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Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen

Security Point auf dem Oktoberfest

Autor(en): Elena Pohl am Mittwoch, 1. August 2018
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Quelle: Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen"

Hier ist Hilfe nicht weit

Ein kurzes Dirndl rechtfertigt keinen sexuellen Übergriff. Deswegen wird auf der Wiesn eine Anlaufstelle für Besucherinnen in Notlagen angeboten.

Traurig aber wahr: Auch im 21. Jahrhundert ist das Oktoberfest für viele noch eine moralfreie Zone. "Sie ist selbst Schuld wenn sie so ein kurzes Dirndl trägt" und "Ich habe ihr doch eine Mass ausgegeben" sind für eine erschreckende Anzahl von Personen noch immer Argumente, die einen sexuellen Übergriff rechtfertigen sollen. Daher gibt es auch dieses Jahr zum 16. Mal die Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen".
Vor Ort gibt es einen Security Point, bei dem Wiesnbesucherinnen in Notlagen Unterstützung bekommen. Egal, ob einfach nur der Handyakku leer ist und man seine Freunde nicht mehr findet, oder ob man auf dem Oktoberfest (sexuelle) Gewalt erlebt hat.

Gegen Victimblaming und für Solidarität

Nicht nur vor Ort soll Hilfe geleistet werden, die Aktion leistet auch im Vorfeld Aufklärungsarbeit. Damit soll die Wahrnehmung von sexuelllen Übergriffen auf dem Oktoberfest gefördert und Hilfe für betroffene Mädchen und Frauen bekannt gemacht werden. Mit Postkartenaktionen und Werbung in U-Bahnen wird die breite Öffentlichkeit angesprochen und zu dem Tabu-Thema sexuelle Gewalt sensibilisiert. So kann Zivilcourage und solidarisches Handeln gefördert und auch gegen das sogenannte "Victim Blaming" angegangen werden. Der Begriff, der aus dem Englischen stammt, bedeutet so viel wie "Täter-Opfer Umkehr". Damit ist gemeint, dass Menschen, die sexuellen Missbrauch oder Gewalt erlebt haben, eine Mitschuld oder eine Mitverantwortung an dem Erlebten gegeben wird.

 "Jede Frau hat das Recht, zu flirten, sich sexy anzuziehen, zu feiern und alleine nach Hause zu gehen. Niemand darf ihr zu nahe treten oder eine hilflose Situation ausnutzen" 

Mit diesen Worten spricht sich die Aktion klar für die Frauen aus. Mit Postkarten, die in 400 Münchner Lokalen ausliegen, soll betroffenen Mädchen und Frauen Mut gemacht werden, sich Hilfe zu holen. Die Motive werden außerdem im Fahrgastfernsehen der MVG in der U-Bahn gezeigt. Auf der Vorderseite sind Sprüche zu lesen wie "Was hods denn erwartet, wenns so vui trinkt?" - "A fetzn Rausch. Sonst nix!". Damit werden oft gehörte Argumente, die Frauen eine Mitschuld suggerieren, gekontert. Mit ihrer Aktion wurden bereits 570.000 Personen erreicht.

Ein ruhiger Ort im Chaos 

"Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen" ist eine gemeinsame Aktion von AMYNA e.V., IMMA e.V. und der Beratungsstelle Frauennotruf München. Sie arbeiten eng mit der Polizei, den Sicherheitsbediensteten, der Erste-Hilfe Station, Bedienungen und Standlbetreiber*innen zusammen. Auf dem Wiesnplan ist die Anlaufstelle eingezeichnet und das Wiesnpersonal wird informiert und geschult, wie im Ernstfall reagiert werden soll. So können Frauen in Not zur Anlaufstelle begleitet oder weitervermittelt werden. Oder sie werden von einer der 47 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und 10 Expert*innen in Krisenintervention einfach abgeholt.

Der Security Point auf der Wiesn selbst ist vor allem eines: Ein ruhiger Ort im Chaos. Manchmal reicht es schon seine Gedanken ordnen und sich orientieren zu können. Dafür gibt es dort Tee und Wasser, Handyladekabel sämtlicher Variation und natürlich auch geschultes Personal. Im Notfall kann so akute Krisenintervention geleistet und Betroffene zur Polizei oder ins Krankenhaus begleitet werden. Der Security Point ist nicht nur eine Anlaufstelle wenn es schon zu spät ist. Egal ob die Mädchen und Frauen verunsichert sind, sich bedroht fühlen oder die Orientierung verloren haben:  Ziel der Aktion ist es die Sicherheit und das individuelle Sicherheitsgefühl von Mädchen und Frauen zu erhöhen.


Lageplan Security Point auf der Wiesn

Der Security Point ist Montag bis Sonntag von 18 Uhr bis 01 Uhr geöffnet, Samstags bereits ab 15 Uhr. Unterstüztung können nicht nur Münchnerinnen erwarten, sondern auch Touristinnen aus aller Herren Länder. Bei der Auswahl des Personals wird darauf geachtet, eine große Variation an Sprachen zu haben, um auch Touristinnen helfen zu können.

Weitere Informationen zur Aktion "Sichere Wiesn" gibt es hier.

Platte des Monats

Auf den Ehrenplätzen der Rubrik „Wörter, die es nur im Deutschen gibt“ sitzt seit jeher die feucht-fröhliche „Schnapsidee“. Sie beschreibt treffend wie kein anderes Wort das, was entsteht, wenn drei befreundete Musiker*innen auf einer Geburtstagsparty einen über den Durst trinken und dann beschließen eine Band zu gründen. Aus einer solchen Schnapsidee wurde auch das Bandprojekt Phantastic Ferniture um Sängerin Julia Jacklin, das auf seinem gleichnamigen Debüt den Emotionsreichtum der Adoleszenz in leichtfüßig schwankender und wunderbar wärmender Gitarrenmusik feiert.

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