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"Eine Oase des Recyclings"

Autor(en): Lisa Deml am Montag, 25. November 2013
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Quelle: © Sascha Kohlmann(kohlmann.sascha)

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Touristen, Urmünchner und Hipster - sie alle wollen nur eines: den Altglascontainer im Lehel.

Touristen, Urmünchner und Hipster - sie alle wollen nur eines: den Altglascontainer im Lehel.

Dass sich dieser In-Treff für Recycling-Freunde schlicht als Altglascontainer bezeichnet, ist reines Understatement!“ Die Wiederverwertungsapparatur an der Seitzstraße im Lehel bekommt von ihren Nutzern durch die Bank Topbewertungen und löst wahre Begeisterungsstürme aus.

Haus der Kunst: 4,4. Allianz Arena: 4,0. Altglascontainer: 4,7!

Der Stadtteil Lehel strotzt nur so vor Sehenswürdigkeiten. Scharen an Touristen durchwandern jeden Tag das Viertel auf der Suche nach den Eisbachsurfern, der Maximiliansstraße und seit Neuestem auch mit einer Flasche bewaffnet auf der Jagd nach dem berühmt-berüchtigten Altglascontainer. Im Userranking der Münchner Attraktionen auf Google+ sticht er alle Konkurrenten aus: Die Allianz Arena wird lediglich mit 4,0 Sternen von 5 bewertet, das Haus der Kunst kommt auf ganze 4,5, doch der Container lässt sie alle erblassen mit stolzen 4,7 Sternchen.

Zu verdanken hat das kugelförmige Wiederverwertungswunder seinen Ruhm Google+, wo ihm ein eigener Eintrag gewidmet wurde und er deshalb auch auf den Karten von Google Maps zu sehen ist. Wer den Eintrag verfasst hat, ist unklar. Entdeckt wurde der Recyclingirrsinn von schleckysilberstein.com. Seitdem hat die Containerschönheit jedenfalls sehr viel mehr alte Flaschen zu schlucken.

Es ist das Mekka des Recyclings, das absolute Non Plus Ultra der Neuzeit.“

Einen Blick auf die Bewertungen werfend, wird einem schnell klar, dass es hier nicht um einen gewöhnlichen Altglascontainer geht, „in Wirklichkeit handelt es sich um ein Wiederverwertungsensemble der Extraklasse, das seines gleichen sucht“, meint Philipp Gasteiger. Gelobt wird vor allem „die unkomplizierte Bedienung“ und „das perfekt gestaltete Wurflochdesign“, das sich „angenehm harmonisch in die Umgebung des Stadtviertels“ einfügt. Besonderes Feature des Recyclingapparates: man kann die Flaschen sowohl mit dem Flaschenhals nach vorn, oder (jetzt kommt der Clou!) mit dem Flaschenboden voraus einwerfen. Außerdem gestatte das edel konstruierte Einwurfloch den Benutzern, ihren Kopf hineinzustecken und „den unverwechselbaren, einzigartigen Geruch von schimmligen Nudelsaucen, verschiedensten Weinsorten, Essigwasser oder abgestandenem Bier zu inhalieren“, wie es Flo Au empfiehlt.

Allerdings ist das Containerensemble nicht für alle Nutzer geeignet. Nur wer „die Klaviatur des Mülltrennens beherrscht“ und „mit emotionalen Momenten umgehen kann“ kommt hier auf seine Kosten. „Denn hier gibt es Container, die die Seele berühren!

Manche Recyclingfans, wie Merlin Holthoff, unternehmen sogar ganze Familienausflüge zu diesem „wertvollen Schätzchen“. Dem Entsorgungstalent werden sogar heilende Fähigkeiten zugesprochen durch ein „individuelles Klangerlebnis“, das man am besten „unter Einbeziehung eines Musiktherapeuten“ für sich zusammenstellen sollte. Besucher werden Zeugen eines „wahren Manifests deutscher Ordnungsliebe, wo auch Scherben noch eine Zukunft haben“, so Johannes Eckstein.

Am Ende bleibt dem Wiederverwertungswunder nur eines zu wünschen: „Bleib so wie du bist!“

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„Einmal alles bitte!“ So ungefähr könnte man sich das Album von Oneohtrix Point Never im Plattenladen des Vertrauens bestellen. Stilbrüche sind das eine, aber einen einzigen Song aus verschiedensten Genres zusammenzustückeln, das andere. Und genau das macht sich Oneohtrix Point Never zu nutze, um Musikliebhaber für sich zu gewinnen oder zu verwirren. Unsere Redaktion ist zwar verwirrt, aber das im ganz positiven Sinn. 

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