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I'm dreaming of a "Pink Christmas"

Autor(en): Kristin Ofer am Freitag, 3. Dezember 2010
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Weihnachten ist rot-gold, vielleicht auch mal blau-silber. Zumindest ergibt sich beim Spaziergang über die zahlreichen Weihnachtsmärkte der Stadt ein eindeutiges Bild, wie Weihnachtsstimmung auszusehen hat: Überall die immer gleichen Holzbretterbuden mit ein paar Tannenzweigen und reichlich Deko-Kitsch in rot-gold oder eben blau-silber.  Das „Pink Christmas“ auf dem Stephansplatz ist dagegen ein wortwörtlicher Lichtpunkt im Einheitsbrei der traditionellen Weihnachtsmärkte.

Unter dem Namen „Pink Christmas“ findet vom 03. bis zum 23.Dezember im Glockenbachviertel ein Weihnachtsmarkt der besonderen Art statt. Die schwul-lesbische Szene Münchens feiert auf dem sonst eher beschaulichen Stephansplatz den Advent auf ihre Art. Ein schwul-lesbischer Advent ist vor allem pink und um einiges schicker als die traditionelle Version.

Die Verkaufs- und Essensstände sind in eleganten weißen Pagodenzelten untergebracht. Grellpinke Tannenbäume liefern Farbakzente und jede Menge Laternen und Lichterketten strahlen wie der Stern von Betlehem persönlich.

Am Abend werden die Fassaden der umliegenden Häuser mit bunten Scheinwerfern angestrahlt und sorgen für eine regenbogenbunte Feststimmung. Für alle Augen, die dringend Erholung vom üblichen Rauschegoldengelkitsch brauchen ist ein Besuch bei „Pink Christmas“ eine Wohltat.


Bernd Müller und Robert Maier-Kares hatten vor sechs Jahren die Idee zum schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt im Glockenbachviertel. „Der Stephansplatz ist so schön, wir wollten hier unbedingt was aufziehen.“ erklärt Bernd Müller und verweist auf die hübsch renovierten Altbauten, die den kleinen Platz umrahmen.

Eigentlich ist der Stephansplatz ein eher ruhiger Fleck im sonst so quirligen Glockenbachviertel. Selbst während des rosaroten Weihnachtsmarktes verirrt sich tagsüber kaum Laufkundschaft hierher. „Viele Besucher gehören zur Szene, sind Freunde und Bekannte“ erklärt Bernd Müller“, aber gerade abends ziehen wir ein breites Publikum an.“

Kein Wunder, denn während auf herkömmlichen Weihnachtsmärkten vielleicht mal eine Grundschulklasse „Oh du Fröhliche“ auf der Blockföte spielt, bietet „Pink Christmas“ ein schwungvolles Programm: Fast jeden Abend gibt es für die Besucher um 19.00 eine Portion Showglamour. (Travestie-) Künstler stöckeln über die kleine Bühne und unterhalten mit Musik, Kabarett oder einfach mit ihrem ganz speziellen Charme. Statt Dauerbeschallung mit Knabenchören sorgen am Stephansplatz bekannte DJs aus Münchens schwul-lesbischer Szene für die musikalische Begleitung zu Glühwein und Christstollen. Der ist hier übrigens auch pink.


Die Münchner Idee eines schwul-lesbischen Weihnachtsmarktes ist übrigens ein echter Exportschlager: Im letzten Jahr kamen erstmals auch Berliner in den Genuss eines „Pink Christmas“ und in diesem Jahr sind auch Köln und Hamburg dabei.


Auch wenn „Pink Christmas“ ein Produkt der Münchner Schwulen- und Lesbenszene ist, lohnt sich der Besuch natürlich für jeden. Weihnachtsstimmung ist schließlich für alle da, egal ob in rot-gold oder in pink. Dem Advent steht pink sogar ziemlich gut, davon kann sich jeder noch bis zum 23. Dezember am Stephansplatz überzeugen.



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