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Filmfest 2018

ENDE NEU

Quelle: Filmfest München

In der Zukunft eine Seltenheit: Frauen.

Irgendwann in der Zukunft. Irgenwo im Nirgendwo. Viele Männer. Viel Gewalt. Keine Frauen. Das ist die Ausgangslage dieses extremen und dystopischen Filmes.

Vor vielen Jahren hatte Leonel Dietsche einen Traum. Er träumte von Krieg, Gewalt und Sexualität. All das ließ ihn nicht mehr los, und so entstand langsam die Idee für seinen ersten langen Spielfilm mit dem Titel "ENDE NEU". Der junge Nachwuchsregisseur ist großer Fan von Denis Villeneuve ("Arrival", "Blade Runner 2049") und spaltet mit diesem einzigartigen Film die Meinung der Zuschauer. Vor dem Screening bat Leonel Dietsche die Zuschauer, sich auf den Film einzulassen. Na dann wollen wir mal.

Eine mögliche Zukunft

In einer nicht datierten Zukunft leben nur noch Männer. Ihr Anführer ist grausam und liebt Gewalt. Sein wichtigster Vertrauter ist der Arzt. Der Arzt feiert Partys, missbraucht seine Knaben und verteilt Drogen und Medizin an den Anführer. Passen dem Anführer oder dem Arzt gewisse Leute nicht mehr ins Konzept, werden sie an Ort und Stelle ermordet. Zeitgleich lebt auf einer Insel in der Nähe eine Mutter mit ihrer Tochter. Sie sind die einzigen Frauen weit und breit und leben alleine und für sich. Als die Mutter erkrankt, sieht die Tochter keinen Ausweg mehr und sucht den Arzt auf. Dort wird sie als Versuchskaninchen missbraucht und von den Männern als Spielzeug angesehen. All diese namenlosen Menschen geraten immer mehr in Streiterein, so dass bald schon ein Überleben jeglicher Personen in den Sternen steht. "ENDE NEU" zeigt eine extreme und dystopische Zukunft, die möglicherweise eines Tages Realität werden könnte. Ob Warnung oder Albtraum, Leonel Dietsche regt definitiv zum Nachdenken an.

Ein fesselnder Film

Und das im doppelten Sinn. Gefangene in der dystopischen Welt werden gefesselt, genau wie die Zuschauer an ihre Sitze. Leonel Dietsche schreckte bei seiner Inszenierung von "ENDE NEU" vor nichts zurück. Dafür wurde er damit belohnt, dass auch bekanntere Schauspieler wie Sylvester Groth und Georg Friedrich zugesagt und mitgespielt haben. Der Soundtrack ist drückend und laut, untermalt die Stimmung fast perfekt und zieht jeden in seinen Bann. Die Locations südlich von Berlin sind wie maßgeschneidert für die Umsetzung dieser düsteren und traurigen Welt. Wenn sich der Zuschauer dann dabei ertappt, wie er gebannt auf die Leinwand starrt, dann hat der Regisseur vieles richtig gemacht. 

Gespaltene Meinungen

Leonel Dietsche gibt selber zu, dass sein Film nicht jedem gefällt. Die häufige Darstellung von Gewalt, Missbrauch und die fehlende Entwicklung diverser Hauptcharaktere sind die Hauptgründe dafür. Man muss sich tatsächlich auf den Film einlassen, sich darauf fokussieren, was passiert, und von der unterlegten Musik tragen lassen. Dann wird "ENDE NEU" zu einer unvergleichlichen Kinoerfahrung und regt tatsächlich stark zum Nachdenken an. Der Traum des Regisseurs wurde auf jeden Fall eindrucksvoll auf die Leinwand gebracht.

Nach dem Anschauen bleibt nur zu hoffen, dass der Soundtrack baldmöglichst auch zuhause gehört und genossen werden kann. Und dass "ENDE NEU" weiterhin eine Plattform geboten wird - in einer hoffentlich weniger düsteren Zukunft.

Auf dem Filmfest München 2018 wird "ENDE NEU" leider nicht mehr zu sehen sein. Ob der Film in die deutschen Kinos kommen wird, bleibt noch abzuwarten.

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