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Auf Wahrheitssuche

Wie erkenne ich einen Video-Fake?

Autor(en): Jana Heigl am Mittwoch, 12. September 2018
Quelle: © M94.5/Jana Heigl

Auch auf YouTube findet man manipulierte Videos.

Um ein Video auf Echtheit zu überprüfen, muss man kein Genie sein. Wir erklären euch die Tools und wie sie funktionieren: Schritt für Schritt.

Wir klicken uns jeden Tag durch unzählige Videos auf Facebook, YouTube, Twitter und Instagram – und meistens hinterfragen wir nicht unbedingt, was wir da sehen. Das wird gerade dann gefährlich, wenn es sich offenbar um „Augenzeugenberichte“ handelt, wie zum Beispiel bei dem umstrittenen Video aus Chemnitz. Dank verschiedener Programme wird es nämlich immer einfacher, Videos zu manipulieren. Ihr müsst jedoch nicht der Verfassungsschutz sein, um ein Video auf Echtheit zu überprüfen. Es gibt nämlich ein paar Tools, die das auch Normalos ermöglichen. Und die sind nicht nur kostenlos, sondern auch einfach zu bedienen. Ihr braucht nur Google, einen Videoplayer und diese Schritt-für-Schritt Anleitung.

Schritt 1: Googlen und Video kritisch ansehen

Bevor ihr euch die ganze Arbeit macht, jagt den Titel des Videos erst einmal durch die Suchmaschinen. Wenn es schon jemand anderes überprüft hat, findet ihr es dort. Falls nicht, schaut euch das Video genau an und achtet darauf, ob grundlegende Informationen gegeben werden. Zum Beispiel wann und wo das Gefilmte stattfindet. Aber Vorsicht: Wenn auffällig viel Hetze betrieben wird und nicht ersichtlich ist, wo die Szene stattfindet, könnte es sich um ein Video handeln, das aus dem Kontext gerissen wurde. Ihr könnt auch auf Straßenschilder oder auffällige Gebäude achten und über Google Street View überprüfen, ob es dort wirklich so aussieht.

Schritt 2: YouTube DataViewer

Wenn es sich um ein YouTube-Video handelt, könnt ihr den DataViewer von Amnesty International nutzen. Dazu braucht ihr nur den URL des Videos und schon spuckt das Tool Upload-Daten sowie verschiedene Thumbnails aus, die man gesondert überprüfen kann. 

Schritt 3: Umgekehrte Bildersuche

Die Thumbnails, also die Miniaturbilder, kannst du durch die umgekehrte Bildersuche jagen. So umgehst du das Problem, dass du keine kompletten Videos in eine Suchmaschine eingeben kannst, um ähnliche Clips zu finden. Bei Bildern geht das allerdings schon. Wenn das Video also aus altem Material besteht, kannst du es im Idealfall hier finden. Im Umkehrschluss bedeutet das, hier hat jemand geschummelt und das Video ist vermutlich ein Fake. 

Schritt 4: Slow Motion

Nun kommt der Videoplayer (z.B. VLC) zum Einsatz. Wenn Videos manipuliert worden sind, erkennt man das oft an den Schnitten, die dann nicht ganz aufeinander passen. Also schnell die Super-Slow-Motion angeschmissen und genau hingeschaut! Bei normaler Geschwindigkeit fallen die Schnitte nämlich nicht so auf und man übersieht sie leicht.

Schritt 5: Schlüsselwörter 

Jetzt heißt es wieder: Googlen. Und zwar Stichwörter, die zum Video passen. Die Leute, die Videos manipulieren, gehen oftmals genau so vor, um relevantes Material zu finden. 

Fazit: 

Am allerwichtigsten ist es, kritisch zu bleiben und Videoinhalte zu hinterfragen. Teilt und glaubt nicht alles was ihr seht - der Schein kann trügen. Um das zu realisieren, muss man nicht der Chef des Verfassungsschutzes sein. Hier gibt es außerdem noch mehr Infos zum Thema Faktenchecks und Verifizieren von viralen Videos.

 

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