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DANCE Festival

Chaleur humaine

Autor(en): Amelie Hörger am Freitag, 12. Mai 2017
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Quelle: © Stephane Gladyszweski

Chaleur Humaine

Technik, Farben und Körper in einer Tanzperformance: "Chaleur humaine" zeigt eindrucksvoll, wie diese Verbindung funktionieren kann.

Nur eine Hand voll Zuschauer füllen das Studio 1 im Muffatwerk. Dann geht das Licht aus und man findet sich in vollkommender Dunkelheit wieder. Ein paar stille Momente verharrt man in der Finsternis. Orientierungslos und gespannt. Ein leises Rauschen beginnt im Hintergrund und der riesige Apparat neben einem, wirft einen sanften Lichtstrahl auf die Körper der beiden Tänzer am anderen Ende des Raumes. Die Vorstellung beginnt.

Der Körper als Leinwand

Das Paar auf der Bühne ist nackt, aber das fällt in dem sanften Lichtschein der Projektion gar nicht auf und ist auch nicht wichtig für diese Performance. Denn das Augenmerk liegt nicht direkt auf den nackten Körper der Darsteller: Nein, das Interessante ist, was auf den Körpern zu sehen ist. Denn in "Chaleur humaine" von Stéphane Gladyszewski dient der Körper in erster Linie als Leinwand für die Technik. "Chaleur humaine", also Warmherzigkeit passt perfekt zur ersten Illusion, denn man hat den Eindruck, die Tänzer stehen unter einer Wärmebildkamera.

Farben und Illusion

Was in 8 Minuten folgt, ist ein Feuerwerk der Technik und Präzision. Werden Körper auf Körper projeziert, ist man ahnungslos, wo die Projektion anfängt und die Realität aufhört. Es ist beeindruckend, wie gut die Künstler mit der Lichttechnik arbeiten und wie gut das lauterwerdende Hintergrundrauschen in die Performance passt. Und durch die vollkommene Dunkelheit erlebt man das Geschehen und die Farben noch einmal intensiver.

Kurz und knapp

8 Minuten können sehr lange sein oder auch sehr kurz. Hier sind 8 Minuten genau richtig. Genug Zeit um über das Gesehene staunen zu können, aber auch nicht zu lang, sodass es seinen Reiz verliert. Denn "Chaleur humaine" bleibt in Erinnerung als eine aufregende und sinnliche Performance, die Technik und Tanz optimal miteinander verbindet.

"Chaleur humaine" von Stéphane Gladyszewski ist noch bis zum 14.05.2017 mehrmals täglich im Muffatwerk zu sehen. Die Karten kosten 5€.

Platte des Monats

Versucht man das Debüt-Album „Happy Freedom“ des Kölner Trios WOMAN zu beschreiben, kommt man nicht an Metaphern und bildlicher Sprache vorbei. Die zehn raffiniert produzierten Songs liegen irgendwo zwischen Synthie-Sound-Tsunamis und Aufzugmusik. Dazu Disco-Drums, grelle Gitarrenriffs und Kapitalismuskritik. Musik, so vielschichtig wie das Albumcover: Das Innere der Welt, eine Diskokugel.

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