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M94.5 Theaterkritik

Glücklich bis ins Koma

Autor(en): Malin Klinski am Sonntag, 20. Mai 2018
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Quelle: © Volkstheater

Die schöne neue Welt wird von einer künstlichen Sonne in Szene gesetzt

Mit der Inszenierung von Aldous Huxleys “Schöner Neuer Welt”, versucht das Volkstheater die großen Fragen unserer Zeit zu beantworten.

Wollen wir nicht alle nur glücklich und zufrieden sein? Streben wir nicht alle nach einer Welt ohne Kriege, Nöte und Krankheiten? „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley ist ein Klassiker der Weltliteratur und der Vorreiter für unzählige Dystopien, die sich an dem Werk orientieren. Zu sehen ist es im Moment im Münchner Volkstheater, inszeniert von dem 25 Jahre alten Regisseur Felix Hafner. Seit der Stoff im Jahr 1932 aufgeschrieben wurde, hat er nichts von seiner Brisanz eingebüßt und ist gerade wieder aktueller denn je. Politische Debatten wie die um das Polizeiaufgabengesetz entfachen momentan viel Protest in der Bevölkerung. Ein jeder muss sich heute mit Fragen zum Thema Datenschutz auseinandersetzen und wie der technische Fortschritt unser Leben in Zukunft prägen wird. In welcher Welt werden wir uns im Jahre 2540 befinden und wie können wir sie heute noch mitgestalten?

Happy Feelings

Hafners Inszenierung zeigt wie die Menschen in der schönen neuen Welt mit ganz viel Latex und Lady Gaga Vibes monoton tanzen. Im Hintergrund strahlen einem aus einem symmetrischen Kreis künstliche Lichter entgegen. Dank ganz viel promiskuitivem Sex und Drogen sind in der schönen neuen Welt alle zufrieden. Egal in welcher Kaste sich der Mensch nach der künstlichen Geburt wiederfindet, ob als Alpha oder niedriger Epsilon, von klein auf wird indoktriniert, dass der Status-Quo gerade richtig ist. Kommt doch ein wenig Unmut auf wird die überall erhältliche Droge „Soma“ konsumiert und schon sind die „Happy Feelings“ wieder zurück. Essentiell ist das Kollektivdenken, Individualität macht unglücklich und einsam. Das Mantra wird von den jungen Schauspielern im ständig wiederholtem Gleichschritt gleichmütig wiederholt:

"We are twelve; oh, make us one,
Like drops within the Social River,
Oh, make us now together run,
As swiftly as thy shining Flivver."

Zivilisation trifft auf Wildnis

Auf einer Exkursion begegnen der gesellschaftliche Außenseiter Bernhard Marx (Timocin Ziegler) und Lenina (brillant-roboterhaft gespielt von Julia Richter) auf zwei „Wilde“ fernab der Zivilisation. Der Wilde John (sehr emotional: Silas Breiding) hat noch eine Mutter, an der die Spuren des Alterns nicht vorbeigegangen sind, wie es bei den Menschen in der schönen neuen Welt der Fall ist. Eine leibliche Mutter zu haben und dann auch noch eine die krank, unglücklich und hässlich ist, scheint für Bernhard und Lenina unvorstellbar.

Ich will Sünde

John kommt mit zurück in die Zivilisation und ist der Katalysator für die Diskussion zum springenden Punkt des Stücks. Was ist besser: Leidenschaft oder Stabilität? John führt diesen Schlagabtausch mit Mustapha Mond, dem intelligenten Kopf und Strippenzieher der schönen neuen Welt. Doch ihre Argumente wirken zu plakativ, zu oft gehört und fühlen sich vielleicht zu gewollt gegensätzlich an. Die beiden streitenden Charaktere sind unnahbar, ihre Gedankenführung absehbar. John wirkt teilweise sehr verkopft und ekstatisch wenn er sagt: „ich will keinen Komfort. Ich will Gott, ich will Dichtung, ich will Gefahr, ich will Freiheit, ich will das Gute, ich will die Sünde.“

Liebe ist wie Soma

Ein Höhepunkt bleibt das Liebesgeständnis von John an Lenina. Er zieht alle Register um ihr klarzumachen wie er sich fühlt. Er zitiert verzweifelt Shakespeare und singt ihr ein Lied von the Smiths vor: 

„If a double-decker bus 
Crashes into us 
To die by your side 
Is such a heavenly way to die“

Lenina versteht ihn nicht, begreift nicht wieso er vom Sterben spricht wenn sie doch schon längst gemeinsam im Bett liegen könnten, à la „Komm auf die Matratze Schatz, Liebe ist wie Soma“.

Seht zu und Denkt nach

Hafner gelingt es mit seiner Inszenierung, die Zuschauer zum Mitdenken zu bewegen. Wann fühlen wir uns frei und was ist dafür nötig? Nehmen wir negative Gefühle wie Schmerz, Zorn und Hilflosigkeit in Kauf, um was uns erstrebenswert erscheint intensiv und nicht nur durch einen künstlichen Drogennebel wahrzunehmen? Wenn wir Sicherheit bekommen, geben wir dafür unsere Individualität auf? Was in ferner Zukunft zu liegen scheint ist in Wahrheit schon heute eine Thematik, mit der sich jeder frei denkende Mensch auseinandersetzen sollte. Das macht es wert Hafners Stück zu sehen und darüber zu diskutieren.  

 

Nächste Aufführung am 28. Mai um 19:30, Studentenkarten an der Abendkasse

 

 

 

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Platte des Monats

Auf den Ehrenplätzen der Rubrik „Wörter, die es nur im Deutschen gibt“ sitzt seit jeher die feucht-fröhliche „Schnapsidee“. Sie beschreibt treffend wie kein anderes Wort das, was entsteht, wenn drei befreundete Musiker*innen auf einer Geburtstagsparty einen über den Durst trinken und dann beschließen eine Band zu gründen. Aus einer solchen Schnapsidee wurde auch das Bandprojekt Phantastic Ferniture um Sängerin Julia Jacklin, das auf seinem gleichnamigen Debüt den Emotionsreichtum der Adoleszenz in leichtfüßig schwankender und wunderbar wärmender Gitarrenmusik feiert.

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M94.5 präsentiert
Montag, 13. August 2018
 
Sa/So, 08./09. September 2018
M94.5 Bühne @ Ludwigstr.
 
Munich Rocks!
Donnerstag, 18. Oktober 2018

 

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Die afk Familie

Miami, FL rapper Denzel Curry returns for his third full-length project entitled TA1300 (a.k.a. Taboo). His previous two albums Imperial and 32 Zel were both held in high regard, separating himself from the other SoundCloud rappers that he rose to stardom with. His explosive production and delivery were the main focus of his previous projects, and while TA1300 still contains these elements, this is his first album that is one cohesive project. The album has three separate parts, going from Light to Grey, then ending with Dark. Curry explains that he created the album as his creative emotions changed from lighter and happier sounds, to darker and melancholy.

Act 1: Light

Part 1, Light, touches upon serious topics as he raps to whomever the subject of the song is. "TABOO" covers sexual abuse, drug abuse, institutionalized violence, and societal taboos over genre-bending jazzy production. Part 1 is a lot more sing-songy than the Denzel Curry that we are used to, showing his versatility and artistic-depth by using his unique flow and lyricism over production that he usually strays away from.

The last song on Part 1, "SUMO", is a smooth transition from Light to Grey. The production on "SUMO" contains the explosiveness that you can find on his 2015 single, Ultimate, that brought Denzel’s name to light. "SUMO" contains typical SoundCloud rap themes of wealth and his superiority to other rappers, which differs from the other themes you find on Part 1 which slightly demeans the three-section theme of the album.

Act 2: Grey

The overall sound of Part 2 is similar to his previous albums that cemented Denzel’s one-of-a-kind style of boombastic production along with quick and choppy flows. Track 1 of Part 2, "SUPER SAIYAN SUPERMAN", reminds the listener of Curry’s origin as a Florida SoundCloud rapper. The flow and progression of the song is similar to tracks you would hear by other Floridian artists Smokepurpp, Lil Pump, or the late XXXTentacion. Even though Part 2 has similarities to his previous work, the tracks on TA1300 show Curry’s artistic evolution with a smoother delivery and catchier hooks.

Part 2 ends with "CLOUT COBAIN", the single-release of the album. This track focuses on the toxic environment modern-day rappers find themselves in. Curry raps about the lengths artist will go to gain clout and attention, whether it be through drugs or violence. Curry breaks the light to dark transition again in Part 2 with "SIRENS" ft. rapper J.I.D, as the overall sound of the song doesn’t exactly fit with the tracks around it. Somewhat of a nitpicky detail, but with an album that has very few shortcomings I feel it should be mentioned.

Act 3: Dark

However Part 3, Dark, is no disappointment in what I would imagine a Denzel Curry “dark” album to sound like. The production throughout the last four tracks are all bassy, cacophonic beats produced by FNZ and renouned SoundCloud producer, RonnyJ. The lyrics within Part 3 really put all of the album in perspective. Curry raps about the phoniness of the artists within his genre, but is confident in his role as a rapper that has already made a lane for himself. He embodies one of his “artistic aliases” in Part 3, referring to himself as “Zel.” Zel is Curry’s persona that breaks away from his rather serious self in Part 1 and 2. Zel is the explosive and cocky rapper that got Curry to where he is today, and his hubris shows when he flows as “Zel.”

All in all, TA1300 is an impressive project from start to finish that puts Denzel Curry’s name into the conversation of “Who is the best rapper alive?” Before this album, Curry was held in high regard solely due to his fast, explosive flows. Now, with his visions coming to life, everyone knows what Curry is capable of in terms of making a point with his music. Denzel Curry has blazed a trail for the youngest generation of rappers, and his artistic depth isn’t even done expanding yet.

I'm gonna live by my confidence, I'm gonna die by my arrogance

Heaven and hell is irrelevant, I be the black metal terrorist

BLACK METAL TERRORIST

 

Gesamtwertung: 4,5 von 5 Punkten.

TA1300 von Denzel Curry ist am 27.7.18 auf Loma Vista Recordings erschienen.