinsam mit den Flüchtlingen unterwegs ist. Während der Reise wird weitgehend auf Musik verzichtet. Stattdessen reichen Geräusche und Dialoge. Das ganze Unternehmen wird dadurch viel realistischer. Der letzte gefährliche Abschnitt ist die beinahe tödliche Überfahrt mit einem Schlepperboot.

Ankunft mit gemischten Gefühlen

Im letzten Augenblick können die beiden Protagonisten gerettet werden. In Italien angekommen müssen Ayiva und Abas feststellen, dass das Leben dort nicht so einfach und unbeschwert ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Sie wohnen in einem Verschlag und arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen auf einer Orangenplantage. Während Ayiva sich bemüht, das Beste aus der neuen Situation zu machen, ist Abas schlicht und einfach enttäuscht. Immer wieder gibt es Konflikte zwischen den Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung. Sie setzen vor allem dann ein, wenn die Einwanderer versuchen, alle Sorgen hinter sich zu lassen und das Leben zu feiern.


Der Filmtrailer zu „Mediterranea – Refugees welcome?“.

Authentisch und nah erzählt

Der Film ist mehrsprachig mit deutschen Untertiteln. Dadurch wird er aber nicht weniger verständlich. Gerade der Konflikt zwischen den Kulturen und die Sprachbarrieren werden so viel authentischer dargestellt. Immer wieder ist Ayivas Kopf in Nahaufnahme zu sehen, seine Mimik ausdruckslos. Er scheint zu überlegen, ob seine Entscheidung, auszuwandern, die richtige war. Gespräche mit seiner Tochter, die noch in Burkina Faso ist, stimmen ihn noch wehmütiger.

Ayiva ist hin- und hergerissen. So ist seine Beziehung zum Plantagenbesitzer stellenweise fast freundschaftlich. Andererseits beteiligt er sich aber auch an den Straßenunruhen, nachdem zwei Einwanderer erschossen worden sind. Gespielt wird seine Rolle von Koudous Seihon, der selbst aus Burkina Faso kommt und sich nach Italien durchgeschlagen hat. Durch diese Erfahrungen kann er Ayiva und seine inneren Konflikte umso überzeugender darstellen. Insgesamt gibt der Film ein gelungenes, sehr eindrucksvolles Bild der Flüchtlingsproblematik aus der Sicht der Einwanderer und regt damit zum Nachdenken an. Neben der dezenten, nur stellenweise eingesetzten Filmmusik, sticht immer wieder ein Lied hervor: Rihanna singt „We found love in a hopeless place“, eine Art Hymne der Immigranten. Angesichts des Konflikts mit den Einheimischen wird das Lied jedoch ziemlich ironisch und bekommt einen bitteren Beigeschmack.

„Mediterranea – Refugees welcome?“ startet am 15. Oktober in den deutschen Kinos.

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