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DOK.fest: We were Rebels

Kindersoldaten im Südsudan
Quelle: DOK.fest München We were Rebels

Wie eine Generation von ehemaligen Kindersoldaten versucht ein neues Land aufzubauen.

Am 9. Juli 2011 erlangt der Südsudan seine Unabhängigkeit. Zuvor herrschte 30 Jahre lang Bürgerkrieg zwischen dem arabischen Norden und den Stämmen im Süden. Die Region gilt als eine der gefährlichsten der Welt. Eine grausame Berühmtheit erlangte dieser Konflikt vor allem dadurch, dass hier offen Kindersoldaten eingesetzt wurden. Hauptsächlich auf Seiten der Rebellen im Süden des Landes. So erging es auch Agel. Für den Film We were Rebels wurde der ehemalige Kindersoldat über drei Jahre lang begleitet. Beginnend mit dem ersten Unabhängigkeitstag des Südsudans.

Traumatisiert, dennoch voller Hoffnung

Zu Beginn des Films führt Agel dem Zuschauer seine AK-47 vor und erzählt aus seiner Zeit als Soldat. Mit 7 Jahren wurde er „trainiert“, wie er sagt. Man könnte ebenso gut sagen: er wurde gedrillt und psychisch verstümmelt, bis er nur noch „eine Waffe nehmen wollte und Richtung Norden marschieren“. Die Art und Weise, wie Agel das alles erzählt, ist überraschend ehrlich und offen. Er macht einen stabilen, beinahe fröhlichen Eindruck. Zwar erzählt er, wie sehr es ihn traumatisiert  hat, mit 8 Jahren in den Krieg zu ziehen, erklärt aber recht gelassen, wie das Gefühl ist, mit dem Transporter ins Einsatzgebiet gefahren zu werden und von der Angst im Schützengraben. Die Jungs im Transporter hätten auf dem Weg zum Kriegsgebiet vor Angst die ganze Zeit gefurzt. Agel lacht, während er das erzählt.

„Für mein eigenes Land Basketball zu spielen: Das ist etwas Großartiges“

Agel möchte sich aktiv daran beteiligen, sein Land wieder aufzubauen - auf allen Ebenen.  Deshalb ist er auch Kapitän der ersten südsudanesischen Basketball Nationalmannschaft. Ein paar Wochen nach dem ersten Jahrestag der Unabhängigkeit findet das erste Spiel statt. Auf einem kleinen Bolzplatz spielt die südsudanesische Auswahl gegen die Nationalmannschaft aus Uganda. Dieses Spiel ist bezeichnend für die Stimmung im Land. Der Sportplatz ist voller enthusiastischer Zuschauer. Schon vor der Begrüßung feiern sie und laufen mit der neuen Flagge auf den Platz. Auch, wenn Uganda am Ende mit zwei Punkten Vorsprung gewinnt, ist die junge Mannschaft aus dem Südsudan zuversichtlich.

Build a new Nation

Die Regisseure Katharina von Schröder und Florian Schewe haben ein Porträt des Landes und der Leute geschaffen, das sehr nah an den Menschen und ihrem Alltag ist. Zwischendurch hört der Zuschauer Ansagen eines Radiomoderators, der die Bevölkerung motiviert: „We have a loong Journey, but together we can build up a new Nation.“ „Build a new Nation“ – Das ist der Slogan des ersten Unabhängigkeitstages. Doch man merkt auch schnell, dass es nicht so einfach sein wird, einen demokratischen Staat in einem zerstörten Land aufzubauen.

„Wer sein Leben im Krieg verbringt, will nicht mehr, dass er endet“

Agel fährt aufs Land hinaus, um sich ein Bild von der Lage zu machen. In den „Sudd“, den großen Sumpf in der Mitte des Sudans. „Dieses Gebiet ist von der UN kontrolliert“, sagt Agel, während man einen UN-Jeep sieht, der im Matsch stecken geblieben ist. Soldaten versuchen ihn heraus zu ziehen. Die Häuptlinge eines Stammes in diesem Sumpf schildern ihre jetzige Situation. Immer wieder gebe es Schusswechsel und es würden immer noch Menschen sterben. Agel kennt das Problem: „Wer sein Leben im Krieg verbringt, will fast nicht mehr, dass er endet – weil es das ist, was man kennt.“ 

Enthusiastische Gründung und schmerzhaftes Scheitern

Die Bewohner des Südsudans sind einfach Nichts anderes, als Krieg gewohnt. Nun sind sie unabhängig vom Nord-Sudan, bekämpfen sich jedoch untereinander. Was für Europäer alles unverständlich wirkt, wird durch den Film verständlicher. Vom Enthusiasmus der Gründungszeit, bis hin zum schmerzhaften Scheitern der Regierung: Der Film zeigt eine völlig neue Perspektive auf ein Land, das an einem historischen Neubeginn steht - und nun vor der unglaublich großen Herausforderung steht, den Schritt in einen demokratischen Staat zu gehen.

 

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