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100 Jahre Kammerspiele

Autor(en): Jan Waizenhöfer am Freitag, 12. Oktober 2012
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Wenn die Münchner Kammerspiele Hundert werden, feiert man nicht nur ein Jahrhundert lokale Kulturgröße, das Stadttheater steht auch für 100 Jahre europäische Theatergeschichte.

Wenn man die Vita der Kammerspiele betrachtet, vermutet man alle möglichen Standorte. Das sich diese aber mitten auf der Maximilianstraße zwischen Gucci und Chanel befinden, hebt ihren Outsider-Status nur noch hervor. Die Kammerspiele stehen für Provokation, progressiven Widerstand und immer neue Stilrichtungen im Theater. Hier wird das ausgesprochen, was sich niemand traut zu sagen. Damit haben die Kammerspiele schon oft bissige Kommentare des klassischen Münchner Theatergängers einkassiert. Dennoch hat das städtische Theater mittlerweile einen derartigen Kult- und Prestigestatus, dass selbst die Operngänger es sich nicht nehmen lassen, die neuesten Inszenierungen des Skandalhauses zu besuchen.

Intimes Sprechtheater

"Ein [...] »intimes« Schauspieltheater [...], das [...] dem neuen naturalistischen Darstellungsstil einen entsprechenden Wirkungsraum schaffen sollte." So beschreibt Bern Peter Schaul 1987 den Bau der Kammerspiele. Keine riesige Bühne, auf der ein Mensch winzig erscheint, kein monströser Zuschauerraum. Lediglich 800 Menschen passen in Parkett und Rang. Dadurch entsteht eine viel engere Bindung zwischen Bühne und Zuschauerraum. Es bedarf keiner oppulenten Inszenierungen und die Schauspieler können sogar auf der Bühne flüstern, ohne dass es unverständlich wird. Nicht zuletzt deshalb waren die Kammerspiele schon seit Beginn attraktiv für zahlreiche experimentierfreudige Regisseure. So wurde das intime Münchner Sprechtheaterhaus schon in den 20er Jahren zur innovativsten deutschsprachigen Bühne außerhalb Berlins. Aber auch heute positionieren sich die Kammerspiele in der Topliste der weltweit wichtigsten Theater.

DJ Koze statt Jubiläumsgala

Ganz ihrem Rabaukenruf nachgehend verzichten die MK auf steife Festlichkeiten in Anzug und Abendkleid, sondern verwandeln ihren Jugendstilbau kurzerhand am Samstag in einen Club. "MK Ritournelle - Nacht zwischen Konzert und Club" nennt sich der Spaß. DJ Koze, Gold Panda, The hundred in the hand und Konsorten, wollen an diesem Abend das Münchner Partyvolk mit einer Mischung aus tanzbaren Partysongs und experimentellen Avantgardesound zuballern. Diejenigen, die es eher ruhig mögen, können sich in "100 MK - 25 Objekte" anhand von 25 Requisten und Objekten der vergangenen 100 Jahren vom Ensemble einen etwas anderen Überblick über die Historie der Kammerspiele anhören. Zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten beweisen die Initiatoren nochmal, dass sie trotz aller Internationalität immernoch ein Stadttheater sind. "100 MK - 100 Tische" heißt die öffentliche Bürgerversammlung, bei der die Kammerspiele wieder einmal zeigen wollen, dass sie auch ein Ort für Diskussion und Debatte sind.

MK Ritournelle wird euch übrigens präsentiert von M94.5 - Einlass ist ab 20 Uhr. Karten sind leider ausverkauft. Eventuell gibt es aber Restkarten für 25 Euro an der Abendkasse.

Bildquelle: wiccahwang (Flickr) unter CC BY 2.0
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