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Lischkapelle vs. Boazn-Sterben

M94.5 Boazngaudi in Giesing

Autor(en): Sarah Weiß am Freitag, 24. Oktober 2014
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Quelle: Lina Silbermann

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Die Lischkapelle heizt dem Gasthaus Alt Giesing so richtig ein!

Die Passanten wollen wissen, was da drin los ist. Die Bude ist brechend voll und die Sicht auf die Band durch die Blumen auf den Fensterbrettern versperrt. Die Leute stehen bis auf den Gehsteig – rauchend,  trinkend, singend. „Die Bude“ ist das Gasthaus Alt Giesing in der Tegernseer Landstraße. Und los ist die Lischkapelle. Bereits zum zweiten Mal sind sie bei der M94.5 Boazngaudi zu Gast und heizen in der oktoberlichen Kälte so richtig ein.

„Glasl san aus“                     

Wer sich ob der vielen Leute noch bewegen kann, muss zwischen Eckbänken, Spielautomaten und Dartscheiben wippen, schnipsen, klatschen, schunkeln. Einfach nur stehen und zuhören geht bei dieser einzigartigen Mischung aus bayerischer Besetzung und englischen Texten einfach nicht. Wer es bis an die Theke schafft, kriegt seine Flaschlhoibe: „Glasl san aus“, sagt da Rudi. Der ist seit 30 Jahren der Wirt im Gasthaus und muss das schließlich wissen. Teller gibt es noch, aber der einzige, der sich bei der Menschenmenge traut noch zu essen, bekommt mütterlich von der Frau vom Rudi einen Platz halb hinter der Theke am Kühlschrank zugewiesen: „Anders kommst ja nie zum Essen!“ Das Menü besteht aus selbstgemachtem Kartoffelsalat, Brot und zwei paar Wiener Würsteln, die der kolumbianische Koch wippend mit einem Pfannenwender im warmen Wasser hin und her schiebt: „Mag ich sehr bayerische Musik!“ Früher war er selber Mitglied einer lateinamerikanischen Band, heute kocht er lieber bayerische Hausmannskost.

Anti-Schickeria

Die Lischkapelle spielt währenddessen Songs aus ihrem Debutalbum, aber auch noch unveröffentlichte Titel. Auch einige Cover-Songs sind im Programm. Da darf natürlich auch ihr „Schickeria“-Cover der Spider Murphy Gang, mit dem sie bereits den M94.5 Cover Contest auf dem Sound of Munich Now gewonnen haben, nicht fehlen. So eine Schickeria ist das Gasthaus Alt Giesing beileibe nicht. Die Stammgäste sind keine jungen Emporkömmlinge, dafür halten sie locker dem studentischen Ansturm in ihrer Boazn stand, verteilen nette Komplimente an die Damen („Gä, du bist fesch!“) und trinken ihr Bierchen auch noch nachdem die Technik schon lange abgebaut ist – aus dem Pokal einer lange vergangenen Dartmeisterschaft versteht sich.

Sterbende Schönheit

Vom Boazn-Sterben bleibt allerdings auch das Gasthaus Alt Giesing nicht verschont. Im Laufe des nächsten Jahres werden Rudi und seine Frau die Wirtschaft schließen. Die für die Sanierungen notwendigen Investitionen würden sich für die Beiden nicht mehr lohnen, die Brauerei möchte nicht dazu helfen. Sie werden also wegziehen und Antiquitäten verkaufen – und dabei Lischkapelle hören: Eine CD hat sich die Wirtin gleich nach dem Konzert gekauft.

Platte des Monats

Hinter unserer Platte der Monate Dezember und Januar steckt eigentlich nur eine Person mit wuscheligen Haaren und Nerdbrille. Nämlich der 22-jährige Jack Hubbel aus Philadelphia. The Hobbyist ist bereits sein neuntes Album mit experimentellem Sound zwischen psychedelischem Pop und Postpunk. Oder wie er selbst sagt: Bedroom Pop.

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