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Facebook zensiert männliche Blöße

Autor(en): Daniel Simon am Freitag, 27. Juli 2012

Von wegen Internetzensur ist nur was für Schurkenstaaten. Facebook beweist jetzt das Gegenteil.

Von wegen Internetzensur ist nur was für Schurkenstaaten. Facebook beweist jetzt das Gegenteil.

Für das ZEITmagazin ist es fast schon zur Tradition geworden, jeden Mittwochnachmittag die beiden Titelbilder der neuen Ausgabe auf Facebook hochzuladen. Eines der Cover scheint für das Social Network aber zu freizügig zu sein. Es zeigt den Penis eines Mannes, der auch auf dem anderen Cover oberkörperfrei zu sehen ist, in schummrigen Licht.

Facebook - das prüde Netzwerk?

Noch am selben Abend verschwand das Bild auch schon wieder, auf zunächst unerklärliche Weise. Offensichtlich hatte Facebook seine Finger im Spiel: Auf Anfrage des ZEITmagazins verweist das Social Network auf seine Community Standards, die „Grenzen für die Darstellung von Nacktheit definiert“ hat. 

Überall herrscht helle Aufregung

Diese Zensur der Facebook-Seite des ZEITmagazins löste rege Diskussionen auf Facebook und Twitter aus. Manch einer fragt sich da sogar: „Hat Zuckerberg dann keinen Penis?“ Verwunderung kommt auch auf, wenn man liest, dass eine Facebook-Nutzerin in Los Angeles das besagte Penissbild gepostet hat und es sich weiterhin auf ihrem Profil befindet und noch nicht gelöscht wurde.

Print vs. Social Media

Letztendlich hat Facebook dann sogar das Titelbild der Facebook-Chronik des ZEITmagazins entfernt, das, wie auch das Profilbild, eine entblößte Männerbrust zeigt.
Komisch aber, dass das Profilbild mit dem relativ ähnlichen Inhalt, bisher nicht entfernt wurde. Facebook unterstützt den Versuch des Zeitmagazins, Penisse endlich in die Öffentlichkeit zu bringen, auf jeden Fall nicht.

Text: Eva Vogel

Bild: M94.5

Platte des Monats

Versucht man das Debüt-Album „Happy Freedom“ des Kölner Trios WOMAN zu beschreiben, kommt man nicht an Metaphern und bildlicher Sprache vorbei. Die zehn raffiniert produzierten Songs liegen irgendwo zwischen Synthie-Sound-Tsunamis und Aufzugmusik. Dazu Disco-Drums, grelle Gitarrenriffs und Kapitalismuskritik. Musik, so vielschichtig wie das Albumcover: Das Innere der Welt, eine Diskokugel.

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