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Be prepared!

Autor(en): Jan Waizenhöfer am Samstag, 26. Januar 2013
Quelle: Jan Waizenhöfer

Bildquelle: Jan Waizenhöfer

Die Zuschauer von „Prepper“ werden in der Muffathalle mit verschiedenen Formen der Angst konfrontiert.

Die Zuschauer von „Prepper“ werden in der Muffathalle mit verschiedenen Formen der Angst konfrontiert.

Prepper – der neue Hype aus USA

Prepper leitet sich vom dem Englischen Preparedness her, quasi vorbereitet sein, oder bereit sein. Prepper ist eine stetig wachsende Subkultur in Amerika, dessen Anhänger sich auf bevorstehende Katastrophen vorbereiten und mit dem schlimmsten rechnen. Prepper bauen sich Bunker und legen sich einen Essenvorrat an, der über einige Jahre halten könnte. Diese Panikkultur schwappt nun auch immer mehr in unsere Kulturkreise über.

Die Angst vor der Katastrophe

Das Kollektiv Hunger&Seide stellt die Prepper Bewegung exemplarisch als einen Umgang mit Angst heraus. In ihrem Stück „Prepper“ bleiben die Protagonisten aber nicht in ihrer Rolle als Prepper Fanatiker, sondern fallen aus dieser immer wieder heraus. Dann wirkt es als würde der Schauspieler selbst von seinem Leben und von seiner Angst erzählen. Genau dann entsteht eine gewisse Nähe zwischen Zuschauer und „Bühne“, welche dadurch verstärkt wird, dass die Schauspieler bei eben diesen Parts den abgetrennten Bühnenbereich verlassen.

Interessante Bühnenbildkonzeption und Reizüberflutung

Das größte Lob gebührt dem Konzept des Bühnenbilds und den Technikern. Es wird viel mit verschiebbaren Vorhängen gearbeitet, die als Projektionsleinwand für Visuals und kleine Videos benutzt werden. Teilweise stehen die Schauspieler vor den Vorhängen, manchmal werden sie komplett von ihnen umgeben, sodass sie nur noch als Schatten dahinter erkennbar sind. Ab und an agieren die Protagonisten sogar mit den Videos. Diese teilweise aber sehr bunten und schnellen Bilder und die oft sehr starke, wuchtige Musikuntermalung in Kombination mit der teils sehr hektischen, schrillen und überspitzten Darstellungsweise der Schauspieler, sorgt beim Zuschauer oft für Reizüberflutung. Hier gilt der Leitspruch: „Weniger ist manchmal mehr“.

Ein nicht endender Kreis der Wiederholung, der leider nur feststellt und keine Lösungen bietet.

Das Stück bietet zwei Handlungsstränge: Zum einen die überspitzte, sehr satirische Darstellung der Prepper-Kultur. Und zum anderen die sehr persönlich wirkenden Monologe der Schauspieler. Leider wars das dann aber auch. Nach einer Weile fühlt man sich wie in einer Wiederholungsschleife. Immer und immer wieder kommen die selben Parolen. Immer und immer wieder wird der Zuschauer mit den selben Problemen konfrontiert. Der Wünsch nach Lösungen und Auswegen wird aber nicht erfüllt. Am Ende fühlt man sich wie bombadiert. Zumindest eine kleine Katharsis wäre wünschenswert gewesen.
 

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