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Schwabing nach der Bombe

Die gesprengte Fliegerbombe hinterlässt Chaos... und Erleichterung: Es ist vorbei.
Autor(en): Anne Kostrzewa am Mittwoch, 29. August 2012
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Gesplitterte Fenster, kaputte Türen, abgestürzte Balkone: Das Leben kehrt nur langsam zurück ins Viertel um die Münchner Freiheit. Der Tag im Rückblick.

17:40 Uhr
Jetzt heißt es nach vorne blicken: Für Anwohner, Helfer und auch für M94.5. Das war's für heute vom Live-Ticker. Wie es an der Münchner Freiheit weitergeht, erfahrt ihr morgen früh in der Hörbar mit Klaus Muth.

Bis dahin freuen wir uns mit dem FC Bayern und seinem neuen Super-Deal Javi Martinez. Nice!

17:15 Uhr
Zum Abschluss noch ein echter Knaller: Hier könnt ihr Euch die Detonation nochmal anschauen! Heftig!

16:52 Uhr

Ohweia: Mehrere Häuser in der Feilitzschstraße sind unbewohnbar. Das meldet nun die Stadtverwaltung. Aufatmen können die Anwohner trotzdem: Nach aktuellem Erkenntnisstand übernehmen Versicherungen die entstandenen Schäden.

16:49 Uhr

Wer kümmert sich eigentlich um die kaputten Fensterscheiben, fragt sich die Süddeutsche Zeitung. Nach Informationen der SZ-Redaktion könnte der Austausch der Scheiben mehrere Wochen dauern. Denn die Fenstergläser müssten erst individuell hergestellt werden, und da braucht Zeit.

Für die Anwohner könnte es also unangenehm bleiben, auch wenn sie in ihre Häuser zurück dürfen...

16:00 Uhr

Die Hörbar startet mit Daniel Simon in die erste Stunde - gleich berichtet M94.5-Reporter Bene Gradl live im Studio von der Pressekonferenz, den aktuellen Entwicklungen und Prognosen für die Anwohner!

15:50 Uhr

Entwarnung von den Statikern: Kein Gebäude ist einsturzgefährdet. Das versichert der Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurskammer-Bau, Norbert Gebbeken, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Jetzt sollen die tragenden Konstruktionen bewertet werden, in den Schwabinger Altbauten also vor allem die Holzböden und das Mauerwerk.

Der Experte für Explosions- und Katastrophenschutz verteidigte, wie zuvor auch Polizei und Feuerwehr, die kontrollierte Sprengung - trotz der entstandenen Schäden. Gebbeken gab zu bedenken, eine unkontrollierte Explosion der Weltkriegsbombe hätte mehrere Gebäude zum Einsturz gebracht. Die Wirkung sei dann vergleichbar mit einer terroristischen Autobombe. "Dann würden wir in einem Umfeld von 30 bis 50 Metern wirkliche Schäden an der tragenden Struktur der Gebäude gehabt haben", sagte er. Im Abstand von 30 Metern hätten auch Gebäude einstürzen können.

15:03 Uhr

Auf der Pressekonferenz in der Erlöserkirche wird nun Kritik geübt an all den Journalisten, die am Montag Fotos vom Sprengmeister neben der Bombe geschossen haben. Es sei nämlich irre gefährlich für ihn gewesen, so nah an der Bombe herumzulaufen. An M94.5 lag's nicht - wir waren erst heute mit der Kamera vor Ort. Bilder gibt's hier.

14:35 Uhr
"Die Häuser sind insgesamt sehr gut gebaut. Die Schäden sind vor allem an Fenster, Türen oder Fahrradstellplätzen", beruhigt nun Shahram Valamehr, ein Vertreter der Lokalbaukommission, die Anwohner der Feilitzschstraße. Und das Gebäude in der Feilitzschstraße 11? Das Haus, in dem ein Modegeschäft war, ist vollständig ausgebrannt. Der Inhaber Ronny Kleiner steht nun vor den Trummern seiner Existenz. Gegenüber der dpa sagte er: "Ich fühle mich wie nach einem Unfall. In mir zittert alles" - ob er überhaupt weiterarbeiten kann, hängt auch von der Versicherung ab. Denn dass die Stadt wohl nicht für die Schäden aufkommen wird, wurde ja vom KVR bereits erklärt (siehe unten)...  Insgesamt 17 Häuser wurden beschädigt.

14:27 Uhr
Nun kommt die Frage auf, wer eigentlich für die entstandenen Schäden und Umsatzeinbußen haften muss. Ein Sprecher vom KVR erklärt in der Erlöserkirche: "Es handelte sich um ein außergewöhnliches Ereignis, sogenannte Kriegsspätfolgen." Deshalb könne man auch noch nicht pauschal sagen, wer verantwortlich sei, das müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Aber fest steht: "Amtshaftungsansprüche gegen die Stadt scheiden aus, weil es keine andere Möglichkeit gab als zu sprengen."  Das KVR will aber schnell zu einer Lösung kommen, verspricht der Sprecher, "der Bürger hat einen Anspruch darauf."

14:21 Uhr

Polizeichef Wolfgang Schmidbauer beschreibt auf der Pressekonferenz in der Erlöserkirche die Situation im Sperrbereich. In der Leopoldstraße, 300 Meter vom Detonationsort entfernt, wurden auch noch messerschafe Splitter gefunden: "Man hätte sich verletzen können." Deshalb ist er auch froh, den Sperrbereich am Dienstag noch einmal ausgeweitet zu haben.  "Aus Filmen ist man ja gewohnt, dass das Ganze nach 120 Minuten vorbei ist, dieses Mal wurden wir eines besseren belehrt."

Wohnen darf man in den umliegenden Häusern bislang noch nicht. In Begleitung der Feuerwehr können die Wohnungen aber kurz besucht werden, um wichtige Gegenstände zu holen und einen Blick auf die Schäden zu werfen.

14:14 Uhr
Die Schwabinger, die noch immer nicht in ihre Häuser zurück und nicht bei Freunden unterkommen können, haben die Möglichkeit, zum Selbstkostenpreis in einem Hotel der Derag Livinghotels einzuchecken: Das Münchner Unternehmen bietet vergünstigte Hotelzimmer für 30 Euro pro Nacht (inkl. Frühstück) an. Bis einschließlich 2. September kann unter der Telefonnummer 01803/136 999 (9 cent/Min.) mit dem Stichwort "Schwabing" reserviert werden.

14:02 Uhr
Die gute Stimmung wird wieder gedämpft: Nun heißt es von OB Ude, dass sich Anwohner des inneren Sperrgebiets (Haimhauserstraße, Marktstraße und Feilitzschstraße) noch "etliche Tage" gedulden müssen, bis sie wieder in ihre Wohnungen zurück dürfen. Der Grund: Statiker prüfen immer noch die Beschädigungen der Gebäude und finden offenbar mehr Schäden als zunächst gedacht. Akute Einsturzgefahr bestehe aber nach aktuellen Polizeiangaben nicht mehr.

13:27 Uhr

Neues aus dem Rathaus: Die Straßensperrungen sind für Autos weitestgehend wieder freigegeben. Wer zu Fuß in den Sperrbereich will, wird aber weiterhin kontrolliert - ein Ausweis ist hier Pflicht. Zugang zur Haimhauserstraße, Marktstraße und Feilitzschstraße wird nur in Begleitung von Feuerwehr und Polizei genehmigt.

12:30 Uhr
Durch die Eyplosion sind einige Gebäude so stark beschädigt worden, dass sie nun unbewohnbar sind, zwei sind sogar einsturzgefährdet! Besonders betroffen sind die Markt- und die Feilitzschstraße, hier können immer noch Gebäudeteile auf die Straße und den Gehweg stürzen. Einzelne Balkone seien bereits abgebrochen und auf den Gehweg gestürzt. Wie hoch der Schaden sein wird, ist noch nicht absehbar.

Insgesamt waren rund 230 Einsatzkräfte vor Ort, neben Polizei und Feuerwehr auch Sanitäter, Rettungskräfte und das Technische Hilfswerk. Für die Freiwillige Feuerwehr wurde sogar Vollalarm ausgelöst. Vier Löschzüge mussten ausrücken.

11:53 Uhr

Der Karstadt in der Feilitzschstraße/Leopoldstraße hat seit 11 Uhr wieder geöffnet. Zwar liegen vor der Tür noch Sandsäcke verteilt, die Schaufenster sind teilweise zerbrochen (auf unserer Facebook-Seite findet ihr ein aktuelles Foto!), doch dem Geschäft selbst und der Ware ist nichts passiert. Der Filialleiter nimmt das Chaos gelassen. Gegenüber der SZ erzählte er, statt pünktlich zu öffnen, habe er seine Mitarbeiter einfach zum Frühstück eingeladen, während die Statiker und die Feuerwehr das Gebäude noch untersucht haben.

11:44 Uhr

Jetzt dürft ihr selbst zu Wort kommen: Wie habt ihr die "Bombennacht" in München erlebt? Habt ihr den Knall gehört? Den Feuerball gesehen? Musstet ihr vielleicht selbst Eure Wohnung verlassen? Kommentiert unseren Post auf Facebook und findet Eure Stimme hier auf unserer Homepage wieder!

11.15 Uhr
OB Ude gibt Entwarnung: Bis heute Abend sollen alle Anwohner wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren dürfen. Die betroffenen Münchner waren teils schon am Montag evakuiert worden und hatten - viele mit ihren Haustieren - auf Feldbetten in Notunterkünften ausgeharrt.

Auch Branddirektor Christoph Altheim kommt zu Wort: Vom Polizeihubschrauber aus habe die Sprengung ausgesehen, als stünde "der ganze Häuserzug in Flammen", beschreibt er. Gegen Vorwürfe, Stroh sei als Dämmstoff zu gefährlich, verteidigt er sich: Stroh sei für solche Sprengungen durchaus üblich, man habe die Situation zu jeder Zeit unter Kontrolle gehabt.

10:35 Uhr
M94.5-Reporter Bene Gradl ist zurück in der Redaktion. Im Studio erzählt er Moderator Martin Piller live in air, was er auf der Baustelle erlebt hat. Seid ihr auch dabei? Schaltet ein!

10:17 Uhr
Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude ist an der Baustelle eingetroffen. Er hat die Detonation gestern Abend vor Ort in Einsatzleitungs-Bus miterlebt: "Die Urgewalt" der Druckwelle sei unvorstellbar gewesen, meint er gegenüber M94.5. Obwohl der Bus noch hinter dem Café an der Münchner Freiheit geparkt gewesen sein, habe es ihn "richtig durchgeschüttelt".

Insgesamt habe sich die Verwüstung aber in Grenzen gehalten, bestätigt die Münchner Feuerwehr. Zunächst war von in Brand stehenden Dachstühlen berichtet worden, das konnte die Feuerwehr nun widerlegen: Es sei durch herumfliegendes, entflammtes Stroh lediglich zu kleinen Schwelbränden von Dämm-Material gekommen.

Noch immer liegt angekohltes Stroh in der Baugrube, ein Geruch von Rauch und Asche liegt in der Luft. Doch das Leben kehrt langsam ins Viertel um die Münchner Freiheit zurück. Die ersten Bewohner durften schon wieder in ihre Häuser, im Laufe des Tages sollen alle Evakuierten wieder nach Hause dürfen.

Wir bleiben für Euch am Ball!

09:48 Uhr

Die Baustelle ist erstmals begehbar. Auch M94.5 ist vor Ort. Unser Reporter Benedikt Gradl berichtet von herumliegendem Stroh, das zur Dämmung um die Bombe verteilt worden war. Die ganze Gegend rieche verkohlt. Durch die Druckwelle der Explosion seien einzelne Türen eingedrückt worden, Fenster sind gesplittert. Besonders betroffen sind die großen Schaufenster vom Karstadt und anderen Geschäften.

8:05 Uhr

Noch immer liegen Glassplitter in den Straßen, das Viertel um die Münchner Freiheit gleicht einer Geisterstadt...Gestern abend um 21:54 Uhr hallte ein lauter Knall durch Schwabing: Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde kontrolliert gesprengt.

Bei der Sprengung barsten Glasscheiben, mehrere Dachstühle fingen Feuer. Nach neuesten Erkenntnissen der Polizei sind aber keine Gebäude ernstlich statisch getroffen.

Die ersten Bewohner durften bereits in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren, alle, die im näheren Umkreis der Fundstelle wohnen, mussten die Nacht aber noch auf Feldbetten in Notunterkünften verbringen. Das Studentenwerk München versorgte die Wartenden mit warmen Essen aus der Mensa im "Schweinchenbau" in der Leopoldstraße.

Die U-Bahnen konnten bereits in der Nacht wieder fahren, seit 5 Uhr in der Früh sind auch die Straßen um die Münchner Freiheit wieder befahrbar.

Um die Baustelle, auf der die Fliegerbombe gefunden wurde, tummeln sich mittlerweile Journalisten - auch M94.5 ist für Euch vor Ort!



Foto: Bene Gradl/ M94.5


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