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WOW in der Schule

Autor(en): Lukas Bergmann am Freitag, 30. Januar 2015
Quelle: © Alle Kids sind VIPS info@allekidssindvips.de(Alle Kids sind VIPs)

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Der Wiener Lehrer Christian Haschek bewertet seine Schüler mit Experience Points statt Noten, um sie damit zu motivieren.

Der Wiener Lehrer Christian Haschek bewertet seine Schüler mit Experience Points statt Noten, um sie damit zu motivieren.

Was haben die Schule und das Online Game World of Warcraft (WOW) gemeinsam? Auf den ersten Blick eigentlich nichts, auch wenn sich das vielleicht so mancher Jugendlicher wünschen würde. Doch der Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt, findet zumindest der Lehrer Christian Haschek aus Wien. Er hat sich das Bewertungsschema des Rollenspiels angeschaut und es für seinen Unterricht übernommen.

Noten vs. Games

Notengebung „sucks“ für Schüler und auch ein bisschen für Lehrer, schreibt Haschek in seinem Blog. Games dagegen nicht. Schon er selbst hatte als Schüler die Notengebung gehasst, vor allem die Tatsache daran, nie genau zu wissen, wie viel man tun muss um die bessere Note zu erreichen. Und so hatte er selbst immer Probleme mit der Motivation. Probleme, denen er seine eigenen Schülern heute nicht mehr aussetzen wollte. Da kam World of War Craft gerade Recht. Das Online-Rollenspiel basiert auf einem Erfahrungspunktessystem den sogenannten Experience points kurz XP.

XPs statt Noten

In Hascheks System kann sich jeder Schüler XPs durch positive Leistungen verdienen. Negative Leistungen führen zu einem Abzug. So bekommt ein Schüler für gute Mitarbeit 5 XPs zugeschrieben, für ein Referat 15 XPs und für eine sehr gut gelöste Hausaufgabe sogar 35 XPs. Die Vergabe funktioniert also ähnlich wie bei WOW. „Jemand gibt dir eine Aufgabe, die deinem Level entspricht, und erklärt dir was du bekommst wenn du sie löst“, erklärt Haschek in seinem Blog. Sein System hat er sogar vom Unterrichtsministerium abgesegnet bekommen.

Mehr Transparenz und Motivation

Die Vorteile seiner Neuerung, die er nun schon seit 3 Jahren anwendet, liegen für den Lehrer klar auf der Hand. Transparenz und die damit verbundene Motivation. Denn wie im Spiel ist den Schülern und auch den Lehrern zu jeder Zeit klar wie viele XPs zum Erreichen der nächsten Stufe nötig sind. Sie können ihren aktuellen Notenstand sogar auf einer extra dafür eingerichteten Onlineplattform abrufen. Außerdem bewertet Haschek jede Aktion der Schüler entweder positiv oder negativ mit Xps. Dadurch verschwindet die Angst, die Notengebung sei ein subjektiver Prozess.

Haschek weiß auch, dass das System nicht für jeden Lehrer das Richtige ist. Dennoch bietet er seine Erfindung jedem zur freien Verfügung an, der sie selber einmal ausprobieren möchte.
 

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