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Forschung in den Tropen

Für die Uni auf eine exotische Insel reisen - das muss kein Traum bleiben
Autor(en): Anne Kostrzewa am Freitag, 17. August 2012
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Bibliothek und Hörsaal hinter sich lassen und für die Magisterarbeit auf eine Tropeninsel reisen? Wie es ist, das Abenteuer zu wagen.

Natürlich gehört eine gehörige Portion Mut dazu. Ganz billig ist es auch nicht. Und doch würde ich mein Feldforschungs-Erlebnis für nichts in der Welt missen wollen! Von Minusgraden und Münchner Schneegestöber habe ich im Februar eine fast 24-stündige Reise auf mich genommen, um auf einer Insel zu landen, so klein, dass man noch nicht mal einen Reiseführer über sie findet: Mayotte!

Entsprechend wenig wusste ich auch über das Fleckchen Tropenparadies. Über Google und Co. erfährt man, dass Mayotte von einer einst französischen Kolonie 2011 zu einem "Département d'Outre-Mer" erklärt wurde, also sozusagen einem französischen Bundesland in Übersee. So absurd es also klingt: Für einen Trip um die halbe Welt musste ich nicht mal Geld wechseln und mein Schul-Französisch würde mich zumindest nicht verhungern lassen. Soweit die Theorie.



Anne weg, Koffer weg, Mut weg?

Zwar hat mein Koffer die lange Reise nicht überstanden und kam erst eine Woche später nach, aber ich musste wenigstens nicht auf der Straße schlafen - über Couchsurfing.org hatte ich vorab mit einem französischen Auswanderer Kontakt aufgenommen und trotz anfänglich massiver Sprachschwierigkeiten hatte ich jemanden, der mich mit Insider-Wissen über "meine" Insel versorgen konnte und mich gleich mit der einheimischen Bevölkerung, den Mahorais, in Kontakt brachte.

Über eine WG fand ich dann schließlich den Weg in eine mahorische Familie - und auf ihre Gästematratze. Ein Zufall? Nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass Gastfreundschaft den Mahorais über alles geht. Alles außer Fleisch. Denn wer allein so weit reist (aus einem Land, das dort niemand kennt!), der braucht nicht nur ein Bett, sondern auch viel zu essen.

Vegetarier? Dann mach ich Dir Huhn...

Die Mahorais lieben Fleisch, gegrillt, gekocht, gebraten, ganz egal. Für überzeugte Vegetarier nur dann eine Qual, wenn man Neuem gegenüber nicht offen ist - doch das war ich! Immerhin sollten die dreieinhalb Monate auf Mayotte nicht nur Urlaub sein, sondern auch Inhalt meiner Magisterarbeit. Und wer ein echter Forscher sein will, der kommt auch um Ungewohntes nicht herum.

Wickelgewänder bei Tropen-Temperaturen gehörten da genauso dazu, wie klassische Rollenbilder zwischen Mann und Frau, eine viel offenere, lautere Mentalität im Umgang mit einander und eben ungewohntes Essen. Dass ein europäischer Magen da rebelliert, ist klar. Dass helle Haut in der Sonne verbrennt wie ein Schnitzel auf dem Grill. Dass man ohne öffentliche Transportmittel kilometerweit durch Sand, Staub und Hitze laufen muss, wenn man ankommen will. Doch war es das alles wert? Ausnahmslos: JA!

Mayotte, mein Tropenparadies

Die unberührte Natur, die offenen, herzlichen Menschen, die traumhaften Korallenriffe, die die ganze Insel umgeben... Mayotte ist mir in meiner (viel zu kurzen) Zeit ans Herz gewachsen, auch wenn das Leben auf fremden Sofas Entbehrungen mit sich bringt, die über Heimweh und Luxusdenken hinausgehen.

Doch sollte sich für Euch jemals die Möglichkeit eröffnen, ein ähnliches Abenteuer zu erleben, sei es für die Uni oder privat, kann ich Euch nur einen Tipp geben: Wagt es!

Alle Geschichten aus Mayotte findet ihr auch auf meinem Blog: annevaetvient.wordpress.com
Bildquelle: © Anne Kostrzewa




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