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Heimatland statt Vaterland

Weg mit den Männern

Quelle: Pixabay

Die deutsche Fahne über dem Bundestag

Andere Länder haben den Text ihrer Nationalhymne bereits an die heutige Realität angepasst - ist Deutschland als nächstes dran?

Österreich und Kanada haben es schon getan – jetzt ist Deutschland an der Reihe. Zumindest nach der Ansicht von SPD-Politikerin Kristin Rose-Möhring, Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums. Sie hat in einem Rundbrief an die Mitarbeiter ihres Ministeriums vorgeschlagen, die deutsche Nationalhymne von männlicher Dominanz zu säubern: aus „Vaterland“ soll „Heimatland“ werden, aus „brüderlich mit Herz und Hand“ „couragiert mit Herz und Hand“.

Doch können Hymnen einfach so umgeschrieben werden?

Der Text der deutschen Nationalhymne wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben auf das Kaiserlied von Josef Haydn geschrieben. In der Weimarer Republik wurden alle drei Strophen gesungen, in der NS-Zeit hingegen nur die erste Strophe gemeinsam mit dem Horst-Wessel-Lied. Im Jahr 1952 erklärten Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer allein die dritte Strophe zur Nationalhymne. Der 1841 geschriebene Text ist zwar mittlerweile rechtefrei. Eine teilweise oder vollständige Änderung der Hymne können jedoch nur Bundespräsident und Bundeskanzler(in) gemeinsam beschließen.

Andere machen es auch

Das kanadische Parlament hat Anfang Februar für eine Änderung der englischen Version der Nationalhymne gestimmt. Aus "true patriot love in all thy sons command" wird nun: "true patriot love in all of us command". Die französische Version war schon zuvor geschlechtsneutral formuliert. Die britische Hymne hingegen wird eines Tages wieder männlich – wenn Prinz Charles oder Prinz William eines Tages den Thron besteigt, wird es wieder "God save the King" heißen.

Ein Blick über den Gartenzaun - die Debatte in Österreich

In Österreich wurde die Nationalhymne im Jahr 2011 nach jahrelangem Streit geschlechtsneutral umformuliert. Aus „Heimat bist du großer Söhne“ wurde „Heimat großer Töchter und Söhne“. Die „Brüderchöre“ wurden durch „Jubelchöre“ ersetzt.

Für Aufregung sorgte jedoch im Juni 2014 der Auftritt von Sänger Andreas Gabalier beim Grand Prix von Österreich, bei dem er die alte Variante der Hymne sang.

Die Grünen Wiener Frauen kritisierten daraufhin in einem offenen Brief, dass Andreas Gabalier in dieser „Ignoranz“ die Leistungen der Frauen nicht gewürdigt habe. Die FPÖ hingegen bot Gabalier Rückendeckung. In einem Statement von Frauensprecherin Gartelgruber hieß es, der Sänger habe mit seiner Interpretation "auch einem Großteil der Frauen aus dem Herzen gesprochen, die mit den Minderheitenideen der linken Emanzen wenig anfangen können".

Die Schweizer und Franzosen singen patriotisch vom „Vaterland“, die Italiener von „Brüder Italiens“. Mehr Gleichberechtigung gibt es in Belgien – das Land wird in der Hymne sowohl als „Vaterland“, als auch als „Mutter“ bezeichnet. Keinen Streit um geschlechtsneutrale Formulierungen in der Hymne dürften die Spanier haben: in ihrer Nationalhymne darf die Musik ganz für sich sprechen.

Platte des Monats

Zwischen Depression und Hoffnung, Hass und Liebe, Soul und Hip-Hop. Da kann man Negro Swan, das neue Album von Blood Orange, finden. In eine Schublade schieben lässt es sich nur physikalisch – denn so experimentell, kollaborativ und themenübergreifend wie die Platte ist, wäre das einfach unmöglich.

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