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DieNeuEröffnung

Autor(en): Momo Lijsen am Sonntag, 15. Juli 2012
DieNeuEröffnung’ als ein kunst- und kulturaffines Festival, das in vielfätiger Weise auf das Gelände des Pathos Transporttheaters aufmerksam gemacht hat.

Als eine Art des Aufrüttelns war das Festival dabei konzipiert - und setzte so eine Entwicklung in Gang: Die Verwandlung des Geländes zwischen Dachauerstraße und Schwere-Reiter-Straße in ein noch intensiver und offensiver genutztes ‚Kulturquartier'.
Mit vielfältigen und vielzähligen Ausstellungen, Lesungen,  Kunstfilmen, Konzerten und Performances wurde im Rahmen des 11-tägigen Programms das neuerklärte ‚Kulturschutzgebiet’ eingeweiht.


So a Hund

Als Teil des Programms von ‚DieNeuEröffnung’ war es die alternative Theatergruppe ‚Das Institut für Glücksfindung’, die ein Kafka-Stück als eindrucksvolle One-Man-Show dargeboten: ‚Forschungen eines Hundes. Eine Stunde Theater mit Musik vom Band’. 

Flackernde Neonröhre, Metallleiter seitlich an Baugerüst, mit Krimskrams beladen. Die Kulisse erinnert an Einkaufswägen, die Obdachlosen zur Aufbewahrung für ihr Hab und Gut dienen. Hier wohnt der Hund, der Philosoph, der einsame gescheiterte Sonderling, der sein Leben fragwürdigen Forschungen verschrieben hat. Mirkus Hahn monologisiert und grimassiert sich durch die Höhen und Tiefen des Seins. Mit Russenmütze, Sonnenbrille und schlackernder Zunge. Wir lernen dabei alles, was man wissen muss über Hunde. Hunde?

Die Erkenntnisse des Hundes:

1. Das größte Glück für Hunde ist „das wärmste Zusammensein“. Viele Hunde führen aber ein entgegengesetztes Leben. Er, der Philosoph, einsam, ausgestoßen aus der Hundeschaft, hat den Wunsch, dazuzugehören, um durch Liebe zur Wahrheit zu gelangen. 
2. Die Gesamtheit aller Fragen und Antworten ist in den Hunden enthalten. Allerdings äußern sie dieses Wissen nicht. Auf Fragen folgt Schweigen. Sogar er, der Philosoph, hält dieses Wissen zurück- weil auch er ein Hund ist! Wenn allerdings alle zusammenwirken würden, ginge mit einem Mal alles ganz leicht.

Die Forschungen des Hundes: „Wovon nährt sich die Hundeschaft“?

1. Der Philosoph will das Künstliche solange analysieren, bis es sich auflöst und den Blick freigibt auf das Ruhige, Natürliche. „Spruch, Tanz und Gesang“, also die Kunst, ist Ergänzung zur Nahrung und soll darum an den Boden gerichtet werden, wo die Nahrung wächst, nicht in sphärische Höhen. „Die Kunst vergißt den Boden!“
2. Der Philosoph will die Aufhebung der von ihm so verehrten Wissenschaft beweisen, indem er hungert und darauf wartet, dass die Nahrung von selbst an seine Zähne klopft. Wir dürfen dem Hund bei seinen seltsamen Experimenten mit Würsten im Glas beiwohnen und uns wundern- bis ein wirkliches Wunder passiert...

Kafka pur, aber ausnahmsweise mit Glücksgarantie!

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